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1. FC Köln: Verletzungspech vor dem Spiel gegen Bochum

Verletzungspech : Darum wird es der 1. FC Köln gegen Bochum schwer haben

Dem 1. FC Köln fehlen beim Heimspiel gegen den VfL Bochum wichtige Spieler – vor allem im wiedererstarkten Angriff. Dennoch sind Punkte gegen den VfL fest eingeplant.

Auch wenn die Enttäuschung nach der 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern bei den Verantwortlichen des FC groß war, sie wird nicht von Dauer gewesen sein. Der FC machte ein gutes Spiel und: Der Rekordmeister ist nicht der Gradmesser, an dem sich der 1. FC Köln in dieser Spielzeit orientieren muss.

Trainer Steffen Baumgart betonte zuletzt, dass er mit dem FC einen Platz unter den besten zwölf Teams der Liga anstrebt, der Klassenerhalt bleibt aber das übergeordnete Ziel. Und da gilt es erstmal, Gegner auf Augenhöhe zu schlagen. Der VfL Bochum gehört als Aufsteiger mit Sicherheit dazu. Am Samstag empfängt der FC die einstige „Graue Maus“ der Bundesliga (15.30 Uhr, Sky) vor 25 000 Zuschauern im Kölner Stadion. Baumgart erwartet nicht einfach einen Aufsteiger, er lobt den VfL, ist beeindruckt von der Arbeitsweise und Punkteausbeute seines Gegenübers, Thomas Reis.

Parallelen zwischen Baumgart und Reis

Das muss nicht verwundern, denn es sind deutliche Parallelen zwischen den Übungsleitern und ihrer Arbeit zu erkennen. Thomas Reis übernahm den kriselnden VfL Bochum im September 2019, verlieh der Mannschaft ein neues Gesicht und führte Bochum vom Abstiegsplatz in die erste Bundesliga. Reis lässt sein Team hoch anlaufen, spielt mutig nach vorne, aggressiv. Der VfL-Trainer hat keine Scheu vor unkonventionellen Entscheidungen, ließ schon Leistungsträger auf der Tribüne Platz nehmen.

Mit seiner Art, seinen Entscheidungen und seinem Fußball hat „Reisi“, wie er von Baumgart liebevoll genannt wird, eine ungeahnte Euphorie in Bochum entfacht. Es fällt jedoch auf, dass der ehemalige Bochumer Spieler seine Taktik der höheren Liga angepasst hat. Bochum läuft nicht mehr bedingungslos an, wartet auf das Umschaltspiel, kontert lieber, als ausgekontert zu werden. Eine Gefahr, die auch beim schnellen Umschaltspiel der Kölner droht.

FC plagen Verletzungssorgen

Allerdings plagen Baumgart erhebliche Verletzungssorgen und das an einer Sollbruchstelle. Neben der Zielvorgabe des zwölften Tabellenplatzes ist Baumgart beim FC auch angetreten, um die einzelnen Spieler zu verbessern. Das ist dem Trainer bereits innerhalb weniger Wochen beim FC in einigen Fällen offensichtlich gelungen. Augenscheinlich in der Offensive. Die Schwachstelle der Vorsaison scheint ausgemerzt. Der Angriff blüht geradezu auf. Anthony Modeste findet zu alter Stärke zurück, befeuert von Jan Thielmann, der sich beeindruckend weiterentwickelt, und Mark Uth, der offenbar wieder Spaß am Fußball hat. Doch Uth und Thielmann fallen am Samstag aus. 

Während der Youngster krankheitsbedingt fehlt, wollte Baumgart zu Uths Ausfall nichts sagen. Am Donnerstag hatte sich der Trainer noch optimistisch geäußert, doch der gebürtige Kölner fällt definitiv aus. Offenbar gehen die Probleme vom Rücken aus. Baumgart muss also sein Team in der Offensive umbauen.

Eine Chance für Ondrej Duda. Der Slowake kam bislang nicht über die Rolle des Edeljokers hinaus, es wurde bereits über einen möglichen Abgang des Mittelfeldspielers spekuliert. Dem schob Baumgart einen Riegel vor: „Der FC plant mit ihm, und das heißt, dass er eine wichtige Rolle spielt.“ Diese möglicherweise gegen Bochum. Auch, wenn Baumgarts Spielsystem nicht auf den technisch versierten Duda zugeschnitten ist. Auch Louis Schaub wäre eine Option für die Startelf.

Trotz des personellen Engpasses strebt der FC drei Punkte an. Die Enttäuschung einer Niederlage gegen den VfL wäre groß und vermutlich von längerer Dauer.