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1. FC Köln: So hat sich der Kaderwert der Kölner Profis verbessert

Thielmann noch wertvoller : So hat sich der Wert der FC-Spieler seit Saisonbeginn verändert

Mit den Abgängen von Salih Özcan und Anthony Modeste hat der FC zwei wichtige Leistungsträger verloren. Dennoch konnte der Kölner Trainer Steffen Baumgart den Kaderwert seines Teams einmal mehr steigern.

Die Abgänge von Salih Özcan und Anthony Modeste muss der 1. FC Köln rund um Trainer Steffen Baumgart mit der Breite des Kaders kompensieren. Der nötige Sparkurs des Clubs ließ die Verpflichtung von Topspielern nicht zu. Noch dazu bedeutete die erreichte Qualifikation für die Conference League mehr Spiele als in der vorherigen Saison. Nach sieben bestrittenen Bundesligapartien und vier internationalen Duellen scheint es beim FC auf Platz neun der Bundesliga und Platz eins der Conference-League-Gruppe auch ohne die Stars der vergangenen Saison zu gehen. So rückt Baumgarts oberstes Ziel, seine Spieler entwickeln zu wollen, wieder besonders in den Fokus. Und das bestätigt sich auch an Zahlen. Denn der Wert des Kaders ist gestiegen.

1. FC Köln: Kaderwert steigt um rund fünf Prozent

In der vergangenen Saison sorgte Baumgart als neuer Trainer beim FC nicht nur für herausragende Mannschaftsleistungen, die letztendlich Platz sieben der Bundesliga und den Einzug in die Conference League bedeuteten. Der 50-Jährige trug mit seinem Team dazu bei, dass neben Özcan und Modeste Profis wie Timo Hübers, Dejan Ljubicic, Jan Thielmann, Luca Kilian und Marvin Schwäbe den Wert des Kaders in der Saison laut des Online-Portals transfermarkt.de um rund 16 Millionen Euro ansteigen ließen. Mit 94,08 Millionen Euro belegten die Kölner damit nach Saisonabschluss im Juni den 12. Platz der Liga. Anschließend sorgten die Wechsel von Özcan und Modeste eine zwischenzeitliche Wertminderung von 13 für Özcan und drei Millionen Euro für Modeste. Mit Louis Schaub, Jannes Horn und Kingsley Ehizibue verließen zusätzlich Spieler mit einem Marktwert von insgesamt knapp fünf Millionen Euro den Verein.

Neben seinen bisherigen Spielern möchte Steffen Baumgart in der angelaufenen Saison nun acht Neuzugänge, darunter Stürmer Florian Dietz aus der zweiten Mannschaft, beim FC weiterentwickeln. Und dies ist ihm seit dem Vollzug aller Zu- und Abgänge auch gelungen. Lag der Wert des Kaders Ende August noch bei 85,68 Millionen Euro, so liegt er nun bei 90,18 Millionen. Dies entspricht einer Steigerung von 5,3 Prozent. Im Ligavergleich landen die Kölner damit auf Platz 15 vor Weder Bremen (62,2 Mio.), Schalke 04 (54,7 Mio.) und dem VfL Bochum (45,4 Mio.). Ligaweit machten die Schalker mit minus 23 Prozent die höchsten Verluste. Mit knapp 15 Prozent konnte dagegen Union Berlin die höchste Steigerung erzielen (104,30 Mio.) und die Kölner somit saisonübergreifend überholen. Trotz derzeitiger Durststrecke konnte auch der FC-Bayern München auf Platz eins (878,7 Mio.) eine Wertsteigerung von knapp vier Prozent erzielen. Dahinter folgen RB Leipzig (484,48 Mio.) und Borussia Dortmund (483,00 Mio.). Trotz des aktuell zweiten Tabellenplatzes verlor der BVB 5,8 Prozent an Kaderwert.

FC-Keeper: Marvin Schwäbe sorgt für Gesprächsstoff

Mit Blick auf die FC-Personalien sorgten vor allem die Offensivspieler Jan Thielmann, Dejan Ljubicic, Steffen Tigges und Florian Kainz für die aktuelle Wertsteigerung. Im Vergleich zum Ende der vergangenen Saison ist der 20-jährige Thielmann nun 9 Mio. Euro wert (+ 1,5 Mio.). Ljubicic und Tigges konnten ihre Werte jeweils um eine Million auf 8,5 und 2,5 Mio. Euro steigern. Der Wert des 29-jährigen Kainz stieg von 3,5 auf 4,5 Millionen Euro. Gesunken sind dagegen die Zahlen der Neuzugänge Sargis Adamyan (von 3,5 auf 2,5 Millionen), Eric Martel (von 3 auf 2) und Nikola Soldo (von 1,8 auf 1,2). Dies dürfte unter anderem auch an der bisher geringen Spielzeit liegen.

Bei den berechneten Marktwerten gibt es aber auch Diskussionsbedarf. Die Transfermarkt-Marktwerte entstehen laut des Online-Portals „unter Berücksichtigung verschiedener Preisfindungsmodelle“ sowie „der Transfermarkt-Community“. Die Gesprächsforen forderten zuletzt vor allem bei Torhüter Marvin Schwäbe einen höheren Marktwert als den unveränderten von vier Millionen Euro. Die vorgeschlagenen Werte liegen zwischen fünf und siebeneinhalb Millionen Euro. Andere halten die Marktwert-Senkung von Martel oder die ausbleibende Steigerung von Kingsley Schindler (aktuell: 800 000 Euro) für ungerecht.

Auch wenn der Kaderwert des FC zuletzt wieder gestiegen ist und der Verein im Hinblick auf das Saisonziel der 40-Punkte-Marke vollkommen im Soll liegt, sind die Kölner nach sieben Spieltagen noch rund vier Millionen Euro von ihrem Höchstwert der vergangenen Saison entfernt. Das muss laut dem Leiter der Lizenzspielerabteilung Thomas Kessler aber nichts heißen. „Marktwert ist immer relativ. Es gibt immer irgendwelche Menschen an einem Schreibtisch, die Spieler bewerten. Für uns geht es um die sportliche Bewertung. In der Bundesliga landen Mannschaften mit einem hohen Kaderwert auch nicht immer oben“, sagte der 36-Jährige Anfang September. Mit Blick auf den Verlauf der vergangenen Saison gibt es aber sowohl sportlich als auch zahlentechnisch noch ein Steigerungspotenzial.

Die einzelnen Marktwerte der Spieler gibt es in der Bildergalerie