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1. FC Köln gegen Stuttgart: der FC meldet sich zurück im Abstiegskampf

Unnötige Niederlage : Der FC meldet sich zurück im Abstiegskampf

Dem 1. FC Köln fehlt es bei der 0:1-Niederlage gegen den VfB Stuttgart vor allem an Überraschungsmomenten. Die Niederlage kommt nicht unerwartet.

Eine Mixtur aus Frust und Ratlosigkeit war den Akteuren des 1. FC Köln im Gesicht anzusehen,  als sie nach und nach den Platz des Kölner Stadions nach der 0:1-Niederlage gegen den VfB Stuttgart verließen. „Es geht einem natürlich tierisch auf die Nerven, dass die Stuttgarter die drei Punkte mitnehmen“, so Torwart Timo Horn. „Es war unser großes Ziel, an die Stuttgarter heranzuspringen, das hat nicht funktioniert.“ 

Auf die Nerven dürfte den Kölnern auch gehen, dass sie sich nach der Niederlage wieder mitten im Abstiegskampf befinden. Die Niederlage war unnötig, aber nicht unverdient. Dass Köln den VfB überrennen würde, war ohnehin nicht zu erwarten. Am Tag der Überraschungserfolge von Frankfurt und Mainz blieb das große Unerwartete in Köln gänzlich aus. Der FC unterlag Aufsteiger VfB Stuttgart verdient, zeigte einmal mehr die eklatante Offensivschwäche, die ihn bereits die gesamte Spielzeit umgibt und befindet sich nach der Pleite wieder in Abstiegsregionen.

FC-Trainer Markus Gisdol wartete jedenfalls nicht mit dem großen Überraschungsmoment auf, als er rund eine Stunde vor dem Spiel die Aufstellung und taktische Ausrichtung bekannt gab. Im Vergleich zur Frankfurt-Niederlage rückten Ismail Jakobs und Kingsley Ehizibue in die Startelf, Salih Özcan und Jannes Horn rotierten dagegen auf die Bank. Ansonsten: Fünferkette, defensiv stabil stehen, möglichst wenig zulassen und wenn dann ein Offensivstich sitzen sollte, umso besser. Saß er aber nicht.

Duda und Rexhbecaj schwach

Da Ondrej Duda im Zentrum wieder einen seiner schlechteren Tage erwischte und auch Derbyheld Elvis Rexhbecaj blass blieb, fand die Kölner Offensive im ersten Durchgang so gut wie gar nicht statt. Einzig Duda hatte eine vielversprechende Chance, die er aber aus gut zwölf Metern nach starker Vorarbeit von Ellyes Skhiri kläglich vergab. „Wir haben einfach zu tief gestanden“, stellte Marius Wolf richtigerweise fest. „Dadurch hatten wir weite Wege und uns das Leben selbst schwer gemacht.“

Die Kölner standen in der Tat tief, ließen dadurch aber im ersten Abschnitt auch so gut wie keine Chance der Schwaben zu. „Lasst euch doch nicht so abkochen“, rief Timo Horn seinen Vorderleuten zu, als ein langer Ball wieder ungestört beim Gegner landete. Die beste Möglichkeit vergab Konstantinos Mavropanos nach einem Eckball per Kopf nur wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff.

FC wacht zu spät auf

„Defensiv war es wieder eine ansprechende Leistung, aber davon können wir uns nichts kaufen“, sagte Horn und brachte es auf den Punkt. Denn nach dem Wiederanpfiff machte es Sasa Kalajdzic besser als Mavropanos und erzielte nicht wirklich überraschend nach einer Standardsituation die Stuttgarter Führung. Horn war machtlos. Für die Kölner war es bereits das 15. Gegentor nach einem ruhenden Ball. Die passiven Kölner schien der Gegentreffer genauso wenig wachzurütteln, wie Gisdols taktische Maßnahme auf Viererkette umzustellen. Stuttgart intensivierte das Spiel.

Und dann schüttelte Gisdol doch noch ein Ass aus dem Ärmel. Überraschend früh brachte der Trainer Winterneuzugang Max Meyer, der nicht nur mit einem perfekten Pass auf Emmanuel Dennis die größte Kölner Möglichkeit einleitete, der ehemalige Nationalspieler brachte frischen Wind und Köln die so dringend benötigten kreativen Momente.

Die aber zu spät. „Insgesamt müssen wir zwingender nach vorne spielen, und dann reichen eben nicht die 15 bis 20 Minuten am Ende, um das Ding noch mal zu drehen, das müssen wir von Anfang an machen“, sagte Horn und verwies unter anderem auf Salih Özcan, der kurz nach seiner Einwechslung mit einem Distanzschuss die Latte traf. In der Schlussminute vergab Rexhbecaj die letzte Chance, als er einen direkten Freistoß weit über das Tor setzte.

Am kommenden Samstag sind die Kölner zu Gast beim FC Bayern. Ein guter Zeitpunkt für eine echte Überraschung.