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1. FC Köln: „Behalten Sie diesen Trainer“

1. FC Köln : „Behalten Sie diesen Trainer“

Arsenal-Coach Wenger appelliert an den 1. FC Köln und bricht eine Lanze für den Kollegen Peter Stöger.

Es sollte so etwas wie das Spiel des Jahres werden. Doch angesichts der sportlichen und personellen Pro-bleme im Club ist im Vorfeld der Europa-League-Partie die Freude auf das Heim-Duell mit dem FC Arsenal beim 1. FC Köln in den Hintergrund getreten.

Sitzung mit Folgen: Überschattet wird das ab 19 Uhr von Sky übertragene Spiel vom Überlebenskampf der Kölner in der Bundesliga. Am Dienstagabend hatten Geschäftsführer Alexander Wehrle, Vize-Präsident Toni Schumacher und Sportdirektor Jörg Jakobs den fünfköpfigen Spielerrat mit Kapitän Matthias Lehmann, Jonas Hector, Timo Horn, Thomas Kessler und Dominic Maroh zu einem Gespräch gebeten, über das Trainer Peter Stöger bei der Sitzung am Samstag informiert worden war.

Im Anschluss an die gut eineinhalbstündige Unterredung sagte Timo Horn gegenüber der „Bild“, dass es ein guter Dialog gewesen sei. Man wolle es gemeinsam schaffen. Und: „Am Trainer liegt es nicht. Die Frage zu stellen ist auch Quatsch.“ Dann aber folgten diese Aussagen: „Wir müssen gucken, dass wir etwas ändern, um gemeinsam da raus zu kommen. Abläufe. Es muss vielleicht ein anderer Zug rein. Das wollen wir in den nächsten Wochen angehen.“ Als Stöger damit in einer Presserunde am Mittwoch konfrontiert und dazu befragt wurde, meinte er säuerlich: „Sie müssen Timo Horn fragen, was sich ändern soll, welchen Zug er gerne sehen möchte, welcher Zug ihm fehlt. Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen.“

Der ebenfalls anwesende Maroh, ein enger Freund des Torhüters, versuchte derweil die Wogen zu glätten, als er sagte: „Timo hat wohl gemeint, dass wir jetzt alle noch mehr zusammenrücken, die Dinge noch nüchterner analysieren müssen. Es ist wichtig, dass wir eine brutale Einheit bilden. Die war schon da, aber die Situation erfordert noch mehr, an jeder Stellschraube zu drehen.“

Bittersüßer Genuss: Unabhängig von den Pro-blemen und der Frage, ob der FC Arsenal mit einer B- oder C-Auswahl antritt, will Maroh das Europa-League-Spiel genießen. „Für mich wird es ein Festtag. Wer weiß, wie viele von uns so etwas noch erleben dürfen. Für mich gibt es nichts Schöneres als ein Flutlichtspiel hier in Müngersdorf gegen einen solchen Gegner.“

Auch Stöger sprach unabhängig von der Zusammenstellung der Arsenal-Mannschaft von einem „außergewöhnlichen Gegner und außergewöhnlichen Trainer“. Da die Engländer sich bereits für die K.o.-Runde qualifiziert haben und am Sonntag beim punktgleichen Tabellennachbarn FC Burnley vor einer schwierigen Aufgabe in der Premier League stehen, rechnet er nicht damit, „dass wir alle Top-Stars von Arsenal hier in Köln sehen werden“.

„Ein echter Sir“: Das bestätigte auch Arsène Wenger, den Peter Stöger wegen seines seriösen Auftretens, seiner Persönlichkeit und seines fußballerischen Sachverstand „einen echten Sir“ nannte, im Gespräch nach der Ankunft am Köln/Bonner Flughafen. Aber jene Spieler, zu denen auch der Ex-Bremer Per Mertesacker gehört, die spielen würden, würden alles geben. „Unser Anspruch ist, jedes Spiel zu gewinnen. Denn wir sind Arsenal.“ Schwierig bezeichnete er die Lage des 1. FC Köln. Sie sei allerdings auch schwierig zu verstehen. Und dann gab der Elsässer, der seit 21 Jahren und 54 Tagen den FC Arsenal betreut, den Vereinsverantwortlichen des 1. FC Köln diesen Rat: „Ich empfehle ihnen, diesen Trainer zu behalten. Er hatte Erfolg im Vorjahr und muss jetzt den Verlust von Torjäger Modeste verkraften. Der 1. FC Köln ist ein starker Verein, und starke Vereine stehen zu ihrem Trainer, auch wenn es einmal nicht so gut um den Club steht.“