1. FC Köln Auf und Ab der Gefühle

WOLFSBURG · Es war ein Abend der Extreme, den Dominic Maroh im nasskalten Wolfsburg über sich ergehen lassen musste. Genugtuung und Freude erlebte er in der elften Minute nach seinem ersten Bundesligatreffer für den 1. FC Köln, Frust und Niedergeschlagenheit überfielen den Innenverteidiger elf Minuten vor Schluss.

Da wurde er zum zweiten Mal von einem Gegner im Kopfballspiel übersprungen, und er und die Kollegen verloren noch mit 1:2. "Der Angreifer ist bei solchen Flanken schon im Vorteil, weil er nur auf den Ball schauen muss. Ich muss auf Ball und Gegner schauen", klagte Maroh. In der 16. Minute war ihm dies nicht gelungen, als Bas Dost nach einer Hereingabe von Sebastian Jung vor ihm hoch stieg und einköpfte. Allerdings war der Flankengeber auch von Dusan Svento sträflich frei gelassen worden. "Gegen einen Mann wie Bas Dost ist es schwierig zu verteidigen, wenn er mit Anlauf vom langen zum kurzen Pfosten kommt. Entscheidender war, dass wir die Flanke hätten verhindern müssen", monierte Geschäftsführer Jörg Schmadtke.

Das war beim Siegtreffer durch Naldo in der 78. Minute nicht möglich. Denn Kevin de Bruyne, der als Wolfsburgs Ideengeber von Matthias Lehmann und Yannick Gerhardt im Spiel gut beschattet wurde, lieferte die Vorlage per Eckstoß. Dann stand wieder Maroh die entscheidenden zwei Schritte zu weit weg, um den gegnerischen Abwehrchef am fünften Saisontreffer zu hindern. "Wenn der mit seinen zwei mal einen Meter in den Ball reingeflogen kommt, machst du nichts mehr", nahm es Timo Horn humoristisch.

[kein Linktext vorhanden]Was eine mögliche Verbesserung der Absprachen zwischen dem Torhüter und seinem Vordermann betrifft, so haben sie dazu in der kommenden Woche Zeit. Denn Horn und Maroh verbringen mit ihren Lebensgefährtinnen die Jahreswende im Grand Tirolia Hotel in Kitzbühel, wo der FC sein Sommertrainingslager bezogen hatte. Nach der Rückkehr hat Maroh einen Termin bei Schmadtke und Jörg Jakobs. Dann geht es um eine mögliche Verlängerung des im nächsten Juni auslaufenden Vertrages.

VfL Wolfsburg - 1. FC Köln 2:1
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Zurück zum Spiel in Wolfsburg. Das vermochten die Kölner nach dem 1:1 bis zum Siegtreffer der Gastgeber völlig ausgeglichen zu gestalten, was die Chancen anbelangte. Bei der spielerischen Dominanz schlug das Pendel dagegen klar zugunsten der Hausherren aus. Lag der Ballbesitz vor der Pause bei 70 Prozent, so ging er bis zum Ende aber auf 60 Prozent zurück. Bei zwei strittigen Elfmetersituationen lag Peter Gagelmann wohl richtig. Weder den Handaufleger von Maroh gegen Daniel Caligiuri (72.) noch den Zusammenprall von Torwart Diego Benaglio mit Tony Ujah (90.+2) wertete der Schiedsrichter als strafstoßwürdig.

Die besten Chancen der Gäste besaßen Daniel Halfar und Simon Zoller. Halfar lupfte in der 36. Minute den Ball über Benaglio, traf aber nur die Latte. In der 54. Minute bediente er Zoller mit einem wunderschönen Pass, doch der kurz zuvor eingewechselte Stürmer vergab frei stehend. Dagegen zeigte Halfar eine spielerisch starke Leistung, setzte seine Mitspieler gekonnt in Szene und war sehr engagiert. Ebenso Yannick Gerhardt, der als Vertreter des gesperrten Kevin Vogt auf der zweiten Sechserposition sehr dominant aufspielte. "Nachdem es zu Beginn der Saison bei mir nicht so gut lief, hätte ich jetzt nichts dagegen, wenn es keine Winterpause geben würde. Bei mir läuft es, und ich möchte in der Rückrunde zeigen, was ich kann", war er trotz der Niederlage zufrieden.

So ging es auch Schmadtke. "Wir hätten gegen eine ganz starke Wolfsburger Mannschaft einen Punkt mitnehmen können. Wir haben mit- und Chancen erspielt sowie Stabilität gezeigt. Schade, unsere Leistung war sehr beachtlich." Trainer Peter Stöger ging es ähnlich. Er sei zufrieden, weil die meisten Vorgaben umgesetzt worden seien. "Gegen so einen Gegner können allerdings wenige Szenen reichen, um zu verlieren."

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