1. Sport
  2. 1. FC Köln

Nach Sieg im Auswärtsspiel: 1. FC Köln hat nach Sandhausen dazugelernt

Nach Sieg im Auswärtsspiel : 1. FC Köln hat nach Sandhausen dazugelernt

Der 1. FC Köln ist nach wie vor auf der Suche nach der richtigen Balance unter Trainer Markus Anfang. Der Erfolg von Sandhausen könnte dabei eine bedeutende Rolle für die nächsten Wochen und Monate spielen.

Man kann nicht immer alles haben. Das gilt auch für den 1. FC Köln und seine aktuelle Suche nach der richtigen Balance im Neufindungs-Prozess unter Trainer Markus Anfang. Nach dem erarbeiteten und am Ende souveränen 2:0 (1:0)-Erfolg am Freitag beim SV Sandhausen, wissen die Kölner, dass sie die beiden Routen zum anvisierten Mittelweg nicht nur kennen, sondern auch beschreiten können. Sie haben Offensive drauf, wie die beiden Spektakel gegen St. Pauli und Paderborn gezeigt haben. Sie sind aber auch in der Lage zu Null zu spielen – wie in Bochum und in Sandhausen.

„Nach fünf Gegentoren in einem Heimspiel ist es oberste Priorität hinten gut zu stehen.“ FC-Sportchef Armin Veh versuchte erst gar nicht den spielerischen Auftritt der Geißböcke in der Zweitliga-Provinz schönzureden. gegen einen robusten Gegner waren auf dem von Dauerregen rutschigen Platz andere Tugenden gefragt. „Wir können nicht jede Woche 20 Torchancen rausspielen, auch wenn unser Spiel gegen Paderborn offensiv schön anzusehen war und wir auch 8:5 hätten gewinnen können“, fuhr Veh fort.

Die Kölner haben eines gelernt. Wenn sie zu Null spielen, haben sie schon mal sicher einen Punkt auf der Habenseite. Bei drei oder gar vier eigenen Toren ist diese Ausbeute noch nicht garantiert. Deshalb hatte Markus Anfang am Freitag überhaupt keine Probleme damit, den offensiven Auftritt seiner Elf als eher mittelmäßig zu beschreiben.: „Zuletzt hieß es, wir würden gut nach vorne spielen, sollten aber auch verteidigen. Das haben wir besser gemacht, dafür aber unsere Situationen nach vorne nicht so klar ausgespielt.“ Der nächste Auftrag an den Coach und seinen Stab wäre formuliert: Gut verteidigen und gut angreifen!

Zumal die noch sieglosen und auf Platz 17 im tiefsten Sorgengebiet stehenden Sandhausener kein Maßstab für die Kölner sein dürfen. Selbst als der FC in der Anfangsphase noch verunsichert war, nach Stabilität suchte und dabei einige Fehlpässe produzierte, konnten die biederen Gastgeber das Tor von Timo Horn nur einmal halbwegs in Gefahr bringen. Es gibt mit Sicherheit stärkere Gegner in der 2. Fußball-Bundesliga.

Ohne den Geniestreich von Louis Schaub unmittelbar vor dem Pausenpfiff hätte er FC wohlmöglich größere Schwierigkeiten bekommen, das Spiel für sich zu entscheiden. „Das macht er überragend, allein die Annahme dieser scharfen Hereingabe von Serhou Guirassy mit der Brust“, lobte Armin Veh den Österreicher für seinen technisch perfekt inszenierten Seitfallzieher zum 1:0 und seinem ersten Punktspieltreffer im Geißbock-Trikot. „Spieler mit solch einer Qualität entscheiden so ein Spiel dann eben“, erklärte Veh, Nach Simon Teroddes 2:0 (54.) geriet der FC-Sieg nicht mehr in Gefahr. Anteil daran hatten auch Schaub und Dominick Drexler, die sich auf den Halbpositionen im Mittelfeld tiefer fallen ließen und so die Räume neben dem starken Kapitän Marco Höger auf der Sechs verdichteten. Eine Spielweise, die zusätzliche Laufarbeit erforderte und noch mehr erfordern wird, wenn der Zug auch wieder nach vorne abgehen soll.

Der Erfolg von Sandhausen könnte für den FC auf jeden Fall eine bedeutende Rolle für die nächsten Wochen und Monate spielen. Auch, weil die Anfang-Mannschaft vor dem nächsten Spiel am Dienstag (18.30 Uhr, Rheinenergiestadion) gegen den kriselnden und nach der Entlassung von Stefan Leitl mit neuem Trainer anreisenden FC Ingolstadt nach den Patzern des HSV und von Fürth wieder von der Tabellenspitze grüßt: „Ich wäre nicht nervös geworden, wenn wir in Sandhausen nicht gepunktet hätten. Aber es macht unseren langen Weg zurück in die Bundesliga einfacher, wenn wir von Anfang an oben dran bleiben“, sagte Armin Veh. Und sicher auch die Suche nach der Balance für das perfekte Spiel.