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Ellyes Skhiri über die Zukunft beim 1. FC Köln

„Die Situation ist klar“ : So denkt Ellyes Skhiri über die Zukunft beim 1. FC Köln

Ellyes Skhiri hat seinen Wert für den 1. FC Köln im Pokal gegen Jena erneut untermauert. So denkt der Mittelfeldspieler über seine Zukunft beim FC.

Die Faust Richtung Himmel geballt, der Gesichtsausdruck wild entschlossen. Keine Minute hat Ellyes Skhiri im Pokal gegen Jena auf dem Platz gestanden, da hatte der Tunesier ausgeglichen. Skhiri rettete die Geißböcke gegen den Viertligisten in die Verlängerung und untermauerte am vergangenen Sonntag seinen Wert für den FC.

Dennoch: Der Tunesier gilt weiterhin als erster Verkaufskandidat. Dem FC winkt ein Erlös in zweistelliger Millionenhöhe. Damit könnte Skhiri der Türöffner auf dem Transfermarkt sein. Dass der 26-Jährige die Saison in Köln beendet, ist unwahrscheinlich. Ein Zeichen dürfte die Nominierung von Salih Özcan auf der Sechs gewesen sein. Skhiri saß zunächst nur auf der Bank. „Gegen Jena hat er sich gegen mich entschieden. Das habe ich zu akzeptieren“, so Skhiri. „Ich kann den Trainer aber schon verstehen. Wenn es nicht klar ist, ob ich bleibe, ist es doch normal, dass er sein Team anders zusammenstellt.“

Diplomatische Worte, dennoch für Skhiri keine einfache Situation. „Natürlich wäre es schön, wenn vor der Meisterschaft Klarheit herrscht. Aber im Fußball weiß man das nie“, so der Mittelfeldspieler, der über seine Wechselwünsche aber auch kein Hehl macht. „Wenn ich mich verbessern kann, werde ich den nächsten Schritt gehen. Aber das ist zur Zeit nicht meine Entscheidung. Wenn die Entscheidung für den FC fällt, bin ich bereit zu kämpfen.“ Das tat der Mittelfeldspieler gegen Jena und leitete mit seinem Treffer die Wende ein. Schon in der vergangenen Spielzeit war Skhiri einer der Kölner Leistungsträger. Nicht nur aufgrund seines Doppelpacks gegen Borussia Dortmund hat sich Skhiri in die Herzen der Kölner Fans gespielt. „Ich mag die Atmosphäre des Clubs. Wir haben große Unterstützung, ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu den Fans“, sagt Skhiri.

Ellyes Skhiri wünscht sich Klarheit

Die Worte klingen schon ein wenig nach Abschied. Doch Klarheit herrscht nicht. Dem Vernehmen nach sind Clubs aus Italien, Frankreich und England an dem Tunesier interessiert. „Wenn ich von der Verbesserung meiner Situation spreche, meine ich natürlich Clubs, die international spielen“, sagt Skhiri. „Das wäre eine gute Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln. Das beste für meine Karriere.“ Der FC betont allerdings, dass noch immer kein konkretes Angebot vorläge. Offenbar weder beim Verein noch beim Spieler. „Ehrlich gesagt, beteilige ich mich nicht an den Gesprächen und weiß auch nicht mehr. Das ist ja auch nicht mein Job“, so Skhiri. „Ich lese natürlich die Gerüchte, aber das interessiert mich nicht. Ich gebe hier mein Bestes und bleibe fokussiert.“

Gut möglich, dass Skhiri gegen Hertha BSC also in die Startelf rutscht. „Ein Spieler von seiner Qualität tut jeder Mannschaft gut“, hatte Trainer Steffen Baumgart zuletzt betont und ebenfalls darauf hingewiesen, dass die Begegnung gegen Jena zwar der erste Härtetest gewesen sei, das Spiel aber keinen Aufschluss über künftige Stammspieler geben dürfte. Im Gegenteil: Wir sollten es sehr offen halten. Das war nicht die erste Elf. Die gibt es sowieso nicht“, sagte der Trainer. An Skhiri wird er gegen Berlin nicht vorbeikommen – wenn der Mittelfeldspieler dann noch für den FC tätig ist.

Skepsis unter den FC-Fans

Die Kölner Verantwortlichen betonen immer wieder, dass sie sich beide Varianten vorstellen können. Auf der einen Seite würde Skhiris Abschied nach dem Weggang von Sebastiaan Bornauw einen weiteren Qualitätsverlust bedeuten, auf der anderen Seite könnte jener Weggang finanzielle Abhilfe schaffen und nötige Transfers ermöglichen.

Dass diese nötig sind, offenbarte das Duell gegen Jena schonungslos. Die vom Trainer vor der Saison entfachte Euphorie erlebte zumindest einen herben Dämpfer. Wenige Tage vor dem Auftakt in der Bundesliga wachsen in der Fangemeinde Zweifel an der Bundesligatuaglichkeit ihres FCs. In den sozialen Medien mehren sich die Stimmen, die den Kader für zu schwach halten, sich einen Stürmer sowie eine intakte Abwehr wünschen. Jene  Stimmen, die noch vor wenigen Tagen den neuen Coach als Heilsbringer gefeiert haben. 

Die Zweifel sind nicht unbegründet. Tatsächlich haben sich die Kölner im ersten Pflichtspiel der laufenden Saison nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Der Titel des inoffiziellen Vorbereitungsmeisters mit vier Siegen und zwei Unentschieden in den absolvierten Testspielen blendet. Der FC spielte ausschließlich gegen unterklassige Teams, eine verstärkte B-Elf der Bayern inklusive.

Der Auftritt gegen Jena hat eine Woche vor Saisonbeginn jedenfalls mehr Fragen als Antworten hinterlassen. Vor allem personelle. Die Situation von Ellyes Skhiri inbegriffen.