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Kölner Neuzugang: Darum ist Luca Kilian für den 1. FC Köln eine wichtige Option

Kölner Neuzugang : Darum ist Luca Kilian für den 1. FC Köln eine wichtige Option

Vier Tage nach seiner Verpflichtung wurde Luca Kilian bereits ins kalte Wasser geworfen. Der Abwehrspieler durfte eine Halbzeit gegen den VfL Bochum spielen. Auch, weil er das Vertrauen seines Trainers Steffen Baumgart genießt.

Der Arbeitstag war noch keine halbe Stunde alt, da neigte er sich bereits bedrohlich dem Ende zu. Jorge Meré griff im Duell gegen den VfL Bochum seinem Gegenspieler Sebastian Polter zunächst beherzt ins Trikot, um ihn anschließend von den Beinen zu holen. Meré hätte sich als letzter Mann nicht über die Rote Karte beschweren dürfen. Nur wenige Minuten später grätschte er mit gestreckten Beinen in den Zweikampf und hatte erneut Glück, dass er den Halbzeitpfiff noch auf dem Feld erlebte.

Doch nicht nur Meré hatte Glück. Luca Kilian profitierte sogar von dem harten Einsteigen seines Teamkollegen. Denn Meré stellte so ein Sicherheitsrisiko dar, dass FC-Trainer Steffen Baumgart den Spanier aus dem Spiel nahm und Kilian das frühe Debüt im Trikot der Geißböcke ermöglichte. Zur zweiten Halbzeit wurde der 22-Jährige eingewechselt, vier Tage nach seiner Verpflichtung beim 1. FC Köln. „Ich bin da schon ein bisschen ins kalte Wasser geworfen worden“, sagte Kilian. „Es war natürlich super schön, endlich mal wieder vor Fans zu spielen, generell wieder die Bundesliga-Luft zu schnuppern. Das war ein richtig geiles Gefühl.“

Luca Kilian erzielt gute Werte beim FC-Debüt

Zunächst wirkte der Abwehrspieler noch ein wenig nervös. „Die ersten zwei, drei Minuten war es schon ein wenig Ankommen“, sagte Kilian, „da ich auch seit längerer Zeit mal wieder ran durfte. Das hat sich aber schnell wieder gelegt.“ Sehr schnell. Denn Kilian machte seine Sache gut – sehr gut sogar. Der Innenverteidiger gewann neun seiner zehn Zweikämpfe, kam auf 45 Ballkontakte und brachte mehr als 93 Prozent der Pässe an einen Mitspieler. Eine beeindruckende Bilanz. Zumal Kilian beim FSV Mainz 05 unter Trainer Bo Svensson keine Rolle spielte. „Ich war von Verletzungen ein bisschen geplagt, hatte eine Lebensmittelvergiftung“, sagte der 22-Jährige. „Ich habe den Anschluss dann nicht so richtig unter Svensson gefunden.“ Der Mainzer Coach bemängelte damals Kilians Fitness und Athletik.

Baumgart sieht diese Probleme offenbar nicht. Im Gegenteil: Kilian ist eine Art Wunschspieler des Trainers. „Luca ist ein sehr talentierter Innenverteidiger, er ist schnell und spielstark. Wir haben in Paderborn erfolgreich zusammengearbeitet. Ich freue mich, ihn hier zu haben und ihn jetzt beim FC weiterzuentwickeln“, sagte Baumgart unmittelbar nach der Verpflichtung des Abwehrhünen.

Trainer und Spieler fühlen sich miteinander verbunden. „Ich hatte mein Bundesliga-Debüt unter ihm. Als ich gespielt habe, habe ich vollstes Vertrauen bekommen. Das hat sich über die Zeit einfach so entwickelt“, so Kilian. „Ich habe in diesem Jahr unter Baumgart sehr viel gelernt. Das, was mich zu dem Spieler gemacht hat, der ich bin. Er musste mich jedenfalls nicht großartig überreden.“ Zumal Kilian das Spielsystem, aber auch das Training von Baumgart bereits aus Paderborner Zeiten kennt. „Sein System ist mit viel Laufarbeit verbunden, mit viel Fleißarbeit, um immer wieder eklig zu sein, den Gegner vor Aufgaben zu stellen“, sagt Kilian.

FC trifft am Samstag auf Freiburg

Das wird auch gegen Freiburg am kommenden Samstag (15.30 Uhr, Sky) gefordert sein. Gegen den SC könnte Kilian sogar das Startelf-Debüt blühen. „Natürlich macht das Lust auf mehr“, sagte Kilian in Bezug auf sein FC-Debüt. „Man spielt ja Fußball, um die Leute am Wochenende zu begeistern. Wenn der Trainer mich aufstellt, bin ich da.“ Ob der Trainer seinen Schützling aufstellt, ist offen. Die Chancen stehen aber nicht schlecht. Timo Hübers fällt weiterhin verletzt aus. Der Neuzugang von Hannover 96 laboriert an einer Knieverletzung, ein Einsatz ist so gut wie ausgeschlossen. Jorge Meré wurde vor Saisonbeginn als potenzieller Profiteur des Bornauw-Abgangs gehandelt. Neben Rafael Czichos sollte dem Spanier endlich der Durchbruch beim FC gelingen, ein gewünschter Transfer wurde vom FC abgelehnt. Doch Meré verlor den internen Zweikampf gegen Timo Hübers.

So oder so rechnet Kilian dem FC Chancen gegen den SC Freiburg aus. „Ich glaube nicht, dass wir uns verstecken müssen“, sagte der Abwehrspieler. „Ich glaube, dass wir auch unsere Möglichkeiten haben werden.“ Seine will Kilian jetzt in Köln nutzen. Wohl fühlt sich der Abwehrspieler jedenfalls: „Ich habe hier eine richtig gute Lösung gefunden.“