1. Sport
  2. 1. FC Köln

1. FC Köln: So feierten die FC-Spieler

Trotz 1:2 in Stuttgart : So feierten die Kölner Spieler nach dem Saisonfinale

Zwar kassierte der 1. FC Köln zum Saisonabschluss noch eine 1:2-Pleite, dennoch hatten Spieler und Trainer Grund zu feiern. Und taten das auch.

Das obligatorische Auslaufen fiel nach der 1:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart am 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga für die Spieler des 1. FC Köln ein wenig anders aus. In erster Linie fand es spät statt, sehr spät. Es war bereits weit nach Mitternacht als vereinzelte Kölner Profis mit nacktem Oberkörper durchs leere Kölner Stadion liefen – warum auch immer. Größer hätte der Kontrast jedenfalls nicht sein können. Denn knapp sieben Stunden zuvor war der Rasen überfüllt. Menschenmassen. Platzsturm. Allerdings in Stuttgart.

Die Kölner Spieler befanden sich zu der Zeit tief in den Katakomben der Stuttgarter Arena. Nicht aus Enttäuschung, dass Anthony Modestes zwischenzeitlicher Ausgleich nicht die Wende gebracht oder die Pleite verhindert hatte. Auch nicht, weil der FC auf der Zielgeraden den erhofften Europa-League-Startplatz noch aus der Hand gegeben hat. Viel mehr wären Kölner Profis in diesem Moment Fehl am Platz gewesen. Gefühlt feierte ganz Stuttgart auf dem nicht mehr erkennbaren Rasen den direkten Klassenerhalt des VfB, den Wataru Endo mit seinem Tor in der Nachspielzeit erst möglich gemacht hatte. Zuvor hatte Sasa Kalajdzic Stuttgart bereits in Führung gebracht.

Die Kölner Spieler feierten ebenfalls, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Über die sozialen Medien drangen die Feierlichkeiten in die Breite. Salih Özcan und Luca Kilian sprangen in voller Montur ins Entmüdungsbecken, Timo Horn gönnte sich einen Schluck aus einem überdimensionalen Kölsch-Glas, und Jonas Hector paffte genüsslich eine Zigarre. Zudem soll es Pizza gegeben haben. Auch Trainer Steffen Baumgart wurde nicht von den Feierlichkeiten verschont. „Ich bin aus der Pressekonferenz gekommen, da war ich noch trocken. Dann wollte ich pinkeln gehen und jetzt bin ich komplett nass“, sagte der Coach, der von seinen Trainerkollegen in das Entmüdungsbecken geworfen wurde. „Ich versuche jetzt erstmal trockene Klamotten zu kriegen und dann gucken wir, was im Bus abgeht.“

Dass der FC auf der Rückfahrt aus Stuttgart Grund zum Feiern hatte, hatte mehr mit den ersten 32 Spieltagen der Saison zu tun, nicht mit den finalen beiden. Denn mit dem 4:1-Erfolg über Augsburg vor zwei Wochen hatte der FC die Playoffs der Conference League perfekt gemacht, die Europa League aber auf der Zielgeraden verspielt. „Mich ärgern die Ergebnisse der vergangenen beiden Spiele“, sagte der Trainer. „Ich bleibe aber dabei, dass die Leistung in beiden gestimmt hat.“

FC in der zweiten Halbzeit besser

Gegen den VfB stimmte die Leistung allerdings nur im zweiten Durchgang. Zumindest von einem Großteil der Mannschaft. Stuttgart war von Beginn an die bessere Mannschaft, lief den FC extrem hoch, aber vor allem extrem aggressiv an. Köln fand kaum ein Mittel, um für Entlastung zu sorgen. Der Rückstand war nur eine Frage der Zeit. Auch wenn das 0:1 unnötig war. Kilian wusste sich gegen Tiago Tomas nur noch mit einem Foul zu helfen. Den fälligen Strafstoß parierte der überragende Marvin Schwäbe zum Eckball, aus dem dann wiederum die Stuttgarter Führung entsprang. Kalajdzic sprang am höchsten. „Normalerweise zieht dich ein gehaltener Elfmeter hoch, wir bekommen zehn Sekunden danach das 0:1, und es zieht uns offensichtlich runter“, gab Mark Uth zu.

Denn auch weiterhin spielte nur der VfB in der Hoffnung, den direkten Klassenerhalt doch noch zu realisieren. „Wenn wir den Marvin heute nicht hinten drin gehabt hätten“, sagte Uth weiter. „Der hat ein überragendes Spiel gemacht.“ Tatsächlich war es einzig Marvin Schwäbe zu verdanken, dass der FC noch an den Traum von der Europa League glauben durfte. Mal hielt der Keeper im Eins-gegen-eins, mal aus der Distanz, mal mit einem beeindruckenden Reflex aus der Kürze. „Wir haben zu viele Sachen gemacht, die wir besser machen müssen. Ich bin froh, dass die Jungs dann in der zweiten Halbzeit das Gesicht gezeigt haben, das sie über weite Strecken der Saison gezeigt haben“, sagte Baumgart.

Der FC kam entschlossener aus der Kabine, übernahm die Spielkontrolle, blieb aber weiter meist ungefährlich. Im Gegensatz zum VfB, der Schwäbe bei Kontern immer wieder forderte. Erst ein dicker Patzer von Florian Müller brachte Köln zurück ins Spiel. Florian Kainz flankte, Müller griff nicht richtig zu, Anthony Modeste war zur Stelle. 1:1. Der Franzose ließ mit seinem 20. Saisontreffer die Hoffnung der Kölner Fans noch einmal aufleben. Erst recht, als das zwischenzeitliche 2:2 der Bochumer bei Union Berlin die Runde machte. Bei diesem Ergebnis benötigte der FC nur noch ein Tor, um doch noch die zweite Liga des internationalen Wettbewerbs zu erreichen. Baumgart brachte weitere Offensivkräfte, löste die Viererkette auf, gefährlich wurde der FC aber nicht mehr. „Nach dem 1:1 waren wir auch nahe am 2:1. Am Ende fällt die Waage aber in Stuttgarts Richtung“, sagte Baumgart.

Pyro-Empfang am Geißbockheim

Die Enttäuschung über die Niederlage hielt sich bei allen Kölner Protagonisten in Grenzen. Zu groß war die Freude über das Geleistete der gesamten Spielzeit. „Wir haben eine hervorragende Saison gespielt. Wir dürfen nächste Saison in der Conference League spielen. Da können wir sehr stolz drauf sein“, sagte Uth. „Gerade nach der letzten Saison war es wichtig, diesen Fußball von Steffen umzusetzen. Wir sind sehr dankbar dafür, dass er und sein Trainerteam so hart mit uns daran gearbeitet haben. Jetzt können wir die Lorbeeren einsammeln.“

Die ersten gab es zu später Stunde am Geißbockheim. Mehrere Hundert Fans empfingen ihre Europa-Helden, bevor diese dann den Weg ins Kölner Stadion zum Auslaufen antraten – vermutlich nicht aus therapeutischen Gründen.