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Darum hat der 1. FC Köln in der Bundesliga gegen Bochum gewonnen

Überzeugender Auftritt : Darum hat der 1. FC Köln gegen Bochum gewonnen

Der 1. FC Köln betreibt einen hohen Aufwand, das intensive Spiel zahlt sich bislang aus. Vor allem über die Außen haben die Kölner beim Sieg gegen den VfL Bochum viel Druck erzeugt.

Auch am Montag herrschte rund ums Geißbockheim diese ungewohnte Ruhe – zumindest auf dem Trainingsglände. FC-Trainer Steffen Baumgart, der hier sonst lautstark seine motivierenden, einpeitschenden Ideen von sich gibt, hat seinen Spielern nach dem 2:1-Erfolg über den VfL Bochum zwei Tage Regeneration verschrieben. Die haben sich die Akteure auch verdient. Der Auftakt war intensiv. So, wie es sich Baumgart von seinem Team wünscht. Und der Lohn kann sich bislang sehen lassen. Mit dem Sieg über Bochum fuhren die Kölner die Punkte vier, fünf und sechs am Samstag ein. Nach drei Spieltagen belegt der FC mit dieser Ausbeute den sechsten Tabellenplatz.

Gegen den VfL Bochum lieferte der FC die bislang überzeugenste Saisonleistung ab. Und das, obwohl die Intensität nicht so hoch wie noch gegen die Bayern war. Dennoch: Die Statistik ist eindeutig. Die Kölner kommen auf mehr als 65 Prozent Ballbesitz, sind sechs Kilometer mehr gelaufen als die Spieler des VfL, gewannen fast 60 Prozent der Zweikämpfe und schossen 21 Mal aufs Tor. Bochum kam nur auf zehn Abschlüsse. Die Dominanz auf dem Platz wirkte noch deutlicher. Die Kölner Profis setzten von Beginn an Baumgarts Spielidee um, liefen den Gegner aggressiv, früh an und sorgten so für Fehler im Bochumer Spielaufbau. Der VfL kam so gerade einmal auf 154 Pässe und damit auf ein Drittel der Abspiele der Kölner (454). Nur 64 Prozent der Bälle fanden zudem einen Bochumer Abnehmer. 

Benno Schmitz mit überzeugender Partie

So konnte der FC das Spiel selbst aufziehen. VfL-Trainer Thomas Reis betonte noch vor dem Duell, dass man den Kölner Plan kenne. Offenbar hatten die Bochumer ihn vergessen. Genauso wie sie Benno Schmitz nicht auf dem Zettel hatten. Der Außenverteidiger konnte vor allem in den Anfangsminuten auf der rechten Außenbahn sein Unwesen treiben, ohne ernsthaft attackiert zu werden. Davon profitierte der 26-Jährige, der immer wieder die Stürmer mit präzisen Hereingaben fütterte. Schon zur Halbzeit hätte Köln so deutlich führen müssen. Anthony Modeste, Florian Kainz und Ondrej Duda vergaben. Auf der linken Seite mischte sich Jonas Hector immer wieder in die Angriffsbemühungen ein. Die Kölner Flügelzangen bekam Bochum überhaupt nicht in den Griff. Das gilt auch für Florian Kainz, der ebenfalls zahlreiche Flanken ins Zentrum brachte. Nicht umsonst führt der FC die Bilanz „Flanken aus dem Spiel“ ligaweit an. Das Kölner Flankenspiel kommt aktuell vor allem Modeste zu Gute. Der Angreifer verpasste zwar den dritten Treffer, er strahlt aber eine beeindruckende Präsenz aus und erarbeitet sich Räume und dadurch auch Chancen. Durch den Ausfall von Mark Uth und Jan Thielmann hat sich allerdings das schnelle Spiel durchs Zentrum ein wenig mehr auf die Außen verlagert. Gegen Bochum ging der Plan auf.

Auch weil Dejan Ljubicic und Ellyes Skhiri Räume schafften und gleichzeitig Löcher in der Defensive stopften. Einmal mehr war Skhiri überragend, in seiner doch unauffälligen Spielweise. Der Tunesier spulte erneut die meisten Kilometer ab, kam auf eine Passquote von mehr als 90 Prozent und gewann nahezu jeden Zweikampf. Ohne Zweifel: Skhiri ist für den FC sportlich unverzichtbar.

Das Transferfenster schließt

Dennoch: Auch wenn auf dem Platz am Geißbockheim Ruhe herrschte, auf der Geschäftsstelle wird gerade wohl fleißig gearbeitet. Am Dienstagabend endet das Transferfenster. Ob Köln bis dahin nochmal tätig wird, ist aktuell fraglich und hängt unmittelbar mit der Zukunft von Taktgeber Ellyes Skhiri zusammen.