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1. FC Köln: Trainer Baumgart beweist gegen Bochum goldenes Händchen

Joker treffen beim 2:1 des 1. FC Köln : FC-Trainer Baumgart hat gegen Bochum ein goldenes Händchen

Vor dem Spiel gegen den VfL Bochum hatte FC-Trainer Steffen Baumgart betont, dass jeder Kölner Spieler eine wichtige Rolle spielen könne. Am Samstag bestätigten das unter anderem die eingewechselten Louis Schaub und Tomas Ostrak.

Die Umarmung fiel innig aus. Steffen Baumgart schlang nach dem 2:1-Erfolg über den VfL Bochum die Arme um Tomas Ostrak, hob ihn gefühlt einen Meter in die Höhe, um ihm anschließend einen Kuss auf den Kopf zu drücken. Der Trainer des 1. FC Köln muss seinem Schützling so etwas wie „Hab ich es dir doch gesagt“ ins Ohr geflüstert haben. Baumgart hat etwas gesagt. Auf der Pressekonferenz vor dem Bochum-Spiel: „Eine wichtige Rolle spielst du bei mir nicht, wenn du immer in der ersten Elf bist, sondern wenn du deine Mitspieler weiterbringst und immer für uns eine Alternative bist.“

Ein wenig wirkt Baumgart wie ein weiser Mann mit Kristallkugel. Der neue FC-Coach sagte voraus, dass Anthony Modeste in dieser Spielzeit eine gute Rolle spielen könnte, er sagte, dass die Fans im Kölner Stadion ein wenig öfter das „Trömmelche“ hören würden und auch, dass man gegen die Bayern mit einer offensiven Spielweise ordentlich aussehen kann. Alles eingetroffen.

Vor dem 2:1-Erfolg über den VfL sprach er also von der Bedeutung der vermeintlichen Ersatzspieler. Und sollte wieder recht behalten. Baumgart wechselte in der 78. Minute Louis Schaub für den ebenfalls stark aufspielenden Dejan Ljubicic ein. Keine 180 Sekunden später traf der Österreicher zum längst überfälligen 1:0.

Ausgerechnet Schaub, der erst im Sommer aus Luzern nach Köln zurückgekehrt war und über dessen Abschied auch schon wieder spekuliert wurde. „Ich wollte unbedingt wieder zurück nach Köln. Ich hab‘ die Chance bekommen und dann ist es natürlich schön, wenn mir dann solche Erfolgserlebnisse gelingen“, sagte Schaub. „Es gibt nichts Schöneres, als wieder vor den Zuschauern zu spielen. Es hat sich angefühlt wie 50 000. Das ist für uns ein geniales Wochenende.“

Baumgart: "Es gibt nicht nur die erste Elf, sondern alle Spieler.“

Auch, weil Baumgart mit seinen weiteren Wechseln richtig lag. Ostrak kam in der 88. Minute, 180 Sekunden später legte der Tscheche den Ball perfekt für den ebenfalls eingewechselten Tim Lemperle auf, der zum 2:0 vollendete. „Am Ende haben wir uns auch mit den Einwechslungen belohnt“, sagte Baumgart. „Das ist das, was ich betone: Es gibt nicht nur die erste Elf, sondern alle Spieler.“

Auch die erste Elf hatte gegen den VfL funktioniert, stark aufgespielt. Vor allem Benno Schmitz, der noch gegen die Bayern auf der Bank gesessen hatte, weil seine Leistung im ersten Spiel gegen die Hertha durchwachsen war. Schmitz vesorgte die Offensive mit scharfen Hereingaben. So bereits in der vierten Minute, als Modeste das erste Mal den Pfosten traf. Später legte Schmitz für Duda und wieder für Modeste auf, die erneut glücklos blieben.

Mehr Glück hatte Ljubicic – zunächst. Nach einem Foulspiel an Sebastian Andersson eroberte der Österreicher den Ball und schob gekonnt zur vermeintlichen Führung ein. Allerdings hatte der Neuzugang zuvor den Ball mit der Hand berührt. Das Tor zählte nicht. Zu Recht. Doch die Kölner dominierten den VfL nach Belieben. Bochum kam so gut wie gar nicht ins Spiel. Es fehlte alleine das erlösende Tor.

1. FC Köln erzwingt gegen Bochum die Tore

Nach dem Wechsel tat sich der FC ein wenig schwerer. „Der Trainer sagt es ja eigentlich immer, aber er hat es uns heute auch nochmal gesagt, dass wir immer weitermachen müssen und weiter nach vorne spielen sollen“, so Kapitän Jonas Hector. Wieder sollte der Trainer recht behalten. Köln spielte nach vorne und erzwang das Tor. „Ich glaube aber, ab der 65. Minute hatten wir eine Chance nach der anderen und dann war es nur zwangsläufig, dass auch einer reinfällt“, sagte Hector.

So kam es, obwohl die Kölner Offensive dann doch noch einige Chancen fahrlässig vergab. Etwa Andersson, der eine Hereingabe von Florian Kainz verpasste, oder erneut Modeste, der nur den Pfosten traf. Damit läutete der Franzose die Schlussoffensive ein, die trotz des späten Anschlusstreffers von Simon Zoller letztlich zum Erfolg führte. Auch Dank Louis Schaub, Tim Lemperle und eben Tomas Ostrak – den erwähnten Alternativen.

In einer Sache hatte Baumgart dann aber doch daneben gelegen. Der Kölner Trainer hatte einen ganz anderen VfL im Heimspiel erwartet. „Bochum ist eine sehr kampfstarke Mannschaft, die kompakt steht und weiß, wie sie über die Außen nach vorne kommt. Wer davon ausgeht, dass Bochum nur ein Aufsteiger ist, der hat schon verloren“, hatte Baumgart vor der Partie betont. Auch ein weiser Mann mit Kristallkugel kann schon mal daneben liegen.