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1. FC Köln nach Pleite gegen Leverkusen: „Analysieren, abhaken und weiter“

1. FC Köln nach der Derby-Pleite : „Analysieren, abhaken und weiter“

Horst Heldt, Sportchef des 1. FC Köln, bemüht sich um eine realistische Einordnung der Derby-Pleite gegen Bayer 04 Leverkusen. Nach der Pleite will er Mut machen.

Horst Heldt ist ein großer Freund davon, Dinge realistisch einzuordnen. Idealerweise richtig, damit alles was auf den 1. FC Köln so zukommt möglichst in eine positive Richtung verläuft. „Das war ein Gegner, der eine andere Kragenweite besitzt. Wir haben vor den Spielen gegen Dortmund, Leverkusen und als nächstes auch am Samstag gegen Leipzig immer gesagt, dass wir einen perfekten Tag brauchen und der Gegner schwächeln muss. In Dortmund war das so. Am Mittwoch hatten wir keinen perfekten Tag und der Nachbar ist derzeit perfekt unterwegs. Dann gibt es einen Unterschied und der hat sich bemerkbar gemacht“, erklärte der FC-Sportchef am Tag nach der deftigen und auch in der Höhe verdienten 0:4-Derbyniederlage gegen Bayer 04.

Eine Niederlage, die Heldt als Fußballromantiker und leitenden Angestellter der Geißböcke natürlich verärgert zurückließ, die er aber nicht als Rückschlag einordnen wollte: „Ich mache mir keine großen Sorgen. Die Mannschaft ist gefestigt und ist gut geführt. Sie ordnet so ein Spiel sehr erwachsen ein. Also heißt es, analysieren, abhaken und weiter.“

Auch Markus Gisdol wollte sich nicht allzu lange mit der klaren Niederlage aufhalten. Angesichts des Klassenunterschieds, der sich am Mittwoch in nahezu allen Bereichen zwischen den beiden rheinischen Rivalen auftat, blieb dem Kölner Trainer nicht viel anderes übrig, als den Gegner zu loben und den Sieg neidlos anzuerkennen: „Sie spielen herausragend und haben uns so gut wie keine Möglichkeit gegeben, ins Spiel zu kommen. Leverkusen war voll auf Spannung.“

Der 51-Jährige war dennoch in der Lage, eine Parallele zu ziehen, die dem FC für die nächsten Aufgaben in Bundesliga und Pokal genauso Mut machen sollte, wie Heldts Einordnung: „Ich fühlte mich an das Heimspiel vergangene Saison gegen Bayern München erinnert. Da waren wir auch gut drauf, und trotzdem hat uns Bayern überspielt. Inmitten der Kölner Erfolgsserie Anfang des Jahres führte der Meister am 16. Februar beim 4:1 im Rheinenergiestadion nach zwölf Minuten bereits 3:0.

Geißböcke beim Tempo hoffnungslos unterlegen

Gegen Tabellenführer Leverkusen lagen die Gastgeber am Mittwoch nach zehn Minuten bereits 0:2 zurück. „Leverkusen hat uns überrannt und hinten reingedrückt. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Bis auf die 15 Minuten vor der Halbzeit haben wir keine Chance gehabt“, räumte FC-Kapitän Timo Horn ein. Die Nummer eins der Kölner war bei allen Gegentreffern machtlos und konnte froh sein, dass es beim 0:4 blieb.

Die Geißböcke waren vor allem in puncto Tempo hoffnungslos unterlegen – sowohl läuferisch als auch fußballerisch. „Bayer hatte Passsicherheit, eine unglaubliche Dynamik und unglaublichen Speed“, adelte Gisdol die Werkself. Er musste seiner Mannschaft bei aller Klasse von Bayer aber trotzdem den Vorwurf machen, sich nicht genug gewehrt zu haben. „Gegen Leipzig müssen wir eine andere Leistung an den Tag legen“, forderte deshalb Timo Horn.

Ondrej Duda kehrt gegen Leipzig zurück

Im Spiel am Samstag beim daheim noch verlustpunktfreien Tabellendritten kann Gisdol wieder auf den am Mittwoch gesperrten Ondrej Duda zurückgreifen. Vor allem im Spiel gegen den Ball fehlte der als falsche Neun tiefer aufgestellte Slowake seinem Team. Das veränderte die Statik, mit der die Kölner zuvor sieben Punkte aus drei Partien geholt hatten, nachteilig. So blieb dem FC am Ende nur die Freude über das Comeback von Jonas Hector und der Glaube, keinen Rückschlag erlitten zu haben, sondern nur eine Niederlage gegen einen übermächtigen Gegner. So jedenfalls ordnete Horst Heldt die Dinge ein.