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Von Modeste bis Schnellinger: Das sind die teuersten Transfers des 1. FC Köln

Von Modeste bis Schnellinger : Das sind die teuersten Transfers des 1. FC Köln

Die Verkäufe von Sebastiaan Bornauw und Ellyes Skhiri ziehen sich, scheinen für den 1. FC Köln aber unausweichlich. Mit den erhofften Einnahmen von jeweils rund 15 Millionen Euro wären die beiden in der Top-5 der teuersten FC-Transfers.

Die Ausgangslage ist eigentlich klar: Der VfL Wolfsburg will Sebastiaan Bornauw von den Geißböcken verpflichten, der belgische Innenverteidiger würde dem Vernehmen nach gerne zum Champions-League-Teilnehmer wechseln, der FC benötigt dringend Einnahmen. So weit die Theorie, in der Praxis liegen die Ablöse-Vorstellungen der Parteien weit auseinander. Ein erstes Wolfsburger Angebot in Höhe von rund acht Millionen Euro haben die Kölner mit einem Schulterzucken abgetan, der FC hätte gerne 15 Millionen Euro für Bornauw. Eine ähnliche Summe steht auch für Ellyes Skhiri im Raum. 

Beide Spieler würden damit in die Top-fünf der teuersten Transfers der Kölner Vereinsgeschichte eingehen. Nur die Offensivkräfte Anthony Modeste und Jhon Cordoba erzielten höhere Beträge. Lukas Podolski wechselte 2012 ebenfalls für 15 Millionen Euro zum FC Arsenal. Für Furore sorgte aber auf dem Transfermarkt gut 50 Jahre zuvor ebenfalls ein Abwehrspieler, ebenfalls schlacksig, blond, 23 Jahre alt. Karl-Heinz Schnellinger ist mit dem FC gerade erst deutscher Meister geworden. Der Nationalspieler gilt als einer der besten Abwehrspieler des Landes. Beim FC verdient „Karl, der Blonde“ rund 400 Mark im Monat. Das Angebot aus Rom können weder Schnellinger noch der FC ablehnen. AS ist bereit, 550 000 Mark auf den Tisch zu legen. Zusätzlich erhällt der Linksverteidiger ein Handgeld in Höhe von 350 000 Mark. „Du musst das machen“, sagte auch FC-Präsident Franz Kremer. Schnellinger startete auch in Italien eine beeindruckende Karriere und lebt heute noch in der Nähe von Mailand. Die Transfersumme war rekordverdächtig.

In Sachen Transfer schreibt der 1. FC Köln Rekorde

Einen Rekordtransfer feiert der FC genau zehn Jahre später erneut. Für gut 800 000 Mark verlässt ein weiterer Spieler den 1. FC Köln. Drei Jahre hat Hans-Josef Kapellmann für die Geißböcke gespielt. Dann zieht es den Mittelfeldspieler 1973 zum FC Bayern München. Und auch der erste „Millionen-Einkauf“ geht auf das Konto der Geißböcke. 1976 verpflichtet Köln den belgischen Flügelspieler Roger Van Gool vom FC Brügge. Eine Million D-Mark ist dem FC die Verpflichtung des Nationalspielers wert. Der Transfer zahlt sich aus. Van Gool wird absoluter Publikumsliebling und verhilft dem FC 1978 zum Double. 

Für die späteren Publikumslieblinge Bernd Schuster (200 000 D-Mark) und Pierre Littbarski (25 000 D-Mark)  gibt Köln eher wenig aus. Zumal Schuster den FC später für rund 3,8 Millionen Mark Richtung Barcelona verlässt. Köln hatte zunächst fünf Millionen gefordert, sich dann aber auf den Deal eingelassen. Mit Klaus Allofs und zuvor Tony Woodcock durchbricht der FC gleich zwei Mal die Zwei-Millionen-Grenze bei den Einkäufen. 1986 verlässt auch Pierre Littbarski den Verein. Für 2,8 Millionen D-Mark wechselt der Nationalspieler zum RC Paris, kehrt aber nach nur einer Spielzeit für die Ablöse von 3,4 Millionen Mark wieder nach Köln zurück. Zu dieser Zeit sind Millionen-Transfers keine Seltenheit mehr. Auch nicht in Köln. Uwe Rahn, Flemming Poulsen oder Jürgen Kohler – bei den Zu- und Abgängen wird die einstige Schallmauer immer wieder durchbrochen.

Der FC und die Häßler-Millionen

Für Furore sorgt 1990 der Transfer von Thomas Häßler. Für 15,5 Millionen D-Mark wechselt der gebürtige Berliner zu Juventus Turin. Ein Rekordtransfer und einer, der den FC noch beschäftigen wird. Denn der Verbleib der „Häßler-Millionen“ konnte nie so recht geklärt werden. Für 4 Millionen Mark verlässt Bodo Illgner 1996 den FC in einer Nacht- und Nebelaktion Richtung Madrid. Nach Thomas Häßler ist es schließlich Lukas Podolski der erneut den zweistelligen Millionen-Betrag bricht. Allerdings in Euro. Für 10 Millionen wechselt das Kölner Idol zum FC Bayern München und drei Jahre später für den gleichen Betrag zurück zum FC. 2012 folgt für 15 Millionen der Wechsel zu den Gunners. 13 Millionen erhält Köln für Yannick Gerhardt, der zum VfL Wolfsburg wechselt. 

Mit dem Verkauf von Anthony Modeste für rund 29 Millionen Euro und dem Ein- und Verkauf von Jhon Cordoba 17 bzw. 15 Millionen Euro stieß der FC in den vergangenen Jahren in neue Sphären vor.