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Neue Problemzone: Dem 1. FC Köln gehen die Linksverteidiger aus

Neue Problemzone : Dem 1. FC Köln gehen die Linksverteidiger aus

Nach der Verletzung von Jannes Horn und dem Abschied von Ismail Jakobs offenbart sich auf der linken Abwehrseite beim 1. FC Köln die nächste Baustelle. Sebastiaan Bornauw zog sich eine Handverletzung zu.

Dass der 1. FC Köln in der vergangenen Saison nicht nur unter einer erschreckenden Sturmflaute litt, zeigt der Blick auf die Bundesliga-Tabelle. 60 Gegentreffer sprechen nicht gerade für die Qualität der Kölner Defensive. Und das, obwohl der FC mit Sebastiaan Bornauw, Rafael Czichos und Jorge Meré über eine doch überdurchschnittliche Innenverteidigung verfügte.

Als Schwachstelle wird in Köln seit Jahren die rechte Außenverteidigung genannt. Die Leistungen von Kingsley Ehizbue und Benno Schmitz waren zuletzt schwankend. Aktuell tut sich aber eine andere Lücke auf. Im linken Defensivverbund. Die Verletzung von Jannes Horn fällt bei den Kölnern nun doch schwerer ins Gewicht, als zunächst angenommen. „Es spricht für Jannes, dass er auf die Zähne beißen wollte. Aber es macht keinen Sinn, eine schlimmere Verletzung zu riskieren. Wir wünschen ihm alles Gute für die OP und dann eine schnelle Genesung“, hatte FC-Trainer Steffen Baumgart gesagt. Der Außenverteidiger hatte sich in der Relegation gegen Kiel eine Hüftverletzung zugezogen. Eigentlich sollte die Verletzung konservativ behandelt werden, nun muss Horn doch operiert werden.

Vor September wird nicht mit einer Rückkehr des 24-Jährigen gerechnet. Und nun wechselt Ismail Jakobs zur AS Monaco. Der Flügelspieler wurde in Köln zuletzt zwar öfter in der Offensive eingesetzt, ist aber eigentlich gelernter Außenverteidiger. Jakobs Wechsel in die französische Lique 1 bringt dem FC wichtige Einnahmen, hinterlässt aber gleichzeitig eine Lücke. Denn der einzige fitte Außenverteidiger ist aktuell Noah Katterbach. Der 21-Jährige zeigte in der vergangenen Saison oft gute Leistungen, kam unter Markus Gisdol aber nicht so richtig zur Entfaltung. Gerade einmal zwölf Einsätze hat Katterbach zu verbuchen.

FC-Trainer Steffen Baumgart auf der Suche nach Alternativen

Baumgart weiß um die Qualitäten des Youngsters, muss aber mehr aus dem Außenverteidiger herausholen. Zumal der Trainer aktuell wenig Alternativen für die Position hat. Dass Jonas Hector zurück auf seine eigentliche Stammposition kehrt, ist so gut wie ausgeschlossen. Hector ist aus dem zentralen Mittelfeld nicht mehr wegzudenken.

Und so muss der Trainer improvisieren. Das tat er bereits in den Testspielen gegen Fortuna Köln und den MSV Duisburg. Baumgart setzte die etatmäßigen Rechtsverteidiger Benno Schmitz und Kingsley Ehizibue auf der linken Abwehrseite ein und ließ auch den Nachwuchsspieler Jens Castrop auf dieser Position spielen. Baumgart gab bereits an, dass er auch ein Auge auf den eigenen Nachwuchs haben wird. Castrop ist eigentlich im defensiven Mittelfeld zu Hause und gab Anfang des Jahres sein Debüt in der U21 des FC. Nach überstandener Verletzung darf er sich wie bereits im Vorjahr zur Saisonvorbereitung im Profikader beweisen.

FC-Profi Sebastian Bornauw mit Knochenbruch

Bauchschmerzen dürfte Steffen Baumgart noch eine andere Personalie im Defensivverbund bereiten: Sebastiaan Bornauw. Der belgische Nationalspieler wirkte in den Testspielen lustlos, ließ sich gegen den MSV Duisburg verletzt auswechseln, nachdem er einen Schlag auf die Hand bekommen hatte. Bornauw verzichtete am Sonntag auf die harte Trainingseinheit. Wie sich nun herausstellte, nicht grundlos. Bornauw zog sich einen Mittelhandbruch zu. Der betroffene Knochen wird geschient, schon bald soll der belgische Nationalspieler wieder ins Training eingreifen. Bornauw würde weiterhin gerne zum VfL Wolfsburg wechseln, Champions-League spielen. Der Transfer ist ins Stocken geraten. Wolfsburg und Köln pokern um die Ablösesumme. Bornauw hat noch einen Vertrag bis 2024 beim FC. Das betonte zuletzt auch der Kölner Trainer, der von seinem Abwehrchef mehr Einsatz fordert.

In der vermeintlichen Kölner Problemzone im Angriff gibt es dagegen Lichtblicke. Allen voran Anthony Modeste, der in beiden Testspielen viel arbeitete und sich gegen Duisburg mit einem Treffer belohnte. Auch Mark Uth zeigte zumindest gegen Fortuna Köln eine starke Leistung, ist aber eher ein Kandidat für hinter den Spitzen. Tim Lemperle wird als Youngster ebenfalls seine Chance suchen.