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1. FC Köln: Testspiele absolviert - Fußball während Corona

Fußball in Corona-Zeiten : Was der 1. FC Köln aus den Testspielen gelernt hat

Zum ersten Mal seit der Partie zwischen 1. FC Köln und dem SC Paderborn durften die Geißböcke wieder vor Zuschauern spielen. „Die Menschen haben sich sehr diszipliniert an die Hygieneregeln gehalten“, so Sportchef Horst Heldt.

Die sportlichen Erkenntnisse aus den beiden Testpartien am Samstag hielten sich für den 1. FC Köln erwartungsgemäß in Grenzen. Wie es so ist, bei Spielen gegen unterklassige Teams, in denen es vor allem darum geht wieder in die Spielpraxis zu kommen. Eines aber wird Spielern, Trainern und Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten in Erinnerung bleiben.

Zum ersten Mal seit dem 2:1-Sieg am 6. März beim SC Paderborn durften die Geißböcke wieder vor Zuschauern spielen. 200 glückliche Fans hatten online ein kostenloses Ticket für die Partien gegen Deutz und Lohne im Franz-Kremer-Stadion ergattert und dann klar machen können, dass selbst eine so geringe Anzahl Menschen bei einem Fußballspiel einen großen Unterschied ausmacht.

Die FC-Hymne vor dem Spiel entfaltete mit den Zuschauern sofort wieder etwas von ihrer Wirkung. Raunen, Jubel und Beifall vermittelten jedem nachdrücklich im Detail das Gefühl, was dem Fußball durch Corona verloren gegangen ist. „Es war schön, wieder vor Zuschauern zu spielen. Ich hoffe, dass es bald wieder mehr werden, denn ich kann es kaum erwarten vor 50.000 zu spielen“, freute sich FC-Linksverteidiger Jannes Horn.

Ein Verlangen, das nicht nur Horst Heldt sofort am liebsten erfüllen würde. Der FC-Sportchef nahm die gelungene Rückkehr der Zuschauer am Samstag jedenfalls zum Anlass, eine Lanze für eine baldige Teilöffnung der Bundesliga-Arenen in der am 18. September beginnenden Saison zu brechen. „Die Menschen haben sich sehr diszipliniert an die Hygieneregeln gehalten. Es spricht für mich nichts dagegen, unter freiem Himmel in gewisser Art und Weise Zu-Schauer zu einem Fußballspiel zuzulassen.“
Corona ist die Zeit der Wünsche, aber auch die, in der viel Geduld gefragt ist.

Horst Heldt weiß auch mit Blick auf seine Kaderplanung ein Liedchen davon zu singen. „Wenn es nach dem Trainer und mir gehen würde, stünde der finale Kader schon, bevor wir am Donnerstag ins Trainingslager nach Donaueschingen fahren“, sagte der 50-Jährige zwischen den beiden Testspielen. „Wir haben den Prozess aber noch nicht abgeschlossen. Es ist eine Transferperiode, in der man im Kopf flexibel sein muss.“

Heldt und sein Adjutant Frank Aehlig hindert aktuell vor allem, dass sie auf ihrer Abgabeliste noch ein paar Namen stehen haben. Marcel Risse zum Beispiel, dessen Leihe zum Drittligisten Viktoria Köln sich weiter hinzieht. Laut Heldt liegt dies aber nicht wie kolportiert „an medizinischen Themen“. Das bestätigte auch Marcus Stegemann, Sportlicher Leiter der Viktoria gegenüber dieser Zeitung. Vielmehr geht es wohl ums Finanzielle und eine Streckung von Risses Gehalt über einen längeren Zeitraum. „Ich denke, dass wir Anfang der Woche gemeinsam entscheiden, wie es weitergeht und dann Klarheit halben“, kündigte Heldt an.
Während sich bei Lasse Sobiech, Simon Terodde und Joao Queiros weiterhin wenig bewegt, gibt es für Louis Schaub immerhin einen Interessenten: „Besagter Verein ist gerade aber selbst noch dabei, sein Überangebot an Spielern zu reduzieren. So lange ist Louis in der Warteschleife und wir auch“, erklärte Horst Heldt trocken.

Immerhin konnte der Sportchef bestätigen, dass sich der FC für Offensivkraft Robin Hack vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg interessiert: „Es ist grundsätzlich in dieser Phase wichtig, allen Gedanken freien Lauf zu lassen und das tun wir. Natürlich ist Hack für uns interessant, weil er auf vielen Positionen einsetzbar und sehr variabel ist.Ein Teil des Anforderungsprofils für unsere Neuzugänge ist, dass sie möglichst flexibel auf verschiedenen Positionen einsetzbar sind.“

Manche wollten das Fehlen des U21-Nationalspielers Hack beim 1:2 des Clubs im Testspiel gegen Bundesligist Augsburg am Samstag sogar schon so deuten, dass ein Wechsel nach Köln bevorsteht. „Es geht darum, sich nicht verrückt machen zu lassen“, sagte Horst Heldt – und war in diesem Moment das beste Beispiel dafür, wie so etwas gelingt.