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Drittes 1:1 in Folge: 1. FC Köln verpasst erneut Last-Minute-Siegtreffer

Drittes 1:1 in Folge : 1. FC Köln verpasst erneut Last-Minute-Siegtreffer

25 000 Zuschauer verfolgten in Frankfurt ein „wildes“ Spiel zwischen der Eintracht und dem 1. FC Köln. Ein zerfahrenes 1:1 mit zahlreichen Unterbrechungen und einem Kuriosum.

Noch Minuten nach dem Schlusspfif standen Steffen Baumgart und Oliver Glasner auf dem Rasen des Frankfurter Stadions und unterhielten sich angeregt. Mal lachend, mal einfach nur nickend. Der Dialog hatte etwas beruhigendes nach dem 1:1 des 1. FC Köln bei Eintracht Frankfurt. Wohl gemerkt nach dem dritten 1:1 der Kölner und dem fünften der Frankfurter in Folge. „Es war ein ganz wildes Spiel, gerade in der ersten Halbzeit. Es gab extrem viele Unterbrechungen, wenig Spielfluss, wie gesagt ganz wild“, sagte Florian Kainz, der nach abgesessener Sperre gegen die Eintracht wieder in die Startelf rotiert war. „Ein Spiel auf Augenhöhe“, hatte Baumgart erwartet. Und sollte damit weitestgehend recht behalten haben.

Auch, weil Baumgart eine andere Marschroute vorgegeben hatte: „Wenn du dem Gegner Ruhe gibst, kann er das Spiel aufbauen. Und wenn nicht, wird es hektisch. Wir wollen keinem Gegner Ruhe geben.“ Nur wollte Frankfurt dem FC genauso wenig Ruhe geben, setzte die Kölner ebenfalls unter Druck und zwang den Kölner Defensivverbund zu ungewohnt vielen Fehlern. So entstand ein hektisches, „wildes“, aber auch schmerzhaftes Spiel. Bereits nach zwölf Minuten rasselten Kainz und Erik Durm aneinander. Der Frankfurter Verteidiger musste lange behandelt und dann benommen vom Platz genommen werden. Für den Außenspieler kam Danny da Costa. Der FC nutzte den Moment der Unsortiertheit. Benno Schmitz schlug einen Diagonalball auf Jonas Hector, der den Ball ins Zentrum passte. Ellyes Skhiri traf zum 1:0. „Es ist schön, mein erstes Saisontor erzielt zu haben. Ich freue mich, dem Team damit geholfen zu haben, aber zum Sieg hat es heute nicht gereicht“, sagte der Tunesier, einmal mehr der beste Kölner Spieler. 

FC in der ersten Halbzeit das bessere Team

Der Treffer gab den Kölnern Sicherheit. Der FC machte nun das Spiel, setzte Baumgarts Offensivvorgabe um, sorgte aber nur selten wirklich für Gefahr. „Es hat oft der letzte Pass gefehlt, sonst hätten wir uns weitere Torchancen erspielen und sicherlich auch höher in Führung gehen können“, sagte Keeper Timo Horn. Auf der anderen Seite ließen die Kölner dem Gegner über die Außen viele Räume. Und: Immer wieder musste das Spiel aufgrund von Behandlungen unterbrochen werden. Nach Durms Auswechlung musste Luca Kilian, der erneut den Vorzug vor Jorge Meré erhalten hatte, ebenfalls vom Feld. Der Innenverteidiger war vom eigenen Torhüter am Kopf getroffen wurden. Auch Benno Schmitz und Timothy Chandler blieben nach einem Zusammenprall liegen. „Ich glaube schon, dass so viele Unterbrechungen und Kopfverletzungen ungewöhnlich sind“, sagte Jonas Hector.

So ließ Schiedsrichter Martin Petersen ganze acht Minuten nachspielen. Acht Minuten, die es in sich hatten. Nach einer präzisen Hereingabe von Anthony Modeste verpasste der für Jan Thielmann beginnende Sebastian Andersson das 2:0. „Wir haben die ein oder andere Situation in der ersten Halbzeit nicht gut genug ausgespielt. Da war ich nicht ganz so erfreut drüber“, sagte Baumgart. Zumal sich die vergebene Chance bereits im Gegenzug rächte. Filip Kostic, der beste Frankfurter, legte ab auf Rafael Borré, der mit seinem ersten Saisontreffer ausglich. „Ende der ersten Halbzeit haben wir unseren Plan verlassen.“, gab Hector zu.

Kuriosum auf dem Videowürfel

Und der FC fand ihn im zweiten Durchgang auch nicht mehr wieder. Frankfurt steigerte sich, war aggressiver, wirkte wachter und erarbeitete sich ein deutliches Chancenplus. Ein Schuss von Ondrej Duda, für den Mark Uth auf der Bank geblieben war, ließ Kevin Trapp unglücklich abprallen, Modeste passte weiter auf Kainz, der einschob. Allerdings stand der Franzose beim Schuss des Slowaken hauchdünn im Abseits, der Treffer wurde nicht gegeben. Kurios: Auf dem Videowürfel wurde schon die Entscheidung des Videoschiedsrichters bekannt gegeben, da diskutierte Petersen noch fleißig mit dem Kölner Keller.

Fortan war Frankfurt näher am Siegtreffer als der FC. Bis in die Nachspielzeit hinein. Dann spielte Andersson den eingewechselten Uth frei, doch der Kölner Offensivmann vergab aus wenigen Metern. „Wenn ich die letzte Chance von Mark sehe, hätten wir in der letzten Sekunde noch etwas reißen können“, sagte Baumgart. „Grundsätzlich bin ich zufrieden mit dem Spiel, ob auch mit dem Ergebnis fragen Sie mich mal in zwei Tagen.“ Dann beginnt die Vorbereitung auf das kommende Spiel gegen Greuther Fürth. „Wir müssen gucken, dass wir am Freitag unser Heimspiel gewinnen“, sagte Hector.