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1. FC Köln unterliegt Union Berlin 1:2

Rückschlag im Abstiegskampf : Köln unterliegt Union Berlin 1:2

Der 1. FC Köln steckt einmal mehr in dieser Spielzeit in der Krise. Der FC unterlag Union Berlin 1:2. Da Mainz gleichzeitig gegen Freiburg dreifach punktete, ist der Vorsprung auf den Relegationsplatz bis auf einen Zähler geschrumpft.

Der 1. FC Köln bleibt gegen Union Berlin in der ersten Liga sieglos. Auch im vierten Anlauf kassierten die Kölner eine Niederlage. Auch, weil der FC in der Offensive weiterhin so gut wie nicht stattgefunden hat. 1:2 unterlag der FC den Eisernen. Und das, obwohl die Geißböcke unmittelbar vor dem Wechsel durch einen verwandelten Strafstoß von Ondrej Duda in Führung gegangen waren. Max Kruse (47.) glich ebenfalls per Strafstoß aus, Christopher Trimmel (67.) erzielte den Berliner Siegtreffer. „Es ist bitter, dass du zu einem so guten Zeitpunkt das 1:0 machst und direkt nach dem Wechsel das 1:1 kassierst“, sagte Kapitän Jonas Hector. „Dann war es einfach zu wenig, was wir auf den Platz gebracht haben.“ Da Mainz gleichzeitig gegen Freiburg dreifach punktete, beträgt der Vorsprung auf Mainz nur noch einen Zähler.

Wie schon gegen Bremen wählte FC-Trainer Markus Gisdol auch gegen Union Berlin die Viererkette und dennoch eine überraschend defensive Ausrichtung - zumindest im Mittelfeld. Mit Salih Özcan und Jonas Hector kehrten gleich zwei defensive Mittelfeldspieler in die Startelf zurück. Allerdings rotierten nicht etwa Max Meyer oder Ellyes Skhiri aus der Startelf sondern der gegen Bremen schwach spielende Ismail Jakobs sowie Jan Thielmann. Gisdol stellte damit sechs nominelle zentrale Mittelfeldspieler auf. Auch, um seinem Team im Zentrum eine gewisse Kompaktheit zu verleihen. Unterm Strich missglückte das Experiment.

Der Aufstellung gemäß stand der FC zunächst sehr tief und konzentrierte sich einmal mehr auf die Defensivaufgaben. Doch gerade auf der rechten Seite war Köln zu Beginn sehr anfällig. Gleich zwei Mal setzte Keita Endo Petar Musa gut ein, beide Male scheiterte der Berliner Angreifer. Nach zehn Minuten musste Gisdol schon wechseln. Rafael Czichos ersezte den verletzten Jannes Horn.

Der FC probierte es zunächst mit langen Bällen, kein Mittel, um die hängende Spitze Ondrej Duda in Szene zu setzen. Wie aus dem Nichts kam Salih Özcan nach 20 Minuten im 16er frei zum Schuss, vergab aber. Berlin drückte fortan auf die Führung. Einen Abschluss von Kruse parierte Horn weltklasse, einen Kopfball von Nico Schlotterbeck klärte Noah Katterbach artistisch auf der Linie.

Köln bemühte sich durch mehr Ballbesitz für Ruhe zu sorgen. Mit Erfolg, weitere Torchancen erspielte sich Berlin bis zur Pause nicht mehr. Mehr als zwei harmlose Distanzschüsse von Duda und Katterbach sprangen auf der anderen Seite aber auch nicht heraus. Bis zur 45. Minute. Nach einem Foul von Robin Knoche an Jonas Hector verwandelte der bis dahin eher unauffällige Duda sicher vom Strafpunkt.  

Ausgleich direkt nach dem Wechsel

Genauso wie unmittelbar nach dem Seitenwechsel Max Kruse, der Timo Horn aus elf Metern keine Chance ließ. Marius Wolf hatte den Ball im Strafraum an die ausgestreckte Hand gespielt bekommen, eine harte, aber regelkonforme Entscheidung. Trotz des Gegentreffers investierten die Kölner nun mehr in die Offensive, ohne allerdings gefährlich zu werden. Auch Union erarbeitete sich kaum noch Chancen. So fiel das 2:1 der Berliner quasi aus dem Nichts. Wolf verlor den entscheidenden Zweikampf gegen Julian Ryerson, die anschließende Flanke verlängerte Czichos auf Christopher Trimmel, der im zarten Alter von 34 Jahren sein erstes Bundesligator erzielte. Horn hatte bei dem Schuss aus dem Halbfeld keine Chance. 

Trotz des Rückstands agierte der FC weiterhin harmlos, versuchte es meist mit Flanken und hohen Bällen, die aber keinen Abnehmer fanden. Auf der anderen Seite rettete Horn in höchster Not gegen den eingewechselten Joel Pohjanpalo. Gisdol brachte in der Schlussphase mit Dimitrios Limnios und Emmanuel Dennis zwei weitere Offensivkräfte, Ismail Jakobs war schon früher gekommen. Eine zwingende Chance erspielte sich der FC aber nicht mehr. So blieb es bei der letztlich verdienten Niederlage. „Es ist immer dasselbe Bild. Wir kassieren zu einfache Gegentore“, sagte Innenverteidiger Czichos.

Vor der Länderspielpause steht das schwere Heimspiel gegen Dortmund auf dem Programm. Der FC und vor allem Coach Markus Gisdol werden sich einmal mehr auf eine ungemütliche Zeit einstellen müssen.