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1. FC Köln: Trainer Markus Gisdol will offensiver spielen

Gegen Freiburg mit echtem Mittelstürmer : 1. FC Köln hofft auf Wiederbelebung der Offensive

Hinten stand der 1. FC Köln zuletzt sicher, doch vorne passiert zu wenig. Trainer Markus Gisdol will deshalb wieder offensiver spielen – und hofft auf Anthony Modeste.

Markus Gisdol denkt gerne in Prozessen. Als es vor einigen Wochen darum ging, einen Weg zu finden, um die lange Sieglosserie des 1. FC Köln zu durchbrechen, legte der Trainer den Schwerpunkt eindeutig auf die Verhinderung von Gegentoren. „Wir wollten uns stabilisieren“, erklärte der 51-Jährige den Grundgedanken. „Das haben wir geschafft, das war der erste große Schritt.“

Die Zahlen geben ihm Recht: In den jüngsten sechs Partien der Fußball-Bundesliga spielte der Tabellenfünfzehnte zweimal zu Null und ließ insgesamt nur acht Gegentreffer zu, von denen alleine vier aus dem Duell gegen den zu diesem Zeitpunkt übermächtigen rheinischen Nachbarn Bayer 04 Leverkusen resultierten. Jene Defensivstärke könnte sogar noch zum mitentscheidenden Faktor im Abstiegskampf werden, denn von den sechs Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel weisen die Geißböcke nach 14 Spieltagen die wenigsten kassierten Tore auf. Auch beim Zweitrunden-Erfolg im DFB-Pokal gegen den VfL Osnabrück (1:0) hatte Torhüter Timo Horn keinmal hinter sich greifen müssen.

Doch die Implementierung einer sehr defensiven Ausrichtung hat ihre Kehrseite. Im Spiel nach vorne gelingt den Geißböcken selbst gegen gleichstarke Mannschaften kaum etwas. Auch das schlägt sich in den Zahlen nieder: In den vergangenen drei Ligaspielen brachten es die Kölner auf keinen einzigen Treffer. Der vorherige Sieg im Kellerduell beim 1. FSV Mainz 05 wurde mit dem Minimalergebnis von 1:0 erkämpft. Gisdol drückte es so aus: „Auch wenn wir das bewusst in Kauf genommen haben, ist die Stabilisierung der Defensive ein bisschen zu Lasten der Offensive gegangen.“

Weil der Klassenerhalt mit einer derartigen Torflaute perspektivisch gesehen kaum zu erreichen sein wird, sieht der FC-Coach nun den Zeitpunkt gekommen, um in seinem Prozessdenken den nächsten Entwicklungsschritt einzuläuten. „Jetzt geht es in den nächsten Wochen darum, unser Offensivspiel so zu entwickeln, damit wir nach vorne gefährlicher werden und uns mehr Torchancen herausspielen“, erläuterte Gisdol. Offensiv wirbelnde Kölner sind allerdings auch am Samstag (15.30 Uhr, Sky) beim Tabellenneunten SC Freiburg nicht zu erwarten. „Wir werden nicht von heute auf morgen Hurra-Fußball spielen. Es geht nur Schritt für Schritt.“

Anthony Modeste ist wieder eine „echte Alternative“

Dabei drängt die Zeit. Der Januar ist für den FC bekanntlich vollgepackt mit wegweisenden Aufgaben gegen Mitkonkurrenten. Gisdol weiß, dass er auch deshalb möglichst rasch einen Mittelweg finden muss. „Es ist ein gewisser Spagat, offensiv Akzente zu setzen, ohne die Defensive zu vernachlässigen.“ Sattelfestes Abwehrverhalten soll schließlich auch in Zukunft die Basis im Kölner Auftreten bilden. „Wenn wir weiterhin stabil verteidigen, bekommen wir auch unsere Chancen“, ist sich der Schwabe sicher. Jene Umschaltmomente wusste sein Team bislang allerdings zu selten zu verwerten. „Wenn der Gegner noch unsortiert ist, fehlt mir bei uns manchmal der Killerinstinkt. Nach Ballgewinnen spielen wir den nächsten Ball nicht steil, sondern quer oder zurück. Wir müssen diese Momente besser nutzen, indem wir schärfer darauf sind, sie ausnutzen“, forderte Gisdol.

Zur Belebung der Offensive denkt der FC-Coach außerdem darüber nach, schon in Freiburg wieder mit einem echten Mittelstürmer agieren zu lassen. In Abwesenheit des weiterhin verletzten Sebastian Andersson hält Gisdol eine Rückkehr von Anthony Modeste in die Startelf für denkbar. „Tony hat körperlich deutlich aufgeholt. Er ist für uns eine gute Alternative, wenn wir mit einem richtigen Neuner spielen wollen.“