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1. FC Köln siegt 2:0 gegen Bayer Leverkusen

2:0 gegen Leverkusen : 1. FC Köln holt ersten Sieg unter Trainer Gisdol

Der 1. FC Köln kann doch noch gewinnen: Am Samstag hat die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol im Derby die hoch favorisierte Werkself aus Leverkusen mit 2:0 besiegt. Dabei war die Startelf äußerst ungewohnlich.

Ausgerechnet im Derby gegen die hoch favorisierte Werkself aus Leverkusen hat sich die Mannschaft des 1. FC Köln unter die Lebenden der Bundesliga zurückgemeldet. Wie beim letzten Nachbarschaftsduell vor knapp zwei Jahren gab es einen 2:0 (0:0)-Erfolg für die Hausherren. Für Markus Gisdol war es der erste Erfolg nach seiner Verpflichtung vor vier Wochen.

„Es fühlt sich richtig gut an, Glückwünsche nach einem Spiel entgegennehmen zu können“, freute sich der FC-Trainer nach seinem ersten Sieg im vierten Spiel. Seine Mannschaft habe „bis in die letzte Zelle gezeigt, was die Situation erfordert“.

Sein Bayer-Kollege Peter Bosz gratulierte und sagte: „Ihr habt zu Recht gewonnen. Wir waren einfach zu schlecht.“ Entscheidend sei gewesen, dass die Kölner sehr aggressiv und mit viel Energie gespielt und gekämpft hätten.

Markus Gisdol überraschte damit, dass er neben den U21-Spielern Noah Katterbach, Ismail Jakobs und Sebastiaan Bornauw auch dem erst 17-jährigen Jan Thielmann vertraute. Der offensive Mittelfeldspieler durfte als Rechtsaußen sein Bundesligadebüt geben, obwohl er nur einige Trainingseinheiten mit den Profis absolviert hatte.

Zwei Mal stand er vor der Pause im Mittelpunkt. Erst misslang ihm ein Torschuss, dann passte er gut zu Anthony Modeste (43.), der ins Tor traf. Doch da Jan Thielmann im Abseits gestanden hatte, zählte der Treffer nicht.

Auf der anderen Seite hielten die Kölner in der 41. Minute den Atem an, als Kai Havertz mit Tempo in den FC-Strafraum eindrang und im Zweikampf mit Sebastiaan Bornauw zu Boden ging. Doch Schiedsrichter Manuel Gräfe sah die Szene richtig, gab keinen Elfmeter, sondern zeigte dem jungen Leverkusener die Gelbe Karte wegen einer Schwalbe.

Torlos ging es in die Pause. Die Gastgeber betrieben einen sehr hohen Aufwand, um die Leverkusener vom Strafraum und Tor fernzuhalten. Denn Bayer besaß einen Ballbesitz von 72 Prozent und eine Passquote von 89 Prozent. Um dagegen anzukommen, liefen, grätschten und kämpften die Kölner nach Kräften. „Wir haben einen hohen Aufwand betrieben. Das war ein sehr intensives Spiel. Mit dieser Intensität müssen wir am Mittwoch auch in Frankfurt spielen“, sagte Rafael Czichos.

Weniger zurückhaltend als zuvor begannen die Gäste nach dem Wiederanpfiff. Nadiem Amiri (48.) und Kai Havertz (52.) prüften Timo Horn, der zwei Mal per Faust klärte.

Köln aber kämpfte sich zurück. Auch dank der eingewechselten Jhon Cordoba und Marcel Risse. Als der Außenstürmer den Torjäger steil schickte, foulte Aleksandar Dragovic den Kölner Mittelstürmer und sah die Gelb-Rote Karte (62.).

Das gab den Hausherren weiteres Oberwasser. Sie beschäftigten die Bayer-Defensive nun intensiver. Rafael Czichos köpfte nach einer Risse-Ecke (68.) aus drei Metern über das Tor. Besser machte es Jhon Cordoba. Einen zentral gespielten Pass von Marcel Risse verlängerte Jonas Hector in den Lauf des Stürmers, der sicher verwandelte. FC-Sportchef Horst Heldt sprintete gleich zum Torschützen und feierte mit ihm. Dann aber dauerte es zwei Minuten, bis der Treffer anerkannt wurde. Zwei vermeintliche Abseitsstellungen mussten geklärt werden.

Anschließend gingen mit dem eingewechselten Leon Bailey die Nerven durch. Nach einem Foul von Kingsley Ehizibue an ihm revanchierte der sich mit einem Schlag ins Gesicht. Der Leverkusener sah zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen Rot.

Für die Entscheidung sorgte schließlich der beste Spieler der Begegnung: Sebastiaan Bornauw. Nach einem Eckball von Marcel Risse verlängerte der Innenverteidiger die Hereingabe per Kopf ins Tor (84.). Wenig später musste Risse verletzt aus dem Spiel.

Köln: Horn; Ehizibue, Bornauw, Czichos, Katterbach; Skhiri, Hector; Drexler, Thielmann (56. Risse/87. Schaub), Jakobs; Modeste (56. Cordoba).

Leverkusen: Hradecky; L. Bender, Dragovic, S. Bender, Wendell; Baumgartlinger, Amiri (54. Bailey); Aranguiz, Havertz, Diaby (82. Bellarabi); Volland (66. Retsos).

SR: Gräfe (Berlin). – Tore: 1:0 (73.), 2:0 Bornauw (84.). – Zuschauer: 49.500. – Rote Karte: Bailey (77., Tätlichkeit). - Gelb-Rote Karte: Dragovic (62., wiederholtes Foulspiel). – Gelbe Karten: Thielmann, Ehizibue – Havertz.