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Saisonvorbereitung: Beim 1. FC Köln erkennt man Baumgarts Handschrift

Saisonvorbereitung : Beim 1. FC Köln erkennt man Baumgarts Handschrift

Beim 3:2-Erfolg über Bayern München zeigt sich eindrucksvoll die Veränderung des 1. FC Köln zur Vorsaison. Steffen Baumgart hat dem Team schon jetzt ein neues Gesicht verliehen.

Steffen Baumgart lächelte in die Kamera, hielt noch einen schnellen Plausch mit einem Fan, um dann das nächste Selfie mit einem Zuschauer zu machen. Der Kölner Trainer wirkte locker, gelöst, fast schon entspannt. Ein ungewohntes Bild. Denn nur wenige Minuten zuvor tigerte der 49-Jährige die Linie der MS-Technologie-Arena in Villingen entlang, feuerte sein Team an, brüllte Anweisungen, Verbesserungen über den Platz. Mit Erfolg – 3:2 setzte sich der FC gegen Bayern München durch. Und das beim Bayern-Debüt von Julian Nagelsmann.

Für den FC bereits der zweite Sieg im dritten Testspiel, am Sonntag soll der dritte Erfolg gegen den schweizer Zweitligisten FC Schaffhausen folgen. Die Bilanz kann sich sehen lassen. Zumindest auf dem Papier. Denn der sportliche Wert der Ergebnisse ist überschaubar. Dem 4:0-Erfolg über den Regionalligisten Fortuna Köln sowie dem 1:1-Unentschieden gegen den Drittligisten MSV Duisburg folgte zwar der 3:2-Erfolg über Bayern München, allerdings gegen eine B-Elf. Auch wenn die Aussagekraft der Ergebnisse gering ist, Baumgart zeigte sich nach dem Bayern-Spiel zufrieden. „Wir haben ein gutes Vorbereitungsspiel und ein gutes Niveau gesehen“, sagte der Coach.

Der Trainer hat seine Handschrift hinterlassen

Baumgarts Zufriedenheit kommt nicht von ungefähr. Der Trainer hat innerhalb weniger Wochen seine Handschrift hinterlassen - wenn auch noch eine dünne. Die Spieler setzen das um, was sich der Coach zum Amtsantritt gewünscht hat. Offensiven Fußball, frühes Anlaufen, Laufbereitschaft. „So wie die Jungs gegen den Ball arbeiten, machen sie es richtig gut“, sagte der Coach. „Wir sind oft in die Tiefe gekommen, wir haben Chancen erarbeitet. Aber wir mussten auch Wege zurück machen. Da müssen sich die Jungs nun dran gewöhnen.“

Vor allem Mark Uth und Jan Thielmann erarbeiteten sich Chancen und Tore. Den 1:1-Ausgleich erzielte der Youngster. Die 2:1-Führung bereitete er vor, Uth traf gleich doppelt - einmal per sehenswertem Seitfallzieher. Der Rückkehrer überzeugte auf der Position hinter den Spitzen. „Da fühle ich mich am wohlsten“, sagte Uth am Samstag. „Da kann ich zwischen den Linien schwimmen, zu den Jungs durchstecken oder selbst gefährlich werden. Für mich ist das die beste Position“, so der Angreifer weiter. „Schön, dass er sich das wünscht. Ich wünsche mir auch Vieles“, sagte Baumgart. „Ich sehe Mark nicht nur auf der Position, ich sehe ihn auch als zweite Sturmspitze. Das sieht er nciht so gerne, weil er mehr anlaufen muss. Aber da bekommen ich ihn auch noch hin.“

Riskante, aber begeisternde Spielweise

Ebenfalls bei Amtsantritt hatte Baumgart angekündigt, dass man bei dieser Spielweise auch mal das ein oder andere Gegentor mehr bekommen könne. Auch damit hat er aktuell recht. „Wenn die Bayern Chancen hatten, dann weil wir vielleicht noch nicht alles richtig gemacht haben“, sagte der Coach. Bei beiden Treffern stellte sich die Hintermannschaft nicht besonders clever an. Besonders ärgerlich der Patzer von Rafael Czichos vor dem 2:2.

Dennoch: Die Spielweise der Kölner ist riskant, aber sie begeistert. Baumgart hat das Gesicht der Mannschaft in wenigen Wochen verändert. Mit Spaß leitet er die Trainingseinheiten, hat für jeden Spieler einen Spruch auf Lager. Das steckt an. Die Profis wirken gelöst. Das merken auch die Fans. „Der Trainer is on fire“, heißt es bereits in den sozialen Medien. Auch, weil Baumgart aktuell auch auf den Nachwuchs setzt. Einmal mehr zeigten sich Talente wie Tim Lempterle oder Jens Castrop. Ebenfalls erfreulich: Auch Anthony Modeste zeigt sich in guter Verfassung, Sebastian Andersson absolvierte seine ersten Minuten.