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Diese Zahlen muss man zum Duell des 1. FC Köln gegen Gladbach kennen

Vor dem Rheinderby : Diese Zahlen muss man zum Duell des 1. FC Köln gegen Gladbach kennen

Am Samstag kommt es zum 110. Rheinderby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. 93 Mal standen sich die Teams in der 1. Bundesliga gegenüber. 3 Mal spielte Salih Özcan das Derby, 3 Mal gewann der Kölner. Es gab 4 Platzverweise. Der GA hat weitere Zahlen zusammengestellt.

93! Mit dieser Zahl lässt sich die eindrucksvolle Geschichte eines Spiels gut belegen. Die 93. Auflage des rheinischen-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga kommt an diesem Samstag zur Aufführung (15.30 Uhr/Sky). Fernab aller Bilder, die uns schon in Schwarz und Weiß erscheinen, aller Konkurrenz und Kuriositäten, aller Anekdoten und Abneigungen – das Duell der beiden Traditionsmannschaften, deren Stadien nur rund 50 Kilometer auseinanderliegen, war und ist noch heute eines der Zahlen. Der GA hat die wichtigsten zusammengefasst

1.     Bundesliga: Dort duellierten sich die beiden in so herzlicher Abneigung verbundenen Rivalen erstmals an einem usselig-grauen November-Tag im Jahr 1965. Dabei bot das erste rheinische Derby in der Erstklassigkeit am 20. November des Jahres eine farblich prächtige Grundierung. 3:2 endete die Partie für die Gäste aus Köln, die 35 000 Zuschauer verfolgten. Dabei hatte Jupp Heynckes die Elf vom Niederrhein in ihrem ersten Bundesliga-Jahr in Führung gebracht. Der FC, amtierender Meister, antwortete durch Treffer von Christian Müller, Hannes Löhr und Karl-Heinz Thielen, ehe Bernd Rupp nur noch verkürzen konnte.

2 Maskottchen gewissermaßen zum Leben zu erwecken, war nur einem im Fußball vergönnt: Hennes Weisweiler. Das lag auch daran, dass der in Erftstadt-Lechenich als Hans geborene spätere Erfolgstrainer zwischen zwei Vereinen hin und her pendelte, als könne sikch sein Herz und/oder Verstand entscheiden. Sowohl den FC, den er 1978 zum Double führte, als auch die Borussia formte er zu dominierenden Teams ihrer Zeit. An 41 Derbys war Weisweiler als Trainer beteiligt – wohl eine Bestmarke für die Ewigkeit. Für Köln, wo er in seiner ersten von drei Amtszeiten (1949 bis 1952) noch als Spielertrainer fungierte, kam er dabei auf sechs Siege und vier Niederlagen in 14 Spielen. Die Borussia, mit der er 1965 in die Bundesliga aufstieg und später drei Meisterschaften holte, zudem 1975 den DFB-Pokal und den Uefa-Cup, betreute er 27 Mal, gewann dabei 16 und verlor nur sechs Partien. In Köln nannten sie Hans liebevoll Hennes, ein Name, mit dem er später Pate für das Wappentier des FC stand. Als Zirkuschefin Carola Williams dem Club einen Geißbock schenkte, hatten die Kölner ein neues Maskottchen – das fortan auf den Namen Hennes hörte. Und da Weisweiler in Gladbach die legendäre „Fohlenelf“ formte, hatte er also gleichfalls Einfluss auf das Maskottchen der Borussia: ein Fohlen, das allerdings nicht auf den Namen Hennes, sondern Jünter getauft wurde: nach Günter Netzer, einem der Helden der Borussia.

3 Derbys hat Salih Özcan bislang gespielt, drei Siege sprangen dabei heraus. Auch der FC-Mittelfeldspieler ist also eine Art Maskottchen für die Kölner. Sein schönster Sieg?  „Der, bei dem Marcel Risse den Hammer rausgeholt hat“, erinnert sich der gebürtige Kölner, „das ist wohl das Derby, an das man sich am meisten erinnern kann. Mit meiner super Vorlage.“ Dass es auf dem Rasen auch schon mal ruppiger zugehen kann, räumt Özcan ein. Wenn es sein müsse, sagt er, „gehört Trash Talk dazu. Aber wir wollen natürlich auch bei unserer Sache bleiben und die Aufgabe gut erledigen“.

4 Platzverweise sind bislang im Derby verhängt worden - erstaunlich wenige in Anbetracht der Wallungen, die dieses Duell auszulösen vermag. Bei aller Brisanz, auf dem Platz ging es verhältnismäßig friedlich zu. In Köln flog beim rheinischen Derby in der Bundesliga noch nie ein Spieler vom Platz. Die vier Platzverweise bisher mussten die Schiedsrichter allesamt gegen FC-Spieler ausstellen. Die bislang letzte Rote Karte gab es 2006 für FC-Abwehrspieler Roland Benschneider nach einem Foul an Thomas Broich, dem späteren Kölner.

5 Tore betrug die Differenz beim bislang höchsten Derby-Sieg in der Bundesliga. Der glückte den Gladbachern mit 5:0 daheim. Ihr höchster Erfolg in Köln fiel mit 5:1 nur etwas geringer aus. Der in Zahlen beeindruckendste Heimsieg des FC gelang mit einem 4:0, auswärts war es ein 5:2.

6 – diesen Rang belegt Gladbach in der Ewigen Tabelle der Bundesliga und ist damit drei Plätze besser platziert als der „Effzeh“. Während es die Borussia auf 1818 Spiele/2692 Punkte/3093:2631 Tore bringt, sind die Kölner inzwischen auf Platz neun abgerutscht (1674/2378/2720:2514).

