4:0-Erfolg gegen Zweitligisten 1. FC Köln lässt Paderborn im Testspiel keine Chance

Köln · Der 1. FC Köln hat das Testspiel gegen den Zweitligisten SC Paderborn klar für sich entschieden. Gegen das Ex-Team von FC-Coach Steffen Baumgart kam die Mannschaft zu einem 4:0-Sieg.

 Florian Kainz traf in der Schlussphase zum 4:0-Endstand.

Florian Kainz traf in der Schlussphase zum 4:0-Endstand.

Foto: picture alliance/dpa/Reuters-Pool/Thilo Schmuelgen

Wenn die Nationalmannschaften aller Herren Länder ihre große Bühne haben, nutzen die Profi-Clubs dies gerne, um ihre Mannschaften bei kleineren Auftritten in Schwung zu halten. Dann kommen auch Spieler zum Einsatz, die lange verletzt waren. Oder solche, die in der Liga etwas außen vor sind. Zu einem solchen Testspiel lud der 1. FC Köln, und der SC Paderborn stellte sich am Mittwoch im Franz-Kremer-Stadion vor.

Die Gäste blieben nahezu chancenlos. Denn der FC sah die Partie nicht als erweiterte Trainingseinheit an, sondern als ernsthafte Herausforderung in der Länderspielpause. So waren die Treffer von Kevin Schindler (22.), Anthony Modeste (34.), Philipp Wydra (67.) und Florian Kainz (84.) Ausdruck eines hochüberlegenen Vortrags der Kölner beim 4:0 (2:0)-Sieg.

Die Mannschaft von Steffen Baumgart setzte gleich die gewohnten Maßgaben des Trainers um: aggressives, frühes Pressing, aktives, mutiges Spiel, wenige Ballkontakte. Die Gäste staunten nicht schlecht und hatten viel Laufarbeit zu verrichten, um die im 3-4-1-2-System sehr offensiv ausgerichteten Kölner einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Das misslang gleich zu Beginn, als Salih Özcan eine genaue Flanke schlug. Torgarant Anthony Modeste, zuletzt der Doppelpacker vom Dienst, wäre fast wieder gleich als Torschütze in Erscheinung getreten (2.). Ein lautes „Guuut“ von Baumgart war nicht zu überhören. Und der frühere Paderborner Trainer hatte nicht selten Gelegenheit, sein Lob auszuschütten über seine Spieler.

Marvin Schwäbe erhält Bewährungschance im Tor

Bei den Kölnern kam in Abwesenheit etlicher Nationalspieler – unter anderem weilten die Österreicher Dejan Ljubicic und Louis Schaub bei ihren Auswahlteams – der lange verletzte Jannes Horn von Beginn an zum Einsatz. Marvin Schwäbe erhielt den Vorzug vor Liga-Stammtorhüter Timo Horn. Alle hielten das Tempo hoch. Über die körperlich robusten Kingsleys, Ehizibue und Schindler, wählten die Kölner häufig die rechte Bahn, um zum Ziel zu gelangen.

So war es der offensiver ausgerichtete Schindler aus diesem Duo, der eine genaue Flanke schlug. Mark Uths Direktabnahme war zwar schön anzuschauen, erfolgreich war sie nicht (17.). Die rechte Seite entwickelte sich fortan zum Eldorado für Flankengeber. Vom Fuß des sehr präsenten Salih Özcan landete der Ball bei Sebastian Andersson. Doch der Kopfball des Schweden, der in der Bundesliga derzeit eher als „Joker“ Torgefahr entwickeln soll, krachte an die Latte (19.).

Der Dritte der 2. Liga hatte wenig zu bieten. Die Kölner schufen mit ihrem Baumgart’schen Zwei-Kontakt-Fußball dagegen immer wieder Räume. Und nutzten sie. Nach einer Ecke zog Schindler von der Strafraumgrenze ab, und unter gütiger Mithilfe von SCP-Keeper Moritz Schulze, der zwar die Ecke abdeckte, seine Hände aber zu lässig an den Ball brachte, schlug der Ball unten rechts ein (22.). Der FC, weiterhin im Vorwärtsgang, hätte nachlegen können. Doch Rafael Czichos' Kopfball landete am Pfosten (25.). „Gut“, rief Baumgart dennoch aufs Spielfeld. Vielleicht wollte er seinem zuletzt in der Liga stark kritisierten Abwehrchef auch nur etwas aufmuntern.

Gut aus des Trainers Sicht auch, dass seine Elf nicht nachließ. Die Angriffe liefen weiterhin nur in Richtung SCP-Tor. Dann aber kam die andere Seite mal zum Zug. Jannes Horn flankte von links, Andersson ließ den Ball durch, und Modeste schob ihn lässig und gespeist mit dem Selbstvertrauen der vergangenen Spiele per Außenrist ins Tor (34.). Das war schön anzusehen. Ebenso die nächste Aktion, diesmal wieder über die rechte Flanke: Doch Özcan war wohl zu überrascht ob all der Freiheiten im Strafraum, sein Volleyschuss nach einer Hereingabe Schindlers aus kurzer Distanz landete am Knie von Schulze. Der FC wurde seinem Ruf als erstklassige „Flanken-Schläger“ wieder einmal gerecht.

Baumgart-Elf bleibt auch in der zweiten Hälfte aggressiv

Die Ostwestfalen wagten sich kaum einmal aus der Deckung. Lediglich nach 20 Minuten waren sie gefährlich vor Schwäbes Kasten aufgetaucht. Doch der parierte die Schüsse von Julian Justvan sowie Marvin Cuni ohne große Probleme.

Wie es sich für einen standesgemäßen Test gehört, wechselte Baumgart in der Pause. Florian Kainz kam für Modeste, Luca Kilian für Czichos, Benno Schmitz ersetzte Jonas Hector. Am Bild des Spiels änderte das nichts. Die Baumgart-Elf ließ in ihrer Aggressivität nicht nach. Es änderte sich zwar nicht das Geschehen auf dem Platz, aber Baumgart nach einer Stunde seine Mannschaft. Zahlreiche Nachwuchsspieler erhielten eine Bewährungschance. Die vor allem Philipp Wydra zu nutzen wusste, der mit einem feinen Flachschuss traf (67.). Die Mannschaft und Baumgart blieben auf Betriebstemperatur. Die Wechsel führten jedoch auch dazu, dass der Spielfluss etwas litt. Paderborn fand besser in die Partie. Doch Torhüter Schwäbe musste bei einem Schuss nur einmal eingreifen. Das tat er prächtig (75.).

Ebenso gelungen war ein Spielzug, den der FC kurz vor dem Ende vortrug. Ein langer Pass des eingewechselten Justin Petermann erreichte Andersson, dessen genaue Flanke Florian Kainz grätschend über die Linie drückte (84.).

1. FC Köln: Schwäbe – Ehizibue, Meré, Czichos (46. Kilian) – Özcan (61. Petermann), Hector (46. Schmitz) – Schindler (61. Wydra), Uth (61. Schmid), J. Horn (61. Suchanek) – Andersson, Modeste (46. Kainz)

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