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1. FC Köln verliert gegen Arminia Bielefeld: Auswärtsspiel mit Niederlage

Auswärts-Niederlage der Geißböcke : 1. FC Köln kommt gegen Arminia Bielefeld nicht ins Spiel

Der 1. FC Köln agierte in Bielefeld zu langsam im Spielaufbau, zu behäbig ohne Ball und zeigte insgesamt zu viel Zurückhaltung. Nach dem zweiten Spieltag stehen die Geißböcke noch immer bei null Punkten.

Der 1. FC Köln steht schon nach dem zweiten Spieltag der neuen Saison mit dem Rücken zur Wand. Eine Woche nach dem 2:3 zuhause gegen 1899 Hoffenheim leisteten sich enttäuschende Geißböcke am Samstag eine verdiente 0:1 (0:0)-Niederlage gegen Aufsteiger DSC Arminia Bielefeld. Joan Simun Edmundsson von den Färoer Inseln verhagelte den Kölnern mit dem 1:0 in der 78. Minute den zweiten Spieltag. Der Joker profitierte beim ersten Bundesliga-Treffer eines Fähringers überhaupt von einem Fehler von FC-Torwart Timo Horn. Die Konsequenz: Während die Arminia nun schon vier Punkte gesammelt hat, steht der FC noch bei null.

FC-Coach Markus Gisdol änderte seine Startelf im Vergleich zum 2:3 gegen Hoffenheim nur auf einer Position. Kingsley Ehizibue übernahm für Marco Höger die Position des Rechtsverteidigers. Neuzugang Dimitrios Limnios musste also zunächst auf der Bank Platz nehmen, weil Gisdol auf der rechten Außenbahn Elvis Rexhbecaj sein Vertrauen schenkte. 5460 Zuschauer durften dabei sein und empfingen beide Teams stimmungsvoll und lautstark bei leichtem Dauerregen auf der Alm.

Eine Atmosphäre, die der Fußball braucht, die ihn ausmacht und einen Eindruck vermittelte, welche Wucht gerade ein Stadion wie die SchücoArena entwickeln kann. Die Bielefelder nahmen die tolle Stimmung in ihrer ersten Bundesliga-Heimpartie nach elf Jahren gerne auf. Der Aufsteiger zeigte, was er kann, trat geschlossen, zweikampfstark und schnörkellos auf. Gefahr beschwor das Team von Trainer Uwe Neuhaus (60) in dessen erstem Heimspiel als Bundesliga-Trainer allerdings kaum herauf. FC-Keeper Timo Horn musste nur bei einem 30-Meter-Kracher von Anderson Lucoqui sein Können aufbieten (40.).

Die Geißböcke kamen überhaupt nicht ins Spiel. Die Gisdol-Elf agierte zu langsam im Spielaufbau, zu behäbig ohne Ball und zeigte insgesamt zu viel Zurückhaltung. Vor allem im Zentrum blieben Jonas Hector, Ellyes Skhiri und Neuzugang Ondrej Duda hinter ihren Möglichkeiten zurück, verschleppten das Tempo und leisteten sich zu viele einfache Ballverluste. Die größte Chance der von beiden Seiten enttäuschenden ersten Hälfte hatte trotzdem der FC. Duda gab von links einen Freistoß herein, der bis zum langen Pfoten durchrutschte und dort vier Meter vor dem Tor den völlig freien Rafael Czichos überraschte. Vom Körper des FC-Innenverteidigers flog der Ball deshalb nur in die Arme von Bielefelds Torwart Stefan Ortega (42.).

Zur Pause musste Jonas Hector mit Verdacht auf Gehirnerschütterung und gelbverwarnt in der Kabine bleiben. Dominick Drexler kam für den Kapitän und übernahm den linken Flügel, Rexhbecaj rückte dafür auf die Sechs. Die Kölner bekamen die Partie zwar etwas mehr in den Griff, großartig verbesserten sich aber weder die FC-Leistung noch das Niveau des Spiels. Und Torchancen waren an diesem trüben Nachmittag am Teutoburger Wald sowieso absolute Mangelware. Markus Gisdol reagierte, brachte erst Limnios und später noch Salih Özcan und den 19-jährigen Neuzugang Tolu Arokodare. Sein Gegenüber Neuhaus hatte aber ein glücklicheres Händchen.

Nach einem langen Pass hob FC-Linksverteidiger Jannes Horn das Abseits auf und Joker Edmundson ließ den zögerlichen Timo Horn schlecht aussehen, weil sein wohl als Pass geplanter Rechtsschuss am verdutzten FC-Keeper vorbei glücklich im kurzen Eck landete (78.). „Es war ein Fehler und bei einem Torwart ist das auch gleich immer brutal“, sagte Markus Gisdol, nahm Horn aber auch sofort in Schutz: „Er hat letzte Saison viele gute Spiele für uns gemacht und jetzt einen Fehler in einem Spiel. Timo ist unsere Nummer eins und wird es auch bleiben.“

Der FC-Coach warf aus Verzweiflung noch Frederik Sörensen ins Getümmel. Der FC hatte aber außer Körperlänge im Bielefelder Strafraum nicht mehr viel zu bieten und ging unter den Jubelgesängen der Heim-Fans zurecht als Verlierer vom Platz. Die Geißböcke sind damit vor dem Derby am kommenden Samstag gegen Borussia Mönchengladbach seit zwölf Bundesligaspielen sieglos. Es könnte ein stürmischer Herbst in Köln werden. Glaubt auch Rafael Czichos, als er gefragt wurde, wie der FC nun Ruhe einkehren soll: „Bei uns ist ja nie wirklich Ruhe“, verwies der Innenverteidiger auch auf die aktuellen Geschehnissen rund um die Führungsgremien beim FC in den vergangenen Wochen. Linksverteidiger Jannes Horn brachte es sportlich auf den Punkt: „Zwei Spiele und zwei Niederlagen. Das haben wir uns anders vorgestellt. Aber wir haben die Köpfe oben.“

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