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Gastspiel mit Jürgen Kohler: „Auf junge Spieler sollte der 1. FC Köln setzen“

Gastspiel mit Jürgen Kohler : „Auf junge Spieler sollte der 1. FC Köln setzen“

In unserem „GA-stspiel“ werfen Prominente einen Blick auf das kommende Bundesliga-Spiel des 1. FC Köln. In der ersten Folge analysiert der Welt- und Europameister Jürgen Kohler den FC.

Natürlich war der Auftritt des 1. FC Köln gegen Carl Zeiss Jena nicht berauschend. Es haben vor allem Tempo und die Pässe in die Tiefe gefehlt, allerdings war es ein Pokalspiel, und das muss man richtig einordnen. Man kann den Pokal nicht mit der Liga vergleichen.

Zumal ich davon ausgehe, dass wir in Jena nicht die erste Elf des FC gesehen haben. Ich könnte mir vorstellen, dass Jonas Hector auf die linke Verteidigerposition rückt. Ich persönlich sehe auch Jorge Meré eher in der Startelf als Timo Hübers. Man muss dem Jungen mal das Vertrauen schenken. Hübers hat mich in Hannover nie überzeugt. Er ist sicherlich kein schlechter Spieler, bringt mehr Physis mit als Meré, aber ich sehe den Spanier in dem internen Duell vorn. Meiner Meinung nach ist Salih Özcan auch kein klassischer Sechser. Salih ist unheimlich kreativ und sollte deutlich offensiver spielen.

„Platz zehn bis 14 wäre ein Erfolg“

Von der Bank kamen dann einige starke Spieler. Ellyes Skhiri, Louis Schaub und vor allem Tim Lemperle haben mir sehr gut gefallen. Gerade auf Spieler wie Lemperle sollte der FC mehr setzen. Das sollte der Weg, die Philosophie der Kölner sein. Wenn man sich die erfolgreichen Jahre Ende der 70er oder Anfang der 90er mal anschaut, haben eigentlich immer Kräfte aus dem Kölner Umfeld maßgeblichen Anteil am FC-Spiel gehabt. Jetzt verfügt Köln wieder über starke Talente wie Lemperle, Jan Thielmann oder Marvin Obuz. Sie sind schnell. Das kommt dem Spielsystem von Steffen Baumgart entgegen.

Der FC verfügt über weitere starke Talente. Justin Diehl ist schon sehr weit und wird seinen Weg machen. Aber auch Jonas Urbig ist ein großes Talent und schon jetzt ein ernst zu nehmender Widersacher für Timo Horn und Marvin Schwäbe.

Der FC wird in dieser Spielzeit seinen Weg machen. Ich denke, ein Platz zwischen zehn und 14 wäre ein Erfolg. Der Kader mit Mark Uth und einem fitten Sebastian Andersson gibt das her. Baumgart hat gesagt, dass er mehr als den Klassenerhalt will. Das ist die richtige Aussage. Wenn ich den Jungs sage, dass es nur um den Klassenerhalt gehe, setze ich ein falsches Zeichen. Der Mittelweg ist der richtige!