10 Titel gewann die Borussia in ihrer Vereinsgeschichte: fünf Mal die deutsche Meisterschaft (1970, 1971, 1975, 1976, 1977, drei Mal den DFB-Pokal (1960, 1973, 1995). Dazu wurde die Borussia zwei Mal Uefa-Pokalsieger (1975, 1979). Der FC bringt es dagegen auf sieben Titel, davon drei Meisterschaften (1962, 1964, 1978) sowie vier Pokaltriumphe (1968, 1977, 1978, 1983).

12 Treffer erzielte die Fohlen-Elf beim höchsten Sieg der Bundesliga-Geschichte. Mit ihrem zwölf zu null über Dortmund hätte sie den Kölnern am letzten Spieltagt der Saison 1977/78 im Fernduell um die Meisterschaft beinahe noch den Titel entrissen. Am Ende ließ lediglich das bessere Torverhältnis das Pendel zugunsten der Geißböcke ausschlagen, die ihre Pflichtaufgabe mit 5:0 beim FC St. Pauli meisterten. Aber durch den Gladbacher Unvorstellbar-Sieg wurde es sehr knapp: der FC kam mit der um drei Tore bessere Differenz über die Ziellinie.

20 Spieler, Trainer respektive Funktionäre haben sich im Laufe ihrer Karriere als „Seitenwechsler“ hervorgetan. Das sei damals gar kein Problem gewesen, sagte einmal Hans-Georg Dreßen zu seinem Vereins-Ping-Pong. Mit insgesamt vier Wechseln zwischen den beiden rheinischen Rivalen ist er unangefochten Primus in dieser Wertung. Zu den prominentesten Spielern, die sich als Weltenwanderer hervorgetan haben zählt in erster Linie Borussias heutiger Vizepräsident Rainer Bonhof, der nach seiner Zeit am Niederrhein und einem Abstecher nach Valencia (1980 bis 1983) seine Fußballschuhe für den FC schnürte und dort sogar Kapitän war. Auch Mittelfeldstratege Thomas Broich zog es rheinaufwärts in Richtung Dom. Den Weg in die andere Richtung ging dagegen eine Kölner Legende: Toni Polster ging nach dem ersten Abstieg in der Geschichte der "Geißböcke" ausgerechnet zum Erzrivalen. Weitere Spieler, die die Seite gewechselt haben, sind unter anderem der einstige Bundesliga-Torschütze Uwe Rahn, Stefan Paßlack, Andrej Voronin oder das Kölner Eigengewächs Alexander Voigt. Als Trainer an beiden Seitenlinien tätig waren Hennes Weisweiler (siehe oben), Ewald Lienen sowie Jos Luhukay. Als Borussen-Trainer feierte Udo Lattek internationale Erfolge und führte Anfang der 1990er-Jahre den 1. FC Köln als Sportdirektor ins internationale Geschäft. Auch der gebürtige Düsseldorfer Jörg Schmadtke kennt sich in den Weiten des Rheinlandes aus. Der frühere FC-Geschäftsführer stand 1998/99 als Spieler bei der Borussia unter Vertrag (ohne Einsatz). Auch als Co-Trainer war der Ex-Torhüter dort an der Seite Bonhofs im Einsatz.

23 Millionen Euro hat die Borussia für AlassanePlea ausgegeben, der 2018 von OGC Nizza kam – damit ist der Stürmer der Rekordtransfer des Clubs. Der teuerste Spieler, den sich der FC jemals leistete, war JhonCordoba (für 17 Millionen aus Mainz). Ebenso viel gekostet hat Matthias Ginther (Dortmund), für Christoph Kramer musste Gladbach 15 Millionen Euro an Leverkusen überweisen. Die teuersten Kölner Spieler hinter Cordoba waren Lukas Podolski (10 Millionen, Rückkehr vom FC Bayern) und SebastiaanBornauw (8,25 Millionen, RSC Anderlecht).

32 Derbyspiele hat 1974er-Weltmeister Berti Vogts bestritten, damit so viele wie kein anderer Spieler. Dahinter folgen Herbert „Hacki“ Wimmer (30/Gladbach) Toni Schumacher (29/Köln), Heinz Flohe, Hannes Löhr (beide 27/Köln) und Wolfgang Kleff (25/Gladbach). Die erfolgreichsten Torschützen sind auf Gladbacher Seite Jupp Heynckes (11), Günter Netzer sowie Uwe Rahn (jeweils 10), bei Köln Heinz Flohe, Klaus Allofs und Pierre Littbarski (alle 9).

51 Siege, 25 Niederlagen und 16 Remis – eine Bilanz aus Borussia-Sicht, die die Kräfteverhältnisse im Derby deutlich macht. Auch die Resultate im eigenen Stadion sehen für den FC wahrlich nicht gut aus: Gegen kein anderes Team kassierte er daheim so viele Niederlagen (25) und Gegentore (95) wie gegen die Borussia. Zudem: Bei den vier Derbys in der 2. Liga gelang den Kölnern kein Erfolg, einzig im DFB-Pokal feierten die Kölner zwei Siege über die Mannschaft vom Niederrhein.

2020 – in diesem Jahr wurde es ruhig in der Bundesliga. Das erste Spiel ohne Zuschauer, dafür mit Geistern auf den Rängen, es war das Derby. Am 11. März standen sich die beiden rheinischen Rivalen im Borussia Park gegenüber, Gladbach gewann 2:1. Die Partie war ursprünglich für den 9. Februar angesetzt, musste aber wegen einer Orkanwarnung („Sabine“ fegte über das Rheinland) abgesagt werden. Danach wurde aus der Ruhe Stille. Es war das letzte Spiel vor der Bundesliga-Unterbrechung aufgrund der Coronapandemie.