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Virtuelle Bundesliga: 1. FC Köln will weiter auf die eSport-Branche setzen

Virtuelle Bundesliga : 1. FC Köln will weiter auf die eSport-Branche setzen

Während sich Vereine wie der VfB Stuttgart aus der eSport-Branche zurückziehen, will der 1. FC Köln sein Engagement fortsetzen. Für die neue Saison in der virtuellen Bundesliga hat der Club drei Spieler verpflichtet.

In den vergangenen Jahren gehörte das Aufeinandertreffen des 1. FC Köln mit dem VfB Stuttgart fest zum Spielkalender. Während sich die beiden Vereine an diesem Mittwochabend im DFB-Pokal gegenüberstehen, wird ein Schlagabtausch in der virtuellen Bundesliga (VBL) jedoch nicht mehr stattfinden. Der VfB musste sein eSports-Engagement während der Corona-Krise aufgeben. Zur Begründung führte die Vereinsleitung die „wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie“ an, die diesen Schritt erforderlich gemacht hatten – im Gegensatz zum FC.

Der Fußball-Bundesligist bekräftigte nun sogar, weiter auf die eSport-Branche setzen zu wollen: „eSport ist ein ganz wichtiger Bestandteil unserer digitalen und strategischen Ausrichtung", sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle auf dem Branchenkongress Spobis 2021 in Düsseldorf. Seit 2019 halten die Geißböcke 25 Prozent der Anteile an der Kult-Gaming-Organisation SK Gaming, die ihren Sitz in Köln hat. Seit diesem Jahr jedoch geht der FC erstmals losgelöst von seinem Partner SK Gaming mit einem eigenen FIFA-Team an den Start der virtuellen Bundesliga.

Der 1. FC Köln will mit dem eSport-Team vor allem eine junge Zielgruppe ansprechen

Wehrle will mit dem Engagement im eSport vor allem die junge Zielgruppe ansprechen. Die Zuschauerzahlen und Umsatzerlöse in der Gaming-Branche steigen seit Jahren. Im Jahr 2020 belief sich der weltweite Umsatz im eSports-Markt laut dem Datenanbieter Statista auf 947 Millionen US-Dollar. In diesem Jahr sollen diese laut Prognosen schon auf mehr als eine Milliarde Dollar anwachsen.

Das organisierte und wettkampfmäßige Spielen von Videospielen findet gemessen an den Zuschauerzahlen immer größere Beachtung: Im vergangenen Jahr waren es weltweit mehr als 435 Millionen Personen, die sich zumindest hin und wieder virtuelle Sportevents anschauten. "Wir wollen über den digitalen Sport Anhänger, Sponsoren und Partner akquirieren, die sich bereits mit dem Club identifizieren", sagte Wehrle. Im besten Fall könnten eSport-Begeisterte schließlich auch für das Kerngeschäft des Vereins begeistert werden. Ralf Reichert, CEO des Kölner eSport-Unternehmen ESL, hofft für die VBL auf einen "Top-Zuschauerschnitt in fünf bis zehn Jahren". Dazu sei es wichtig, dass der eSport eine zunehmende "kulturelle Relevanz" bekomme.

Drei Neuverpflichtungen im eSport-Team des 1. FC Köln

Pünktlich zum Start der vierten virtuellen Bundesliga-Saison Anfang November hat der FC in den vergangenen Monaten drei Topspieler verpflichtet. Darunter ist mit Denis Müller ein Spieler, der sich im vergangenen Jahr für den FIFAe World Cup qualifiziert hatte, der wegen der Corona-Pandemie allerdings ausfiel. Auch die ehemaligen Spieler von SK Gaming, Tim "The StrxngeR" Katnawatos und Felix "Flexxooo" Günther, unterzeichneten beim 1. FC Köln, nachdem SK Gaming seine Mannschaft in diesem Sommer aus dem Wettbewerb zurückgezogen hatte. Das erste Spiel auf virtuellem Rasen bestreitet die neuformierte Mannschaft am 9. November gegen SV Werder Bremen.

Insgesamt 26 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga treten mit ihren FIFA-Teams in der virtuellen Bundesliga an. Die Teilnahme an der VBL steht allen 36 Clubs der ersten und zweiten Liga offen. Der FC Bayern München und Borussia Dortmund sind dabei die einzigen Bundesligisten, die einen Einstieg in die eSport-Branche bislang ablehnen.