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1. FC Köln will Altglienicke im DFB-Pokal nicht unterschätzen

DFB-Pokalspiel am Samstag : 1. FC Köln will Altglienicke nicht unterschätzen

Mit der Partie gegen die VSG Altglienicke steht für den 1. FC Köln das erste Pflichtspiel der neuen Saison an. Anders als die Kölner sind die Berliner schon im Wettkampfmodus.

Der Reiz des DFB-Pokals liegt in den Gegensätzen: Klein gegen Groß, Arm gegen Reich, Amateure gegen Profis. Gerade in den ersten beiden Runden des Wettbewerbs gibt es so viele Unterschiede zwischen den Kontrahenten, dass es schwer wird, sie alle aufzuzählen. Markus Gisdol hat sich aber einen rausgepickt aus der Masse und nutzt ihn, um vor der dem Pokal so eigenen Torheit des Favoriten zu warnen.

„Sie sind schon im Wettkampfmodus und ein Aufstiegskandidat auf dem Niveau einer Drittliga-Mannschaft“, erklärte der Trainer des 1. FC Köln vor dem Erstrundenduell am Samstag (15.30 Uhr, Rheinenergiestadion/Sky) mit dem Berliner Regionalligisten VSG Altglienicke.

Es zählt zu den Eigenarten des Pokalwettbewerbs, dass die sportliche Leitung des Favoriten im Vorfeld eines Spiels an die Ernsthaftigkeit und Professionalität ihrer Mannschaft appelliert. Karsten Heine, Trainer des Außenseiters, schürte die Ängste vor einer Blamage des Bundesligisten, indem er erzählte, was ihm Hoffnung auf eine Überraschung macht: „Wir wollen Köln so lange wie möglich ärgern. Vielleicht sind drei, vier FC-Spieler dabei, die uns unterschätzen“, mutmaßte der 65-Jährige, der an der Seitenlinie von Torsten Mattuschka, ehemaliger Profi bei Union Berlin, assistiert wird.

Rexhbecaj kennt einige Gegenspieler

FC-Profi Elvis Rexhbecaj wird wohl nicht dazugehören. Der Leihspieler kennt aus seiner Zeit in Brandenburg und beim VfL Wolfsburg mit Torwart Leon Bätge, Torjäger Tolcay Cigerci und Stürmer Tugay Uzan einige Spieler und weiß, was sie können: „Es wird sicher schön, am Samstag ein paar bekannte Gesichter wiederzusehen.“

Der große Vorteil, den unterklassige Teams im Pokal besitzen, hat die VSG allerdings hergegeben. Coronabedingt verzichtet der Viertligist auf sein Heimrecht im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Nicht so schlimm, findet Heine: „In der Liga spielen wir auch nur vor ein paar Hundert Zuschauern.“ Der Trainer glaubt sogar, dass die Vorstellung, in einer großen Bundesliga-Arena einlaufen zu dürfen, seine Spieler zusätzlich motivieren könnte.

Das getauschte Heimrecht beschert dem FC sein erstes Erstrunden-Heimspiel im DFB-Pokal seit 22 Jahren und das erste Pflichtspiel vor Zuschauern seit dem 2:1-Erfolg beim SC Paderborn am 6. März. 300 Menschen werden sich am Samstag im 50 000 Zuschauer fassenden Rheinenergiestadion verlieren. „Wir müssen ein gewisses Kontingent an den DFB und Altglienicke abgeben. Die restlichen 250 Tickets sind unter allen Dauerkartenbesitzern verlost worden, die für die kommende Saison auf eine Kompensation verzichtet haben“, erklärte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle.

Mehr als 300 Fans beim Bundesliga-Auftakt

Da wusste er noch nicht, dass das Licht am Zuschauer-Horizont heller geworden ist. Schon für das erste Bundesliga-Heimspiel der Saison 2020/21 am 19. September gegen die TSG Hoffenheim dürfen mehr Fans ins Stadion kommen. Dies stellte die NRW-Landesregierung am Freitag konkret in Aussicht.

Eine gute Nachricht für den Breiten- und Profisport und auch für den FC, der wieder mit mehr Einnahmen rechnen darf. Zeiten, in denen das Geld knapper geworden ist, erhöhen für einen Club wie die Kölner auch die Bedeutung des DFB-Pokals. Für den Einzug in die zweite Runde gibt es immerhin eine Prämie von 350 000 Euro und die Aussicht auf mehr Geld. Da will man keine unliebsame Überraschung erleben, wie sie Altglienickes Kapitän Stephan Brehmer den Geißböcken prophezeit: „Köln hat gefühlt nicht einmal unseren Namen auf dem Schirm. Sie werden mich noch weniger kennen. Aber vielleicht sind sie nach dem Spiel überrascht.“