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1. FC Köln-Schalke 04: Jonas Hector wird zum Hoffnungsträger

Vor dem Abstiegskrimi des 1. FC Köln gegen Schalke 04 : Alle Hoffnungen liegen auf FC-Kapitän Jonas Hector

Jonas Hector blickt auf eine durchwachsene Saison beim 1. FC Köln zurück. Vor dem Abstiegskrimi gegen Schalke 04 am Samstag avanciert der FC-Kapitän vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger.

Die Gesellschaft, in der sich Jonas Hector befindet, kann sich sehen lassen. In Reichweite eines Hans Schäfer oder Stephan Engels liegt der 30-Jährige auf der Liste der Kölner Rekordspieler. Hector hat mittlerweile 272 Spiele für den 1. FC Köln absolviert, ein Lukas Podolski zum Vergleich 181, Dirk Lottner nur 174.

Seit zwölf Jahren spielt der Saarländer für den 1. FC Köln, ist mit Köln ab- und aufgestiegen, beim FC Nationalspieler geworden und hat sogar Europa-League-Luft geschnuppert. Eine Saison wie die aktuelle hat Hector so aber auch noch nicht erlebt. „Die jetzige Spielzeit ist auf jeden Fall die nervenaufreibendste“, sagt Hector im „GeißbockEcho“. „Wir hatten nur das Rückspiel gegen Bielefeld, das wir relativ souverän runtergespielt haben.“

Das sportliche Auf und Ab hängt eng mit der Spielzeit des ehemaligen Nationalspielers zusammen. Hector kommt auf gerade einmal 18 Ligaeinsätze. Nie zuvor hat der Kölner so wenig Einsatzzeit erhalten wie in dieser Saison. „Als Fußballer ist Zuschauen nie schön. Speziell auf meine Verletzung in der Hinrunde bezogen war es frustrierend, da es lange keinen Ansatzpunkt gab, wie ich das Problem in den Griff kriegen könnte“, sagt der 30-Jährige. In einem Kopfballduell hatte sich Hector bereits am zweiten Spieltag eine Nackenverletzung zugezogen, der Kölner Leader fiel nahezu drei Monate aus. Im Januar machten ihm muskuläre Probleme zu schaffen, Hector war erneut sechs Wochen zum Zuschauen verdammt. „Auf der Tribüne sitzt sowieso kein Fußballer gern.“

FC-Kapitän Jonas Hector ist optimistisch

Und der FC setzt einen Jonas Hector ungerne auf die Tribüne. Der Kapitän war selten so wichtig für die Geißböcke wie in dieser Spielzeit. Hector lebt den Einsatz, die Leidenschaft und den Willen vor, die es im Abstiegskampf benötigt. Gegen Leipzig avancierte er vom defensiven Mittelfeldspieler zum Stürmer, traf doppelt und sicherte Köln fast im Alleingang wichtige Zähler, die dem 1. FC Köln am letzten Spieltag die Chance auf den Klassenerhalt überhaupt erst ermöglichten. Umso schwerwiegender der Ausfall des Kapitäns im Schlussspurt der Liga.

Hector zog sich gegen Freiburg eine Risswunde am Bein zu und wurde gegen Hertha BSC Berlin schmerzlich vermisst. „Es ist eine ungünstige Stelle am Fuß, aber bis Samstag wird es sicher gehen“, sagt er optimistisch. Das Sorgenkind dieser Spielzeit ist zum großen Hoffnungsträger geworden. Mit Hector will der 1. FC Köln im Spiel gegen Schalke 04 (Samstag, Sky, 15.30 Uhr) den Klassenerhalt sichern. Der FC hat es nicht mehr in den eigenen Händen, ist auf die Hilfe der Konkurrenz aus Gladbach (in Bremen) und Stuttgart (gegen Bielefeld) angewiesen. Eins ist klar: Nur mit einem Sieg bietet sich überhaupt die Chance auf den Klassenerhalt. „Wir gewinnen und ergattern den 15. Platz“, sagt Hector. Falls nicht, folgt der siebte Abstieg der Vereinsgeschichte, der siebte in 23 Jahren.

 Mal Matchwinner, mal Zuschauer: Jonas Hector erlebt in dieser Spielzeit eine Achterbahn der Gefühle.
Mal Matchwinner, mal Zuschauer: Jonas Hector erlebt in dieser Spielzeit eine Achterbahn der Gefühle. Foto: dpa/Lukas Schulze

1. FC Köln: Trainer Friedhelm Funkel muss umstellen

Hector ist schon einmal mit dem 1. FC Köln in die zweite Liga gegangen. „Für mich gab es keinen Grund, den Verein zu wechseln. So lässt es sich eigentlich gut auf den Punkt bringen“, sagt der Kapitän. Ein ähnliches Szenario will er mit dem FC am Samstag noch verhindern.

Hectors Einsatz ist noch aus einem anderen Grund wichtig. Mit Ellyes Skhiri fällt die Konstante im Kölner Mittelfeld aus. Der Tunesier ist der Motor der Mannschaft, holte sich gegen Berlin aber die fünfte Gelbe Karte. Möglicherweise rückt Salih Özcan in die Startelf. Das Eigengewächs wird den Verein wohl im Sommer verlassen. Gut möglich, dass er sich noch einmal beweisen darf. Auch Ismail Jakobs fällt aufgrund einer Sperre aus. Für den Flügelspieler wird wohl Marius Wolf in die Startelf zurückkehren.

Mit einem weiteren Einsatz würde Hector einen weiteren Platz in der Rekordspieler-Liste gutmachen, würde Fritz Pott hinter sich lassen. „Ich beschäftige mich nicht mit Zahlen. Es sollen ja noch ein paar Spiele dazukommen“, sagt der 30-Jährige. Und damit meint er sicher nicht die mögliche Relegation. Gut möglich, dass Hector ein weiteres Mal mit in die zweite Liga geht. „Ich würde nicht soweit gehen, mich als Kölner zu bezeichnen, aber ich fühle mich unheimlich wohl in der Stadt“, so der Kölner Kapitän. „Sie ist meine zweite Heimat geworden und auch der FC bedeutet mir unheimlich viel.“

Sollte Hector am Samstag maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt der Geißböcke haben, wird er für die FC-Fans ohnehin auf Lebzeiten ein echter Kölner sein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Jonas Hector