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1. FC Köln: Rückkehr von Jannes Horn bietet dem FC neue Optionen

Linksverteidiger wieder fit : Rückkehr von Jannes Horn bietet dem 1. FC Köln neue Optionen

Jannes Horn hat wegen einer Hüftverletzung in dieser Saison noch kein Spiel für den 1. FC Köln bestritten. Nun ist der Linksverteidiger wieder fit und könnte Jonas Hectors Einsatz im defensiven Mittelfeld ermöglichen.

Beim Hütchenspiel liegen Gegenstände offen auf einem Tisch – bis Hütchen sie verdecken und die Gegenstände verschwinden. Die Hütchen werden verschoben und tauschen ihre Plätze. Eine Aktion leitet die nächste ein. Das geht so lange, bis niemand mehr weiß, was unter welchem Hütchen liegt.

Im Falle des 1. FC Köln war dies bisher immer klar. Trainer Steffen Baumgart legte bislang nicht viel Wert auf Versteckspiele und ordnete seine Mannschaft in allen Spielen der Saison im gleichen System an. Auch die Personalien hinter den Positionen lagen bisher offen. Doch Baumgart hat nun ein neues Hütchen in die Hand gedrückt bekommen. Dieses könnte etwas Bewegung in das träge Kölner Hütchenspiel bringen: Es ist Jannes Horn, der am Mittwochmittag über den Trainingsplatz am Geißbockheim lief. „Mit den Jungs wieder auf dem Platz zu stehen, ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte der wiedergenesene Abwehrspieler nach der Einheit.

Der 24-Jährige ist wegen einer Hüftverletzung in der bisherigen Saison noch nicht zum Einsatz gekommen. Die letzte Pflichtspielpartie absolvierte Horn am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison. Nach und nach soll der Abwehrspieler nun wieder ins Training integriert werden. „Dann wird man sehen, wie schnell es für einen Kaderplatz reicht“, sagte Horn. „Für mich ist ganz klar, dass ich spielen will, meine Minuten sammeln will.“

Salih Özcan konnte Lücke auf der Sechs bislang nicht ausfüllen

Klar ist auch, dass die Rückkehr des Linksfußes einige Optionen eröffnet. Die Position des Linksverteidigers konnte bislang nur Kapitän Jonas Hector zufriedenstellend besetzen. Die Rückkehr Horns als zweiter Linksverteidiger lässt nun Gedankenspiele zu, dass Hector in Zukunft auch im defensiven Mittelfeld aufläuft. Der lange Ausfall von Ellyes Skhiri, der weiterhin nur individuell trainieren kann, könnte dies beschleunigen.

Denn auch Skhiri-Ersatz Salih Özcan scheint die Lücke auf der Sechs bislang nicht ausfüllen zu können. Als Alternative kommt ebenso Dejan Ljubicic in Betracht, der beim 1:1-Unentschieden gegen den SC Freiburg bereits auf der Sechs zum Einsatz gekommen war. Doch wird in den nächsten Wochen auch die Variabilität des Kölner Spiels gefragt sein.

Die 0:5-Klatsche gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Wochenende zeigte die Kölner Probleme im Spiel gegen spielstarke Mannschaften auf. Sollte Baumgart in Zukunft an eine Systemumstellung mit zwei defensiven Mittelfeldspielern denken, kommt Hector zweifelsfrei als zweiter Sechser in Betracht – zumindest, sobald Rückkehrer Horn den nächsten Schritt gemacht hat.

Im Trainingsspiel wechseln sich Horn und Hector ab

Dass ein Einsatz Hectors auf der Sechs einkalkuliert wird, zeigte das Training am Mittwochmittag. Der 43-malige Nationalspieler kam im abschließenden Spiel im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Dabei wechselte der Routinier immer wieder mit Rückkehrer Horn zwischen dem Zentrum und der Linksverteidigung.

„Ein Sechser- oder Zehner-Typ bin ich eher nicht“, meinte Jannes Horn nach seinem Trainings-Ausflug ins Zentrum lachend. „Ich war dann kurz hinten links und habe gesagt: ‚Jonas, geh du mal lieber in die Mitte‘.“ Ein Spruch, der möglicherweise schon bald aus dem Mund von Trainer Baumgart kommen wird. Ein Hütchenspiel bliebe dann nicht aus.