1. Sport
  2. 1. FC Köln

Abkehr vom Jugendstil: 1. FC Köln ist auf der Suche nach mehr Leichtigkeit

Abkehr vom Jugendstil : 1. FC Köln ist auf der Suche nach mehr Leichtigkeit

In der vergangenen Saison brachte der vermehrte Einsatz von jungen Spielern beim 1. FC Köln die Wende. Die Akteure, die in der Folge glänzten, haben in dieser Spielzeit aber einige Probleme.

Die Erinnerung ist noch nicht verblasst, obwohl der 14. Dezember 2019 vielen wie ein Samstag aus einer anderen Welt vorkommen dürfte. Der 1. FC Köln war Tabellenletzter nach einem deprimierenden 0:2 bei Union Berlin in der Fußball-Bundesliga und stand vor einer schier unlösbaren Aufgabe gegen Bayer 04 Leverkusen.

50 000 Zuschauer waren ohne große Hoffnungen auf einen FC-Erfolg ins Rheinenergiestadion gekommen und erlebten einen 2:0-Heimsieg der Geißböcke. Der erste Sieg für den neuen Trainer Markus Gisdol und der Beginn des rasanten Zwischenspurts, auf dem letztlich der Klassenerhalt des FC fußte.

In der Erinnerung war es der Mut von Gisdol und das Risiko, das der Coach einging, die zum Sieg führten. Er beorderte neben Noah Katterbach und Ismail Jakobs mit Jan Thielmann den dritten Youngster aus dem eigenen Nachwuchs in die Startelf. Die Maßnahme gab dem Kölner Spiel die Leichtigkeit und Dynamik, die vorher gefehlt hatten – und die ihm aktuell wieder fehlen.

Gisdol und sein Team suchen vor dem Duell mit dem übermächtigen FC Bayern München am Samstag (15.30 Uhr, Rheinenergiestadion) seit nunmehr 15 Spieltagen einen Sieg in der Bundesliga und einen Weg, ihre Verkrampfung zu lösen. Vom Jugendstil des 14. Dezember 2019 ist auf dem Platz nicht mehr viel zu sehen. Gut, die Verträge mit Katterbach und Jakobs hat der FC langfristig verlängert. Mit Tim Lemperle, Robert Voloder und Sava Cestic bekamen drei weitere Eigengewächse einen Profivertrag. Zudem kehrte mit Salih Özcan ein FC-Nachwuchsspieler von seiner Leihe aus Kiel gereift zurück.

Voloder nächster Corona-Fall

Mit Ausnahme von Jakobs spielen die Talente aktuell aber allenfalls Nebenrollen. Thielmann konnte sein Chance nicht nutzen und wirkte abgesehen vom Auftaktspiel gegen Hoffenheim bei seinen drei Einsätzen gehemmt. Katterbach musste sich nach einer Verletzung in der Vorbereitung hinter Jannes Horn einreihen und ist trotz durchwachsener Leistungen des aus Hannover zurückgekehrten Linksverteidigers nur zu zwei Kurzeinsätzen gekommen. Auch Özcan konnte sich nach starker Vorbereitung und einem überzeugenden Auftritt im Pokal gegen Altglienicke noch nicht das Vertrauen seines Trainers erwerben. Obwohl der Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft auf den Positionen im zentralen Mittelfeld als zweikampfstarker, aggressiver Spieler bekannt ist. Und genau daran mangelt es dem FC-Zentrum bislang in dieser Saison. 

Lemperle und Cestic spielen eine gute Saison. Allerdings nur in der Regionalliga-Reserve, was Gisdols Aussage aus der Vorbereitung zum Einsatz von Nachwuchskräften unterstreicht: „Das Ende der Fahnenstange ist erreicht.“ So tauchen die Youngster in dieser Saison häufiger in den Schlagzeilen auf, wenn es um Corona geht. Nach Jakobs, Lemperle und Özcan wurde nun auch Robert Voloder positiv auf Covid-19 getestet. Der 19-jährige Defensivspieler ist seit Pandemie-Beginn im März bereits der siebte FC-Corona-Fall.

Neben Voloder und Jonas Hector (individuelle Einheit) fehlten am Montag auch zwei FC-Stürmer im Teamtraining. Sebastian Andersson ließ in München noch einmal sein Knie checken, Anthony Modeste musste aufgrund muskulärer Probleme passen. Zurück auf dem Platz war dagegen Routinier Marco Höger.