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1. FC Köln: Steffen Baumgart steht vor dem Derby vor der Qual der Wahl

Derby gegen Mönchengladbach : FC-Trainer Steffen Baumgart steht vor einem Luxusproblem

Die Aufstellung für das Derby gegen Borussia Mönchengladbach dürfte Steffen Baumgart Kopfzerbrechen bereiten. Denn der Trainer des 1. FC Köln steht vor allem im zentralen Mittelfeld vor einer schweren Entscheidung.

Die Ansage fiel deutlich aus. „Dann kannst du ja die Aufstellung machen“, rief FC-Trainer Steffen Baumgart beim Mittwochstraining einem seiner Akteure zu. Der Spieler hatte sich erdreistet, eine Korrektur in der Taktik des Abschlussspiels vorzunehmen. Ein Spaß, natürlich. Doch so ein bisschen schwang bei Baumgart möglicherweise auch der Wunsch als Vater des Gedanken mit. Das Dilemma hatte der 49-Jährige nämlich schon am vergangenen Freitag erkannt. „Wir können aus dem Vollen schöpfen“, hatte der Kölner Coach mit Blick auf das Auswärtsspiel in Mainz gesagt. „Das ist das, was sich ein Trainer wünscht. Oder vielleicht auch nicht, weil dann Entscheidungen getroffen werden müssen, die den Kader betreffen.“

Vor dieser Entscheidung steht Baumgart vor dem Derby. Eine schwere Entscheidung. Denn obwohl mit Timo Horn definitiv und Anthony Modeste möglicherweise zwei Säulen des FC gegen Borussia Mönchengladbach ausfallen, verschärft sich für den Coach die Qual der Wahl.

Am Freitag hatte Baumgart schon angedeutet, dass Ellyes Skhiri eine Option für die Startelf gegen die Fohlen sein würde. Gegen Mainz verwies der Kölner Trainer noch auf die Rekonvaleszenz des Tunesiers. Jetzt, eine Trainingswoche später, dürfte Skhiri wieder bei vollen Kräften sein. Zumindest erweckte er beim Training am Mittwoch den Eindruck, wieder komplett da zu sein.

Salih Özcan hat die Abwesenheit von Ellyes Skhiri genutzt

Obwohl die Kölner die Rückkehr des Dauerläufers herbeigesehnt haben, wird Baumgart die Aufstellung am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr, Sky) nicht leicht fallen. Denn ähnlich wie in der Innenverteidigung bahnt sich auch im zentralen Mittelfeld ein ernster Konkurrenzkampf an. Vor allem Salih Özcan nutzte die Abwesenheit des FC-Motors Skhiri. Der gebürtige Kölner zeigte in den vergangenen Wochen herausragende Leistungen, spielte fünfmal die 90 Minuten durch und sich zunehmend in den Fokus. Schon gegen Dortmund war der 23-Jährige der beste Kölner. Gegen Mainz überzeugte Özcan erneut, belohnte sich endlich mit seinem ersten Bundesliga-Tor und zahlte so das Vertrauen des Trainers zurück.

 Ellyes Skhiri war bis zu seiner Verletzung im Mittelfeld des FC gesetzt.
Ellyes Skhiri war bis zu seiner Verletzung im Mittelfeld des FC gesetzt. Foto: dpa/Marius Becker

Und das nach einer bisher eher schweren Saison. Baumgart hatte Özcan im Sommer überredet, beim FC zu bleiben. Die erhoffte Spielzeit bekam der U21-Europameister aber nicht. Auch, weil der FC mit Dejan Ljubicic einen weiteren zentralen Mann im Frühling verpflichtet hat. Der Österreicher zeigt ebenfalls starke Leistungen, gilt als eine der Entdeckungen der aktuellen Saison. Drei Spieler in Topform für zwei Positionen, zuletzt für eine Doppelsechs, die Özcan offenbar liegt. „Die Doppelsechs gibt mehr Sicherheit im Team. Wenn zwei Sechser da sind, werden die Räume für den Gegner dichter“, erklärte Özcan. „Das ist eine Option, aber im Endeffekt stellt der Trainer auf.“

Keine leichte Aufgabe, und eine, die sich schon bald im Mittelfeld noch einmal verschärfen könnte. Denn mit Jannes Horn steht auch der etatmäßige Linksverteidiger vor seiner Rückkehr. In der Theorie könnte Baumgart dann Kapitän Jonas Hector ebenfalls ins Mittelfeld zurückbeordern. Allerdings hat Hector auf der Position, die er jahrelang unter anderem in der Nationalelf spielte, in der Saison bislang überzeugt. Kaum vorstellbar, dass Baumgart also aktuell Horn den Vorzug vor Hector geben wird. Immerhin gibt Özcan für das Spiel gegen die Borussen eine Selbstbewerbung ab: „In Derbys ist man immer ein bisschen heißer, ich persönlich bin da mehr auf Dampf und versuche, in den Zweikämpfen noch härter reinzugehen“, sagte der 23-Jährige.

Vier Innenverteidiger streiten sich um zwei Positionen

Auch andere Mannschaftsteile machen dem Kölner Trainer die Aufstellung nicht leicht. In der Innenverteidigung ist längst ein Vierkampf für zwei Positionen entbrannt. Nur Abwehrchef Rafael Czichos scheint beim Trainer gesetzt zu sein. Um die weitere Position streiten sich Luca Kilian, der zuletzt eine ordentliche Partie gegen den FSV Mainz machte, Neuzugang Timo Hübers und Jorge Meré.

In der Offensive steht Baumgart aus einem ganz anderen Grund vor der Qual der Wahl. Denn neben Modeste hat noch kein Angreifer so richtig gezündet. Sebastian Andersson und Mark Uth agierten oft glücklos, trafen erst einmal. Ondrej Duda ist noch ohne Treffer. Kein Wunder also, dass der Coach die Aufstellung lieber machen lässt.