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1. FC Köln spielt 1:1 gegen Werder Bremen - Verschenkter Sieg

Verschenkter Sieg : FC mit unnötigem 1:1 gegen Werder Bremen

Trotz deutlicher Überlegenheit hat der 1. FC Köln einen wichtigen Sieg in der Bundesliga verpasst. Der FC kam gegen Werder Bremen nicht über ein 1:1 hinaus.

Mehr Spielanteile, mehr Standardsituationen, mehr Chancen – unterm Strich aber nur ein Punkt und ein unnötiges 1:1 im Heimspiel gegen Werder Bremen. „Ich denke, dass im Abstiegskampf jeder Punkt wichtig ist“, sagte Winter-Neuzugang Max Meyer, der sein Startelf-Debüt gab. „Natürlich wären drei Punkte möglich gewesen.“

Noch vor wenigen Wochen war FC-Trainer Markus Gisdol dafür kritisiert worden, sich auch gegen Mannschaften auf Augenhöhe mit einem Remis zufrieden geben zu wollen, diesen Vorwurf hat der Kölner Coach widerlegt. Zumindest in der taktischen Vorgabe. Der 1. FC Köln war gegen Werder Bremen die Spiel bestimmende, aktivere Mannschaft, belohnte sich aber nicht, weil den Kölnern nach wie vor der klassische Stürmer fehlt. So war es ausgerechnet der eingewechselte Jonas Hector (82.), der die Bremer Führung durch Josh Sargent (66.) ausglich.

Nach der Kritik an der taktischen Ausrichtung gegen vermeintliche Mannschaften auf Augenhöhe reagierte Gisdol und nahm neben der taktischen auch vier Veränderungen zur Vorwoche in der Startelf vor. Eine notgedrungen – Jannes Horn begann für den gesperrten Rafael Czichos in der Innenverteidigung. Und auch die Änderung im Angriff kam nicht überraschend. Für den zuletzt schwach spielenden Emmanuel Dennis rotierte Jan Thielmann zurück in die Startelf. Doch Gisdol stellte auch auf Viererkette um. Davon profitierte Noah Katterbach, der für Sava Cestic in die Startelf rückte. Meyer rückte für Salih Özcan in die Startelf. „Ich habe mich riesig gefreut, dass ich von Beginn an spielen dürfte“, so Meyer.

Und die taktische Vorgabe ging in der Anfangsphase auf. Der FC spielte von Beginn an mutig nach vorne und kam früh zu der ersten Chance. Nach einer Ecke von Elvis Rexhbecaj kam Thielmann am langen Pfosten zum Abschluss, verzog aber knapp. Auf der anderen Seite sorgte Niclas Füllkrug zunächst per Kopf, schließlich mit einem Flachschuss für Gefahr. Der FC war dennoch die bessere Mannschaft. Vor allem Ondrej Duda und Meyer trieben das Spiel an, ohne jedoch zwingende Chancen herauszuspielen.

Auch, weil dem FC nach wie vor ein Strafraumstürmer fehlt. Das zeigte sich besonders deutlich in der 20. Minute, als Ellyes Skhiri nach einer Ecke aus fünf Metern zum Kopfball kam und freistehend Bremens Torhüter Jiri Pavlenka anköpfte. Ein langer Ball von Timo Horn erreichte Thielmann, der ebenfalls am Bremer Keeper scheiterte. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff versuchte es Elvis Rexhbecaj noch einmal aus 16 Metern, doch auch der Flachschuss stellte keine Gefahr dar.

Gegentor fällt aus dem Nichts

Ganz anders der erste Bremer Versuch nach dem Wechsel. Ludwig Augusstinson zog aus zwölf Metern ab, aber Timo Horn parierte in höchster Not. Werder erwachte ein wenig aus der Lethargie und konnte das Spiel offener gestalten. Dennoch fiel der Bremer Treffer wie aus dem Nichts. Nach einer Flanke von Milot Rashica stand Sargent (66.) erstaunlich frei und traf zur Bremer Führung. Gisdol reagierte und brachte mit Dominick Drexler, Jonas Hector, Dimitrios Limnios und Emmanuel Dennis gleich vier neue Kräfte.

Der FC übernahm fortan wieder die Spielkontrolle und erarbeitete sich nun auch Möglichkeiten. Marius Wolf kam aus 14 Metern zum Abschluss, der Ball wurde aber noch entscheidend abgefälscht. Nur wenige Minuten später machte es Jonas Hector (82) besser. Nach einer Flanke wurde Pavlenka von Dennis entscheidend gestört, den abtropfenden Ball verwertete der Kölner Kapitän zum Ausgleich. Der Einsatz von Dennis stieß auf geteiltes Echo. Während Bremens Trainer Florian Kohfeldt einen Regelverstoß monierte, sagte FC-Torschütze Hector: „Für mich war es kein Foul“.

Köln warf noch einmal alles nach vorne, eine weitere Chance sprang aber nicht mehr heraus. „Im Endeffekt müssen wir dem Punkt leben“, sagte Hector. „Die erste Halbzeit hat gezeigt, dass wir mit dem Ball etwas anfangen können. Darauf müssen wir jetzt aufbauen.“

Die nächste Chance hat der FC am kommenden Samstag. Dann ist Köln zu Gast in der Alten Försterei bei Union Berlin.