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1. FC Köln: Sargis Adamyan wechselt zum 1. FC Köln

Weiterer Neuzugang : FC verpflichtet Sargis Adamyan

Der 1. FC Köln hat einen weiteren Neuzugang nun auch offiziell vermeldet. Sargis Adamyan wechselt wie erwartet an den Rhein. Am Dienstagvormittag ist Adamyan in Donaueschingen eingetroffen. Der Stürmer hat einen Vertrag bis 2026 unterschrieben.

Der 5. Oktober 2019 wird Sargis Adamyan wohl immer in Erinnerung bleiben. Dem Armenier gelang an jenem Tag vor vier Jahren ein besonderes Kunststück. Adamyan traf doppelt gegen den FC Bayern und verhalf der TSG Hoffenheim zum überraschenden 2:1-Erfolg über den Rekordmeister. „Das Spiel war für mich ein super Erlebnis“, sagte der Angreifer später. Es sei wahrscheinlich das Spiel seines Lebens gewesen. In Zukunft wird der 29-Jährige für den 1. FC Köln auf Torejagd gehen. Adamyan ist am Dienstagvormittag in Donaueschingen eingetroffen, hat den Medizincheck absolviert und am Dienstagmittag einen Vertrag bis 2026 unterschrieben.

Ein erstaunlich langer Vertrag für einen 29-Jährigen. “Wir sind sehr glücklich, dass Sargis Adamyan zukünftig das FC-Trikot tragen wird. Sargis ist nicht nur ein Top-Spieler, der das Leistungsniveau unserer Mannschaft verbessern kann, sondern auch ein Top-Charakter mit großer Bodenständigkeit, Loyalität und Integrität. Sportlich zeichnen ihn Geschwindigkeit, Tiefgang, offensives 1:1-Verhalten, Abschlussstärke und eine aggressive, sprintintensive Arbeit gegen den Ball aus“, sagte Sportchef Christian Keller.Da er zudem prinzipiell jede offensive Position bekleiden kann, verschafft er uns zusätzliche Positionsflexibilität.“

Adamyan ist in der Offensive variabel einsetzbar, spielte bei der TSG Hoffenheim im Sturm, aber auch auf der linken Außenbahn, passt also in das Anforderungsprofil des gesuchten letzten Spielers. Nach diversen Verletzungsproblemen sowie einer Corona-Infektion spielte er bei der TSG unter Sebastian Hoeneß keine große Rolle mehr und wurde im Januar dieses Jahres an den FC Brügge ausgeliehen. Dort erzielte er in 15 Spielen sechs Tore und hatte damit seinen Anteil am Gewinn der belgischen Meisterschaft. Der Armenier gilt als schneller Angreifer, der das aggressive Spiel von FC-Trainer Steffen Baumgart vorantreiben soll.

Christian Keller holte Adamyan nach Regensburg

Mit 29 Jahren ist Adamyan der älteste Akteur, den der FC in der Sommertransferphase verpflichtet hat. Auf den ersten Blick ist der Angreifer ein Spätstarter. Zwar gewann der Armenier schon in jungen Jahren diverse nationale Titel. Allerdings im Tischtennis. Erst mit zwölf Jahren spielte Adamyan beim 1. FC Neubrandenburg im Verein Fußball. Aber: „Ich habe jeden Tag auf der Straße Fußball gespielt, seit ich etwa fünf Jahre alt war“, sagte die Kölner Neuverpflichtung mal in einem Interview bei dfb.de. Und betonte, er wollte immer nur eins: „Fußball spielen!“ Sein Talent ist unumstritten. Adamyan wird von Hansa Rostock gescoutet, spielt dort in der Jugend und feiert 2013 sein Debüt im Profiteam. Aus dieser Zeit ist er auch Steffen Baumgart bekannt, der von 2012 bis 2013 als Co-Trainer bei Hansa fungierte. „Ein entscheidender Grund für meinen Wechsel zum FC war, dass ich Steffen Baumgart und Christian Keller schon vorher kannte. Als Steffen bei Hansa Rostock Co-Trainer war, habe ich unter ihm trainiert. Christian kenne ich aus vielen gemeinsamen Jahren in Regensburg. Außerdem wollten meine Familie und ich gerne zurück nach Deutschland“, sagt Adamyan.

In Rostock gerät damals die Karriere nach acht Einsätzen allerdings ins Stocken. Adamyan wird in die zweite Mannschaft zurückversetzt. Es folgten Stationen in Neustrelitz und Steinbach in der Regionalliga. „Ich wollte einfach nur spielen. Daher war der Schritt in die Regionalliga der richtige“, sagte Adamyan einst. Ein gewisser Christian Keller verhilft dem Stürmer dann doch noch zur Profifußball-Karriere. Der heutige Kölner Sportchef holt den Armenier 2017 ablösefrei zu seinem damaligen Club, Jahn Regensburg. Der Angreifer, damals schon 24 Jahre alt, wird Stammspieler, erzielt in 66 Spielen für den Jahn 20 Tore und weckte damit das Interesse einiger Bundesligisten. 2019 folgt der Schritt zur TSG Hoffenheim. Bereits seine dritte Begegnung für die Sinsheimer wird zu seinem Spiel des Lebens: der Doppelpack gegen den FC Bayern. Insgesamt werden es in 46 Spielen acht Treffer. Im Januar dieses Jahres folgt der Wechsel nach Brügge mit dem Gewinn der Meisterschaft. Der belgische Erstligist zieht seine Kaufoption nicht. Dafür schlägt der FC nun zu. Dem Vernehmen nach soll die Ablösesumme bei rund einer Millionen Euro liegen. „In der Vergangenheit habe ich bereits erlebt, was für eine überragende Stimmung im Stadion herrscht. Ich freue mich extrem auf die Stadt und die Fans. Jetzt ist es wichtig, schnellstmöglich fit zu werden und zusammen mit meinen Teamkollegen für die Ziele des Vereins zu arbeiten“, sagt der 29-Jährige.

Der FC dürfte damit seine letzte Baustelle geschlossen haben. Sollte es also nicht zu einem überraschenden Abgang kommen, wird es wohl eher keine Neuzugänge mehr geben. Allerdings muss Köln noch einige Spieler von der Gehaltsliste streichen. Der FC bleibt auf dem Transfermarkt also weiter aktiv – bei den Abgängen.