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Hohe Intensität im Spa-Resort: Das ist die Bilanz des FC-Trainingslagers in Donaueschingen

Hohe Intensität im Spa-Resort : Das ist die Bilanz des FC-Trainingslagers in Donaueschingen

Der 1. FC Köln kehrt nach zehn Tagen aus dem Trainingslager in Donaueschingen zurück - hinter den Spielern liegt eine intensive Trainingszeit.

Mit einem verdienten, aber unspektakulären 2:1-Erfolg über den SV Elversberg endete das Pflichtprogramm des
1. FC Köln in Donaueschingen. „Insgesamt bin ich sehr zufrieden“, sagte Trainer Steffen Baumgart. „Die Jungs haben viel von dem gemacht, was sie machen sollen.“ Am Sonntag kehrte die Mannschaft aus dem Spa-Resort Öschberghof heim. Für Baumgart hieß es, in den zehn Tagen, Erkenntnisse über die künftige Startelf zu sammeln und gleichzeitig dem Team ein neues System zu vermitteln. Für die Spieler hieß es dagegen, sich für die Startelf zu empfehlen, das neue System zu erlernen, aber allen voran: die Grundlagen für die kommende Spielzeit zu sammeln.

„Es ist extrem intensiv“, beschrieb Salih Özcan das Trainingslager. „Vom Läuferischen und Körperlichen ist diese Vorbereitung sehr intensiv“, fand Rafael Czichos und auch Timo Horn erklärte dem GA, wie intensiv das Training sei.

Nicht nur, was die körperliche Arbeit anging. Der neue Trainer suchte immer wieder das Vier-Augen-Gespräch. Er nahm hier einen Spieler zur Seite, dort den nächsten Akteur in den Arm. Auffallend: Vor allem mit Salih Özcan sprach Baumgart viel. Sehr viel. „Es fällt schon auf, dass dem Trainer die Beziehung zu seinen Spielern sehr wichtig ist“, sagte der Mittelfeldspieler.

Kein Zweifel: Baumgart setzt auf Salih Özcan. Nicht umsonst hat der Trainer den U21-Europameister überzeugt, in Köln zu bleiben. Nicht umsonst verzichtet der Mittelfeldspieler auf die Olympischen Spiele in Tokio. Ohne im Trainingslager überragende Leistungen gebracht zu haben, dürfte der gebürtige Kölner zu den großen Gewinnern der Vorbereitung gehören. Mit Sicherheit wird Özcan neben Jonas Hector zunächst das zentrale Mittelfeld der Kölner bekleiden. Für Dejan Ljubicic wird es wohl schwer. Der Neuzugang fiel bislang zumindest nicht besonders auf. Hinter Ellyes Skhiri steht auch nach dem Trainingslager ein großes Fragezeichen. Die Zukunft ist weiterhin offen.

Rückkehrer Mark Uth zeigt gute Leistungen

Durch ihre Leistungen traten andere Spieler in den Vordergrund. Zum Beispiel Mark Uth. Der Rückkehrer machte vor allem gegen die Bayern eine überragendes Spiel, erzielte gleich zwei Treffer. Auch in den weiteren Testspielen war der 29-Jährige einer der auffälligen Akteure – sowie im Training. So musste der Offensivmann mal schnell 50 Liegestützen abreißen, weil er einen Ball in einer Spielpause Richtung Tor drosch. Baumgart ließ sich nicht bitten und wieß seinen Schützling zu recht – überraschend leise.

Auch Jan Thielmann gab eine Empfehlung ab. Der Youngster könnte eine Option im Angriff sein. Neben Anthony Modeste, der zunehmend zu alter Stärke findet und gegen Elversberg traf. Der Franzose arbeitet hart, um seine möglicherweise letzte Chance in Köln zu nutzen. Modeste betonte, dass er sich unter Trainer Baumgart sehr wohl fühle. Das zeigte er auch in den weiteren Testspielen in Donaueschingen. „Tony überrascht uns aktuell alle“, sagte der Coach.

Sechs FC-Nachwuchsspieler waren mit im Trainingslager in Donaueschingen

Sebastian Andersson absolvierte ebenfalls einige Minuten Spielzeit. Der erfahrene Schwede soll langsam an die Mannschaft herangeführt werden. Genauso wie die Youngster. Sechs Nachwuchsspieler hat der Kölner Trainer mit nach Donaueschingen genommen. Alle haben die Chance genutzt, sich in Szene zu setzen. Der Trainer betonte, dass ihm die Jungs sehr viel Spaß machen würden, sie aber alleine sicherlich nicht den Klassenerhalt sichern könnten. Vor allem Tim Lemperle und Marvin Obuz werden als aussichtsreiche Kandidaten gehandelt, in dieser Spielzeit auch bei den Profis zum Einsatz zu kommen.

In der Innenverteidigung zeigten vor allem Jorge Meré und Rafael Czichos gute Leistungen. Neuzugang Timo Hübers tat sich noch schwer. Auf den Außen wird sich wohl Kingsley Ehizibue zunächst einmal einen Vorteil verschafft haben.

Für Dominick Drexler war die Intensität in Donaueschingen überschaubar. Der gebürtige Bonner kam bei den Testspielen nicht mehr zum Einsatz, vermutlich in dem Wissen, dass seine Zukunft nicht mehr in Köln liegen würde. Drexler wechselte unter der Woche zum FC Schalke 04 und zeigte zum Saisonauftakt gegen den Hamburger SV bereits eine ordentliche Leistung.

Nach den zehn intensiven Tagen in Donaueschingen beginnt nun die nächste Phase der Kölner Vorbereitung – und die am Geißbockheim. „Jetzt geht es auch darum, mit den einzelnen Spielern über ihre Perspektive und ihre Zukunft zu sprechen“, sagte Baumgart. In knapp 14 Tagen steht mit dem Pokalduell in Jena das erste Pflichtspiel der  Saison auf dem Programm. Die Intensität des Kölner Spiels dürfte dort recht hoch ausfallen.