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1. FC Köln: Überraschung gegen die Bayern knapp verpasst

Knappe Niederlage : 1. FC Köln verpasst die Überraschung gegen Bayern München

Der 1. FC Köln hat die Überraschung gegen Bayern München knapp verpasst. Am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga unterlag der FC dem Rekordmeister 2:3.

Offensiv gegen die Bayern – so wirklich überzeugt klang Steffen Baumgart bei dieser taktischen Idee unter der Woche nicht, als er anmerkte, dass das Vorhaben gegen den Rekordmeister „böse ausgehen“ könne. Die 2:3 (0:0)-Niederlage gegen die Bayern am Sonntagabend war zwar alles andere als böse, belohnt hat sich der 1. FC Köln am 2. Spieltag der Bundesliga für den vom Trainer geforderten Mut aber auch nicht.

Zumindest nicht auf dem Papier. Denn die Geißböcke bewiesen nach den Toren von Robert Lewandowski (50.) und Serge Gnabry (59.) erneut Steherqualitäten und glichen durch Anthony Modeste (60.) und Mark Uth (62.) vor 20.000 Zuschauern in der Allianz-Arena aus. Erneut Gnabry (71.) sorgte jedoch für den 3:2-Endstand. „Wir haben ein Spiel verloren, das wir nicht hätten verlieren müssen“, sagte der Kölner Trainer. „Am Ende gewinnen die Bayern durch eine Einzelaktion.“

Personell wechselte Baumgart im Vergleich zur Vorwoche auf zwei Positionen. Jorge Meré rückte für den verletzten Timo Hübers in die Startelf, Kingsley Ehizibue spielte für Benno Schmitz. Jonas Hector startete erneut auf der linken Verteidigerposition. Taktisch blieben sich der Trainer und sein Team wie angekündigt treu. Zwar standen die Kölner ein Stückchen tiefer als noch gegen die Hertha, der FC lief aber auch die Münchner Hintermannschaft früh an, setzte Süle und Co. unter Druck und unterband zu Beginn so weitestgehend den Spielfluss des Favoriten. Zudem suchten die Kölner bei Ballgewinn den vertikalen Pass und kamen so auch zu den ersten Offensivaktionen. Die Flanken vor allem von dem Matchwinner der Vorwoche, Florian Kainz, fanden aber zunächst noch keine Abnehmer.

Die Bayern wirkten im Umschaltspiel deutlich zielstrebiger. Nach Vorarbeit von Lewandowski rutschte Thomas Müller mit der Fußspitze in den Ball, verfehlte das Tor aber knapp. Der Rekordmeister erarbeitete sich zunehmend ein Übergewicht, blieb aber lange ungefährlich. Auch, weil die Bayern sich unerklärlich viele Fehlpässe leisteten. Erst ein haarsträubender Fehler von Ellyes Skhiri im Aufbauspiel brachte Serge Gnabry erstmals in Position. Der Nationalspieler scheiterte aber an Meré. Anschließend war Timo Horn bei einem Schuss aus kurzer Distanz von Süle zur Stelle. Aber auch die Bayern agierten im ersten Abschnitt vor allem im letzten Zuspiel zu ungenau. So hatte die nicht sattelfeste Viererkette der Kölner dennoch meist leichtes Spiel. Auf der anderen Seite agierte der FC aber zu harmlos, um die Bayern wirklich in Bedrängnis zu bringen.

Köln kommt nach 0:2-Rückstand zurück

Nach dem Wechsel fiel die Kölner Defensive zunächst in alte Muster. Statt den Ball in die Tiefe zu spielen, suchten die Geißböcke zunehmend den Befreiungsschlag. Die Bayern hatten so keine Mühe, den Druck zu erhöhen. Vor allem der eingewechselte Jamal Musiala drehte auf. Der Nationalspieler ließ Meré im Sechzehner links liegen, passte auf Lewandowski, der mit seinem zweiten Saisontreffer die Bayern in Führung brachte. Nach einem Pass von Müller schob Gnabry nur wenige Minuten später artistisch zum 2:0 ein.

Doch wie schon im Pokal gegen Jena und vergangene Woche gegen Berlin zeigte der FC direkt eine Reaktion. Nach einer perfekten Flanke von Jonas Hector traf Anthony Modeste ebenfalls mit seinem zweiten Saisontor per Kopf zum 1:2. Erst wenige Minuten zuvor hatte der Angreifer nach einer Ecke noch knapp verpasst. Keine 120 Sekunden später traf Mark Uth nach Vorarbeit von Ehizibue zum Ausgleich. Die Freude währte bei den Geißböcken nicht lange. Nach einer schwachen Faustabwehr von Horn war erneut Gnabry zur Stelle.

Köln bemühte sich erneut um den Ausgleich, doch am Ende fehlte dem FC ganz offensichtlich die Kraft. Die Pässe in die Tiefe fanden keine Abnehmer mehr, die Flanken waren zu unpräzise. Die Bayern taten nicht mehr als nötig. „An sich können wir sehr zufrieden sein“, sagte Torschütze Uth. „Schade, dass wir keinen Punkt mitnehmen.“ Am kommenden Wochenende empfängt der FC den VfL Bochum. Von den Kölner Spielern können die 25.000 Fans eine offensive Spielweise erwarten. Offensiv gegen Bochum – das sollte Baumgart keine Kopfschmerzen bereiten.