1. FC Köln steigt in die 2. Liga ab Dystopie statt Visionen

Meinung | Bonn · Der siebte Bundesliga-Abstieg des 1. FC Köln ist Realität. Der Klassenerhalt war nie wirklich greifbar. Fehler wurden auf allen Ebenen gemacht. Und die Aussichten auf eine schnelle Rückkehr sind arg begrenzt, meint unser Autor.

 Der 1. FC Köln um Mark Uth (rechts) muss den bitteren Gang in die 2.Liga antreten.

Der 1. FC Köln um Mark Uth (rechts) muss den bitteren Gang in die 2.Liga antreten.

Foto: dpa/Harry Langer

Es wäre die geeignete Aufgabe führender Archäologen, Spuren und Überreste dieses einstmals so großen Clubs zu entdecken und zu analysieren. Spuren wie sie einst Franz Kremer hinterließ, der mit seinen Visionen als Schöpfer des 1. FC Köln verstanden werden muss. Man kann den heutigen „Bossen“ um Präsident Werner Wolf nicht anlasten, keine Ideen entwickelt zu haben. Der Vorstand war jedenfalls leidenschaftlich überzeugt, als er vor fast drei Jahren seinen sogenannten „Matchplan“ vorstellte: Ein Zehn-Punkte Programm mit dem Ziel, den Club unter den Top Ten der Bundesliga zu etablieren – unter der Prämisse, bei stabilen Finanzen den Kaderwert der Profimannschaft zu verdoppeln. Sieben Jahre wollte sich die Clubführung dafür Zeit nehmen, was nicht wenige Skeptiker damals schon als utopisch bezeichneten. Und tatsächlich, die Realität ist schnell, sie hat den Club längst eingeholt. Das Schreckensszenario nun hatte sich lange abgezeichnet, trägt kafkaeske Züge in sich: „Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist.“ Jetzt ist es zappenduster rund um den Verein. Die Vision ist in eine Dystopie abgeglitten.