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Diesen Rekord können die Bayern dem 1. FC Köln am Abend abnehmen

Nach 44 Jahren : Diesen Rekord können die Bayern dem 1. FC Köln am Abend abnehmen

Unglaublich, aber wahr: Fast 44 Jahre hielt der 1. FC Köln einen beeindruckenden Bundesliga-Rekord. Am Abend können die Bayern den Rekord brechen.

Es ist die Vergangenheit, die einen einholt und dabei häufig negative Dinge ans Licht bringt. Im Fall des 1. FC Köln bringt die Vergangenheit nun jedoch positive Erinnerungen zu Tage – und der Grund dafür ist der FC Bayern. Im Kalenderjahr 2021 kommen die Münchener bislang auf 100 Bundesliga-Treffer. Damit verbesserte der Rekordmeister nicht nur seinen Vereinsrekord von 1972 (99) – denn der aktuelle Tabellenführer der Fußball-Bundesliga wird zeitnah auch einen Rekord der Geißböcke brechen.  

Dabei galt dieser lange Zeit als unüberwindbar. 101 Tore schoss der FC im Kalenderjahr 1977 und stellte damit die Bestmarke für die meisten Bundesligatore innerhalb von zwölf Monaten auf. Angesichts von sechs noch ausstehenden Partien im Jahr 2021 werden die Bayern diesen Rekord nun wohl pulverisieren. Doch dieser Rekordbruch ist nicht weniger als eine Reminiszenz an gute Zeiten in rot-weiß.

Denn das Jahr 1977 gehört zu den markanten Jahren der Kölner Vereinsgeschichte. Das kleine Stadion neben dem Geißbockheim erhielt den Namen des 1967 verstorbenen Vereins-Präsidenten Franz Kremer. Rückkehrer Hennes Weisweiler ging in seine dritte Saison als Trainer des FC. Der Verein gewann zum zweiten Mal den DFB-Pokal, dessen Sieger erstmals in einem Wiederholungsspiel ausgespielt wurde – Dieter Müller schoss das entscheidende Tor zum 1:0 gegen Hertha BSC.

Dieter Müller der Stürmer des Jahrhunderts

Müller war es auch, der bereits zu Beginn der Saison 1977/78 für einen Rekord sorgte. Am 17. August 1977 erzielte der Stürmer im dritten Saisonspiel gegen Werder Bremen (7:2) sechs Tore. Damit ist Müller bis heute der einzige Spieler der Bundesliga-Geschichte, der dies schaffte. Müller gehörte zu den besten Stürmern der Liga. Von den Fans der Geißböcke wurde er später zum Stürmer des Jahrhunderts gewählt. Der Torjäger erzielte in 248 Pflichtspielen 159 Tore für den FC. „Ich habe inklusive der Freundschaftsspiele knapp 400 Begegnungen für den FC bestritten. Dabei habe ich ungefähr 390 Mal getroffen - eine brutale Quote“, meinte Müller einmal.

Bereits in der Saison vor seinem Sechserpack gegen Bremen, der Spielzeit 1976/77, schoss sich Müller mit 34 Toren zum Torschützenkönig. Der heute 67-Jährige half dabei, dass Köln in seiner 34-Tore-Saison nach dem Jahreswechsel einen Start nach Maß hinlegte. Bis zum Saisonende erzielten die Kölner noch 49 Tore. Das Team um Johannes Löhr, Herbert Zimmermann und Harald Konopka spielte sich zeitweise in einen Rausch. Vereine wie Tennis Borussia Berlin (8:4), die Bayern (3:0) und Bochum (6:1) kassierten herbe Niederlagen. Dennoch ging die Meisterschaft 1976/77 an den Rivalen Borussia Mönchengladbach.   

101 Tore in einem Jahr

In der Folgesaison produzierten die Kölner weiter Tore wie am Fließband. So erzielte der FC bereits vor dem Jahreswechsel 52 Tore und stellte damit den bis heute gültigen Torrekord von 101 Toren in einem Kalenderjahr auf. Dieter Müller holte sich in dieser Saison erneut die Torjägerkanone (24 Treffer), der FC holte sich das Double aus Meisterschaft und Pokal. „Gebt mir zwei Jahre, um Meister zu werden", sagte Weisweiler damals bei seiner Ankunft in der Domstadt. Damit behielt er recht und stellte mit seinem Team nebenbei noch einen Rekord auf, der für die Ewigkeit bestimmt war.

 Sollte Bayern München an diesem Freitag mindestens zwei Tore gegen den FC Augsburg erzielen, wäre dieser Rekord jedoch endgültig Geschichte.