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1. FC Köln im Kadercheck: So steht es um das Mittelfeld

Kadercheck : So steht es um das Mittelfeld beim 1. FC Köln

Der Kader des 1. FC Köln nimmt langsam Konturen an, der Sommerfahrplan steht. Doch wie sieht es in den einzelnen Mannschaftsteilen aus? Teil 3 unseres Kaderchecks.

Markus Gisdol hat vermutlich Geschichte geschrieben, als er in der vergangenen Spielzeit gegen Union Berlin ganz tief in die Trickkiste griff und gleich sechs zentrale Mittelfeldspieler in die Startelf berief. Ellyes Skhiri, Max Meyer, Elvis Rexhbecaj, Salih Özcan, Jonas Hector und Ondrej Duda liefen zu Beginn auf. Es war der verzweifelte Versuch, mehr Qualität in die Offensivbewegung zu bringen. Der Versuch mit der geballten Mittelfeldkompetenz ging daneben.

 In diese Situation wird der neue Kölner Trainer Steffen Baumgart sicherlich nicht kommen. Zum einen, weil er ein ganz anderes Spielsystem bevorzugt und installieren will. Zum anderen aber, weil die Hälfte der Akteure den FC verlassen hat oder wird. Rexhbecaj ist zum VfL Wolfsburg zurückgekehrt. Der Derbyheld hat den Durchbruch nie wirklich geschafft und wäre zudem dem FC zu teuer gewesen. Auch für Meyer hat man am Geißbockheim keine Verwendung mehr. "Max Meyer kommt in unseren sportlichen Planungen nicht mehr vor", sagte Interims-Sportchef Jörg Jakobs am Donnerstag. Der ehemalige Nationalspieler kann den Verein verlassen.

Baumgart entscheidet sich für Salih Özcan

Dafür hat sich Baumgart für Salih Özcan entschieden. Der Trainer sieht Potential in dem frisch gebackenen U21-Europameister, Özcan sieht die Chance, unter Baumgart doch noch den Durchbruch zu schaffen. Auch Skhiri steht zwar noch im 39-Mann-Kader, wird den FC aber bei passender Ablöse noch verlassen. Interessenten sollte es für den Tunesier genug geben, es muss finanziell passen. Das Herzstück des Zentrums wird in der kommenden Spielzeit Jonas Hector sein. Der Kapitän hat auf der Zielgeraden der abgelaufenen Saison bewiesen, welchen Stellenwert er für den FC hat. Sollte er fit bleiben, wird er auch in Baumgarts Plänen eine entscheidende Rolle spielen.

Neu dazu kommt Dejan Ljubicic von Rapid Wien. Sein Wechsel hat viele Experten überrascht, da andere, größere Kaliber ebenfalls die Fühler nach dem 23-Jährigen ausgestreckt hatten. Nicht ohne Grund. Ljubicic zeichnet ein enorm effektives Umschaltspiel aus. Der Mittelfeldspieler gewinnt wichtige Zweikämpfe und sucht nach der Balleroberung den gefährlichen Pass in die Tiefe oder Schnittstellen. Ljubicic könnte perfekt in das Spielsystem des neuen Trainers passen. Zudem hat der FC quasi einen weiteren Neuzugang im Mittelfeld zu verzeichnen – zumindest in Teilen. Nämlich Ondrej Duda. Durch die Verpflichtung von Mark Uth und die Rückkehr von Sebastian Andersson und Anthony Modeste hat Baumgart Optionen im Angriff.

Schwachstelle auf den Außen

Duda wird voraussichtlich die Freiräume im Zentrum bekommen, die er als Unterschiedsspieler benötigt und nicht mehr als Notfall-Angreifer agieren müssen. Dass er diese Rolle übernehmen kann, hat der Slowake unter anderem beim 3:2-Erfolg in Augsburg eindrucksvoll bewiesen. Das stark besetzte Mittelfeld könnte darauf deuten, dass Mark Uth eher im Angriff eingesetzt wird. Der Neuzugang wäre aber sicherlich auch eine starke Option im Mittelfeld hinter den Spitzen.

Über die Außen konnte der FC in der vergangenen Spielzeit nie so richtig überzeugen. Eine Position, der in Baumgarts System eine wichtige Rolle zukommen wird – zumindest wenn sie von schnellen Spielern bekleidet wird. Ismail Jakobs bringt die Voraussetzung zwar mit, ist aber mit seinen Flanken zu ungenau. Marius Wolf zeichnete sich eigentlich am meisten aus, steht dem FC aber nicht mehr zur Verfügung. Bleibt Florian Kainz fit, ist er auf den Außen eine Bereicherung, auch wenn er nicht über die Endgeschwindigkeit verfügt. Auch Jan Thielmann könnte wieder eine größere Rolle auf der Außenbahn spielen. Dimitrios Limnios konnte sich in der vergangenen Saison nicht durchsetzen und wird es wohl auch unter Baumgart schwer haben. Immerhin ist der Grieche dribbelstark und schnell.