1. Sport
  2. 1. FC Köln

Zweite Neuverpflichtung: Deswegen passt Mark Uth in die Planungen des 1. FC Köln

Zweite Neuverpflichtung : Deswegen passt Mark Uth in die Planungen des 1. FC Köln

Mit Mark Uth hat der 1. FC Köln nun seine zweite Neuverpflichtung für die kommende Spielzeit offiziell bestätigt. Ein riskanter, aber wohl passender Transfer.

Er hat sich gezogen, nun ist der zweite Transfer offiziell: Mark Uth steht als Neuzugang des 1. FC Köln für die kommende Spielzeit fest. Der Angreifer wechselt ablösefrei von Schalke nach Köln und unterschreibt einen Vertrag bis 2023, der sich je nach Einsätzen aber um ein Jahr verlängern kann.

Einigung über die Rückkehr haben Uth und Köln schon vor Wochen erzielt. Wie berichtet, forderte der Angreifer aber offenbar eine Ablöse von Schalke, da er in Köln deutlich weniger verdient als bei Königsblau. Von einem Jahresgehalt von 1,8 Millionen Euro ist die Rede, bei Schalke hat der gebürtige Kölner knapp vier Millionen verdient – der Hauptgrund, warum die 04er den Stürmer loswerden wollten. Die Einigung erzielte nun ausgerechnet Uths Manager Volker Struth, der zuletzt das Kölner Präsidium kritisierte und daraufhin ebenfalls heftigst angegangen worden war. Nun klärte Struth die Verhältnisse, der Transfer ist offiziell bestätigt. „Ich freue mich sehr, wieder zu Hause zu sein und kann es kaum erwarten, mit den Jungs in die Vorbereitung zu starten“, sagt Uth.

Für den 29-Jährigen ist es nun bereits der vierte Anlauf bei den Geißböcken. Der gebürtige Kölner wechselte in der Jugend vom TuS Langel zu den Geißböcken, spielte von 2007 bis 2009 aber für die Viktoria, um es dann aber erneut beim FC zu probieren. 2012 sollte der Sprung von der U21 zu den Profis gelingen, doch unter dem damaligen FC-Trainer Stale Stolbakken erhielt Uth keine Chance. Über Stationen in den Niederlanden, Hoffenheim und Schalke wurde Uth in der Saison 2019/2020 an Köln ausgeliehen. Auch im vergangenen Sommer gab es Überlegungen, ihn zu verpflichten. Doch Schalke stellte sich quer.

Nun steht Uth nach Dejan Ljubicic als zweiter Neuzugang bei den Geißböcken fest. „Es ist ein absolut positives Signal, dass Mark zu uns kommt“, sagt der neue Kölner Trainer Steffen Baumgart, der mit seinem Team wohl eine deutlich offensivere Ausrichtung im Spielsystem wählen wird, als seine Vorgänger Markus Gisdol und Friedhelm Funkel. Uth soll dabei ein wesentlicher Baustein sein. „Er ist ein Spieler, der zu unserer Ausrichtung passt – er ist torgefährlich und sehr erfahren. Zudem sind seine Qualitäten im Spielaufbau und seine Übersicht ja bekannt“, sagt Baumgart.  

Verpflichtung von Uth keine Überraschung

Dass der FC und Uth es nun ein viertes Mal probieren, ist in der Tat keine Überraschung. Die Not in der krieselnden Offensive war in der vergangenen Spielzeit das Manko, der Kontakt zu Uth soll nie abgebrochen sein, er trägt den Verein und die Stadt in seinem Herzen und auch der FC ist bekannt dafür, gerne auf die Faktoren Heimatliebe, Verbundenheit, Gefühl und vermeintlich große Namen zu setzen.

Die Vergangenheit zeigt allerdings, dass Rückholaktionen beim FC nicht immer weise waren. Auch im Fall Uth ist die Entscheidung riskant. Der Offensivspieler geht auf die 30 zu, ist zwar im Antritt explosiv, aber die Endgeschwindigkeit ist ein wenig verloren gegangen, er steckte schon im vergangenen Jahr nach der Corona-Pause beim FC in der Krise und fand auch bei den Königsblauen zuletzt nicht zurück zu alter Form.

Auf der anderen Seite stopft Uth eine große Lücke, die sich in der vergangenen Saison bei den Kölnern  aufgetan hat. Als Sturmspitze, hinter den Angreifern oder über die Flügel – Uth ist in der Offensive variabel einsetzbar und verfügt über einen guten Abschluss. Durch ihn wird der FC definitiv mehr Gefahr ausstrahlen. Baumgart wird – so lange Uth nicht ausfällt – vorerst also nicht in die Verlegenheit kommen, einen Defensivmann wie Jonas Hector in die Spitze zu beordern. 

Uth könnte Kölner Herzstück werden

Mit dem Ball verfügt der Offensivmann auf den ersten Metern über eine gute Spritzigkeit, die dem Umschaltspiel von Baumgart entgegenkommt. Uth sucht darüber hinaus immer den direkten Abschluss. Eine Eigenschaft, die ihm von Kritikern als eigensinnig, von Befürwortern als risikofreudig ausgelegt wird. Auch bei seinen Pässen in die Tiefe sucht Uth den direkten, schnellen Weg. Er spielt gerne Bälle, die Gefahr ausstrahlen. Das aber in beide Richtungen. Denn das clevere Umschaltspiel wird bei riskanten Fehlpässen schnell extrem gefährlich, wenn die Defensive nicht stabil steht. 

Für Baumgart sei Uth ein Wunschspieler gewesen, heißt es. Auch deswegen ist man in Köln bereit, das doch hohe Gehalt von knapp 1,8 Millionen Euro zu bezahlen. Immerhin sei Mark Uth dem FC ein großes Stück entgegen gekommen. In der kommenden Saison muss er nun beweisen, dass er dem Vertrauen auch gerecht wird.