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1. FC Köln: Steffen Baumgart macht den FC unberechenbar

Überraschende Gewohnheit : So macht Trainer Steffen Baumgart den 1. FC Köln unberechenbar

Wie gegen den FC Schalke 04 setzte FC-Trainer Steffen Baumgart auch gegen RB Leipzig auf Florian Dietz als Ersatz für Anthony Modeste - und sorgte damit für ein belebendes Element.

Sargis Adamyan galt als heißer Kandidat, auch über Tim Lemperle wurde spekuliert – vor dem Auswärtsspiel gegen RB Leipzig wurden einige Namen als Modeste-Ersatz im Angriff des 1. FC Köln diskutiert. Immerhin musste der FC den Verlust seiner Lebensversicherung kompensieren. Eigentlich ein Luxusproblem: FC-Trainer Steffen Baumgart hat nämlich schon mehrfach betont, er wolle für die Gegner nicht mehr so berechenbar sein und da spielte ihm das Spiel ohne Modeste eigentlich in die Karten. Doch der 50-Jährige wählte für die Begegnung bei den Roten Bullen im Angriff die gleiche Besetzung wie in der Vorwoche: Florian Dietz – und überraschte damit erneut.

Dadurch, dass Baumgart am Samstag seiner Linie treu blieb, machte er sein Team für den Gegner dann doch irgendwie unberechenbar. Zumindest in der Offensive. Und damit hatten die Hausherren vor rund 44 000 Zuschauern ihre Probleme. Zwar dominierte Leipzig die Begegnung, die Chancen hatte der FC. Jan Thielmann, eben Dietz oder Dejan Ljubicic - RB hätte sich nicht über ein Gegentor beschweren können. „Wir haben es in der ersten Halbzeit, aber vor allem die ersten 25 bis 30 Minuten richtig gut gemacht“, befand auch Kölns Kapitän Jonas Hector.

1. FC Köln: Die Kölner Defensive steht sicher

Zwar hatten die Leipziger zu diesem Zeitpunkt schon zwei Mal ins Tor getroffen, einmal hatte David Raum den Ball aber mit der Hand gespielt, dann stand Christopher Nkunku im Abseits. Das deutliche Chancenplus erstaunte, denn RB hatte in der Woche in der Offensive noch einmal nachgelegt und Nationalspieler Timo Werner zurückgeholt. Doch der Angreifer tat sich zunächst schwer, wurde von dem starken Innenverteidiger-Duo Timo Hübers und Luca Kilian aus dem Spiel genommen und erzielte dann doch wieder überraschend die Leipziger Führung.

Überraschend, weil Werner aus 30 Metern einfach mal abzog, der Ball nicht sonderlich gefährlich in Richtung Tor flog und FC-Keeper Marvin Schwäbe dennoch vorbei griff. „Trotz des Fehlers vor dem 0:1 hat Marvin die Partie souverän zu Ende gespielt und hatte viele starke Aktionen“, so Kölns Trainer Baumgart. Unter anderem unmittelbar vor dem Kölner Ausgleich, als der Kölner Keeper einen Schuss von Christopher Nkunku aus elf Metern parierte. „Aber wie Marvin dann die Nerven im Griff hat und uns im Spiel hält, da muss ich sagen: Hut ab! Aber auch Hut ab vor der gesamten Mannschaft. Das 2:2 war mehr als gerecht, auch wenn wir die Chance hatten, das Spiel zu gewinnen“, so Baumgart weiter.

1. FC Köln: Rote Karte stärkt Leipzig

Und das auch, weil der FC einmal mehr von einer Entscheidung des Schiedsrichters profitierte. Nachdem Dietz in seinem zweiten Profispiel das erste Bundesliga-Tor gelungen war, trat Schiedsrichter Benjamin Brand in Erscheinung. Dominik Szoboszlai erhielt nach einem Foulspiel von Florian Kainz einen Freistoß zugesprochen, doch der Leipziger verpasste dem Kölner Mittelfeldmann mit dem Ellbogen einen Kinnhaken und sah Rot. Eine harte, aber durchaus vertretbare Entscheidung. „Die Rote Karte kann man da schon geben“, gab auch RB-Coach Domenico Tedesco zu. „Andere Mannschaften hätten an unserer Stelle heute verloren.“

Davon war Leipzig aber nach der Roten Karte weit entfernt. Denn das Spiel kippte. Der FC war nun die bestimmende Mannschaft, die Chancen erspielten sich nun aber RB Leipzig. So war Schwäbe dieses Mal gegen Nkunku chancenlos, der 1. FC Köln lag 1:2 zurück. Baumgart stellte nun die Offensive um, setzte alles auf eine Karte und Köln wurde belohnt. Durch ein Eigentor von Josko Gvardiol glichen die Geißböcke aus. „Wir stehen nach zwei Spieltagen mit vier Punkten da, das hätten wir vor der Saison sofort unterschrieben“, sagte Hector.

Den Fokus hat der FC bereits auf den kommenden Donnerstag gelegt. Dann steht das Hinspiel der Conference-League-Playoffs gegen Fehérvár FC (20.30 Uhr, RTL) auf dem Spielplan. Baumgart hat schon angekündigt, das Steffen Tigges in den Kader rücken könnte - eine weitere Möglichkeit unberechenbar zu sein.