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Taktische Analyse: Das machte der 1. FC Köln gegen den BVB gut

Taktische Analyse : Das machte der 1. FC Köln gegen den BVB gut

0:2 hat der 1. FC Köln das Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund verloren. Doch der FC war definitiv nicht das schlechtere Team. Im Gegenteil: Viele Dinge hat der FC gegen Dortmund richtig gemacht. Eine Analyse

Jonas Hector lag auf dem Boden des Dortmunder Stadions. Der Kölner Kapitän blickte Richtung Himmel, die Arme über dem Kopf verschränkt. Die Enttäuschung war dem ehemaligen Nationalspieler anzusehen und anzuhören. „Dortmund hat zwei Tore gemacht und wir keins. Das ist eigentlich eine ganz einfache Rechnung“, sagte Hector frustriert und spiegelte damit die Gefühle seiner Mitspieler wieder.

Bei den Kölner Verantwortlichen herrschten zu diesem Zeitpunkt bereits gemischte Gefühle. „Bis auf das Ergebnis bin ich mit vielen Dingen zufrieden. Die Jungs haben ein gutes Spiel gemacht“, sagte beispielsweise FC-Trainer Steffen Baumgart. „Es fühlt sich jetzt gerade natürlich ein bisschen komisch an. Es war aber ein sehr gutes Auswärtsspiel. Ich glaube, man kann schon in Dortmund 0:2 verlieren“, meinte Lizenzspiel-Leiter Thomas Kessler. „Wir sind sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir Fußball spielen. Dass die Jungs auch den Plan des Trainers umsetzen.“

Köln ist die bessere Mannschaft

Auch gegen Borussia Dortmund hatte sich der Kölner Trainer einen Plan zurechtgelegt. „Wir wollen den BVB vorne attackieren, damit sie ihre Stärken nicht auf den Platz bekommen“, hatte der 49-Jährige vor dem Spiel gesagt. Und genau das tat der FC sehr offensiv. Mit zum Teil drei Spielern attackierte Köln die Dortmunder Dreierkette. So konnte der BVB das eigene Spiel kaum entfalten.

Vor allem durch das Zentrum fand Dortmund kaum statt – auch, weil der FC wieder einmal das Mittelfeld kompakt hielt, die wichtigen Zweikämpfe gewann und den Gegner zum Fehler zwang. Die Kölner fingen insgesamt 14 Bälle ab, suchten dann den schnellen Pass in die Tiefe oder den schnellen Abschluss. Acht Schüsse feuerten die Kölner außerhalb des gegnerischen Sechzehners ab, Dortmund kam auf zwei Distanzschüsse. Auch über die Außen versuchte Köln wieder gefährlich zu werden, kam auf 22 Flanken, Dortmund gerade einmal auf acht.

BVB-Coach Marco Rose reagierte, stellte auf eine Viererkette um. Wirklich mehr Offensivqualitäten entwickelte der BVB aber nicht. Im zweiten Durchgang schalteten die Dortmunder ganz offensichtlich einen Gang zurück, wollten die knappe Führung wohl verwalten. Köln erspielte sich ein deutliches Plus im Ballbesitz, spielte mehr Pässe als der BVB, brachte mehr Pässe zum Mitspieler.

Ein Großteil der Statistik sprach ganz klar für die Kölner. „Mit Ball war der FC die bessere Mannschaft“, gab Rose zu. „Wir müssen schon sehen, dass wir fast 60 Prozent Ballbesitz hatten“, sagte Kessler. „Der BVB hat erstaunlich wenig für das eigene Spiel getan und sich teilweise hinten reingestellt und abgewartet. Am Ende ist auch das eine Auszeichnung für das, was die Jungs am Ende abgerissen haben.“

Am Ende kann sich der FC für diese Auszeichnung aber nichts kaufen. Genauso wenig für die beeindruckende Bilanz von 21:8-Torschüssen. Letztlich brachten die Kölner aber nur fünf dieser Abschlüsse aufs Dortmunder Tor, genauso viel wie der BVB, der allerdings zwei Tore erzielte und damit letztlich gewann. Eine „einfache Rechnung“, wie Jonas Hector erklärte.