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Der 1. FC Köln befindet sich erneut in der Krise

Nach 1:2 gegen Berlin : Der FC befindet sich erneut in der Krise

Nach der 1:2-Niederlage gegen Union Berlin befindet sich der FC wieder in höchsten Abstiegsnöten. Sportdirektor Horst Heldt sprach FC-Trainer Markus Gisdol das Vertrauen aus. Dieser hatte gegen Berlin mit sechs zentralen Mittelfeldspielern überrascht.

Der plötzliche Schauer, den der heftige Wind in der Schlussphase der Begegnung von Union Berlin gegen den 1. FC Köln auf das altehrwürdige Stadion an der Alten Försterei peitschte, hätte nicht symbolträchtiger sein können. Nach der verdienten 1:2-Niederlage bei den Eisernen wird sich FC-Trainer Markus Gisdol mit seinem Team auf stürmische, ungemütliche Zeiten einstellen müssen. Wieder einmal. Da der FSV Mainz parallel gegen den SC Freiburg 1:0 gewann und Bielefeld dreifach in Leverkusen punktete, ist der Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz bis auf einen Zähler geschrumpft. Der FC befindet sich wieder in der Krise und in höchster Abstiegsnot.

Und das ausgerechnet vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Im November vergangenen Jahres hatte der FC ebenfalls mit dem Rücken zur Wand gestanden und mit einem 2:1-Erfolg über den BVB eine kurzfristige Wende eingeleitet. Dass dem FC am Samstag ein ähnlicher Überraschungscoup gelingt, ist äußerst unwahrscheinlich. Zumindest bot die Spielweise, aber auch die taktische Ausrichtung gegen Union Berlin wenig Grund zur Hoffnung.

Zwar hatte Gisdol gegen die Eisernen tief in die Trickkiste gegriffen, geholfen hat es nicht. So brachte der Coach im Vergleich zur Vorwoche mit Jonas Hector und Salih Özcan zwei weitere zentrale Mittelfeldspieler. Wohl gemerkt zwei weitere. Denn nicht etwa Max Meyer oder Ellyes Skhiri rotierten aus der Startelf sondern der gegen Bremen schwach spielende Ismail Jakobs sowie Jan Thielmann. De facto standen bei den Kölnern sechs zentrale Mittelfeldspieler auf dem Platz. Dafür aber mal wieder kein echter Stürmer.

Köln kassiert vermeidbare Tore

Dementsprechend kompakt agierte der FC, kompakt, aber erneut defensiv. Im Gegensatz zum Bremen-Spiel waren die Kölner aber anfällig. Vor allem über die linke Berliner Seite sorgte Union für Gefahr. Auch, weil Marius Wolf einen rabenschwarzen Tag erwischte. Timo Horn war dagegen wieder der Kölner Rückhalt, der bereits zu Beginn schlimmeres verhinderte. Özcan hatte nach 20 Minuten beim ersten gefährlichen Angriff die Führung auf dem Fuß, vergab aber. Auf der anderen Seite rettete der erneut starke Noah Katterbach artistisch auf der Linie. Köln blieb insgesamt erschreckend harmlos. 

Somit war es auch nicht verwunderlich, dass ein Elfmeter dem FC die glückliche Führung bescherrte. Berlins Robin Knoche nahm Jonas Hectors Einladung im eigenen Strafraum dankend an und legte den Kölner Kapitän. Ondrej Duda verwandelte sicher vom Strafpunkt. Die Freude währte nicht lange. Unglücksrabe Wolf klatschte im Strafraum der Ball an die ausgestreckte Hand. Den regelkonformen Elfmeter nutzte Max Kruse zum 1:1. Zwanzig Minuten später ließ Julian Ryerson den Kölner Außenspieler schlecht aussehen, flankte in die Mitte und Christopher Trimmel traf zum 2:1. „Die Tore sind vermeidbar gewesen“, sagte Sportdirektor Horst Heldt am Sonntag. „Wir müssen nach Spielern suchen, die wenig Fehler machen.“

Gisdol brachte weitere Offensivkräfte für die Schlussphase. Einzig: In der Offensive passierte so gut wie gar nichts mehr. Der FC offenbarte einmal mehr eindrucksvoll seine größte Schwäche: die fehlende Torgefahr. Der überraschende Erfolg der Mainzer über Freiburg macht die Kölner Situation noch brisanter. „Wir haben uns schon lange mit der Situation auseinandergesetzt, dass es bis zum Ende eng wird“, sagte Gisdol. „Jetzt hat Mainz gewonnen, sollen wir deshalb in Panik verfallen?“

In Panik nicht, aber in höchste Alarmbereitschaft. Denn während der FC in den kommenden beiden Begegnungen gegen Dortmund und Wolfsburg antritt, hat es Mainz mit Hoffenheim, aber vor allem mit Arminia Bielefeld zu tun.