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1. FC Köln: Trainingslager - so fällt die Bilanz aus

Intensive Einheiten, Testspiele, Neuzugang : So fällt die Bilanz des FC-Trainingslagers aus

Zahlreiche Trainingseinheiten, zwei Testspiele, ein Neuzugang - der FC blickt auf eine ereignisreiche Woche im Trainingslager in Donaueschingen zurück. FC-Trainer Steffen Baumgart zeigte sich sehr zufrieden. Dabei verlief längst nicht alles geräuschlos.

In der Menschentraube ist nicht jedes Wort zu verstehen. „Ey, Baumgart“, diese Worte aber klar und deutlich. Auch Steffen Baumgart ist der Ausruf des Halbstarken nicht verborgen geblieben. „Für dich immer noch Herr Baumgart“, sagt der 50-Jährige. Der Trainer des 1. FC Köln lässt sich nicht viel gefallen. Dabei steht Baumgart noch gut eine Stunde nach Ende des letzten Testspiels im Rahmen des Trainingslagers in Donaueschingen auf dem Platz des Salinenstadions in Bad Dürrheim und schreibt Autogramme. Viele Autogramme. Hier ein Selfie, da ein Spruch. Es ist der letzte offizielle, zumindest öffentliche Part einer Vorbereitungswoche auf fremden Terrain. Nahezu fremd. Immerhin ist der FC in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Donaueschingen zu Gast. „Es war ein sehr gutes Trainingslager. Es war sehr gut organisiert, es gab nichts zu beanstanden“, resümiert Baumgart. Vor allem aber: „Die Jungs haben voll mitgezogen.“

Für den Kölner Trainer entscheidet eben die Leistung auf dem Platz über ein erfolgreiches Trainingslager und nicht der getrimmte Rasen auf dem Vereinsgelände des SV Aasen, vermutlich auch nicht das Frühstück oder Mittagessen im 5-Sterne-Luxusressort „Der Öschberghof“, in dem die Geißböcke auch in diesem Jahr untergekommen sind. Für den Coach, der eigentlich immer, gegen jeden Gegner, gewinnen will, werden auch die beiden Ergebnisse der Vorbereitungsspiele wenig Aussagekraft haben. 4:0 bezwang der FC am Freitagabend den österreichischen Bundesligisten Austria Lustenau, am Samstag folgte ein 1:1 gegen den Schweizer Rekordmeister Grasshopper Club Zürich. Wichtig aber: „Grundsätzlich haben die Jungs das vom Läuferischen gut gemacht“, sagte der 50-Jährige.

Doch gerade im zweiten Duell waren den Spielern die Strapazen der vergangenen Woche anzumerken. „Wir hatten im Spiel nicht die Geschwindigkeit, die du brauchst. Aber das hat auch damit zu tun, dass die Jungs fertig waren und nicht mehr die geistige Frische hatten“, sagte Baumgart. Und das war kein Wunder. Der Kölner Trainer nahm die Mannschaft einmal mehr hart ran. „Das zeichnet uns beim FC auf jeden Fall aus“, sagte Luca Kilian im GA-Interview. „Natürlich sind die Einheiten anstrengend und man ist schon mal müde.“ Einige Spieler beendeten die Gesprächsrunden mit den Medienvertretern mit den Worten „Jetzt erst einmal schlafen.“ Aber das nicht ohne Grund. „Am Ende bringt uns genau das nach vorne“, so Kilian weiter.

FC steht vor Mammutprogramm

Auf die Fitness wird es in der kommenden Saison ankommen. Dem FC droht wie berichtet ein Mammutprogramm. Sollte Köln die Playoff-Spiele in der Conference League gewinnen und zudem die zweite Runde im DFB-Pokal erreichen, stehen 25 Spiele in 15 Wochen auf dem Spielplan. Dennoch ist die Vorfreude gerade auf den internationalen Wettbewerb groß. „Darauf haben wir die gesamte vergangene Saison hingearbeitet“, sagte Kilian. „Wir müssen aber auch erst einmal die Qualifikation schaffen. Der Fokus wird aber trotzdem auf der Bundesliga liegen.“

Dafür sollte das Trainingslager den Grundstein legen. Für Steffen Tigges, Jonas Hector und Jan Thielmann kam die Woche nach der Verletzung noch zu früh. Sie trainierten weitestgehend individuell, sollen jetzt aber nach und nach wieder ins Training einsteigen. Luca Kilian zog sich eine Muskelverletzung zu und wurde in den Testspielen zur Sicherheit geschont. „Wir haben da ja keinen Zeitdruck“, sagte Baumgart. Ellyes Skhiri zog sich zwar eine Prellung nach einem Zweikampf mit Neuzugang Kristian Pedersen zu, konnte aber gegen Zürich wieder spielen. „Wir können somit aus dem Vollen schöpfen“, sagte Baumgart. Zu dem Vollen gehört neuerdings auch Sargis Adamyan. Den 29-Jährigen hatten vor dem Trainingslager nicht viele auf der Rechnung. Umso überraschender, dass der Armenier am Dienstag seinen Vertrag in Donaueschingen unterschrieb und keine drei Stunden später mit der Mannschaft schon auf dem Platz trainierte. Und dabei bereits eine gute Figur machte. Mit der Verpflichtung dürfte der FC seine Transfer-Bemühungen abgeschlossen haben – zumindest bei den Zugängen.

FC-Neuzugänge überzeugen

Überhaupt konnte Baumgart mit seinen Neuzugängen zufrieden sein. Pedersen, Denis Huseinbasic, Linton Maina und Florian Dietz zeigten in den Testspielen ordentliche bis starke Leistungen. Am meisten überraschte aber Eric Martel, der von Beginn an Verantwortung übernehm und zeigte, in welche Richtung seine Rolle beim FC gehen kann.

So ganz geräuschlos verlief die Woche in Donaueschingen dann aber doch nicht. Bereits vor der Abreise hatte sich Ondrej Duda krank gemeldet. Der Slowake hat damit die ersten beiden Vorbereitungswochen verpasst und wird es sicherlich nicht leicht im Kampf um die Stammplätze haben. Gut möglich, dass Duda den Verein noch verlassen wird. Auch Anthony Modeste offenbarte einen ähnlichen Wunsch und sorgte damit beim FC für die größte Unruhe der vergangenen Woche. Sein Berater suche bereits aktiv nach einem Verein, sagte der Franzose. Auch das ließ Baumgart gewohnt kalt. Der Kölner Coach geht weiterhin davon aus, „dass Tony bleibt“. Und falls nicht: „Der FC wird nicht von einem Spieler abhängig sein und das sollte er auch nicht“, so Baumgart.

Ein Steffen Baumgart lässt sich eben nicht viel gefallen.