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Neuverpflichtung des 1. FC Köln: Emmanuel Dennis könnte schon gegen Bielefeld zum Einsatz kommen

Neuverpflichtung des 1. FC Köln : Emmanuel Dennis könnte schon gegen Bielefeld zum Einsatz kommen

Die Neuverpflichtung des 1. FC Köln, Emmanuel Dennis, kann mit einem Einsatz gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld rechnen.

Emmanuel Dennis weiß, worauf er sich beim 1. FC Köln eingelassen hat. „Über die sportliche Situation bin ich mir bewusst“, versichert die neue Angriffs-Hoffnung des Fußball-Bundesligisten, dessen Hauptproblem im Tabellenkeller das Toreschießen darstellt. Der Auftrag an die Leihgabe des belgischen Meisters FC Brügge ist deshalb klar umrissen: „Ich möchte mit möglichst vielen Einsätzen und Toren in einer Top-Liga meinen Beitrag dazu leisten, dass wir die Klasse halten.“

Um dabei keine weitere Zeit zu verlieren, hatte sich der Tabellensechzehnte nach dem empfindlichen Rückschlag bei der TSG 1899 Hoffenheim (0:3) dazu entschlossen, das am kommenden Montag schließende Winter-Transferfenster zeitlich nicht komplett auszureizen. Die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Horst Heldt legten großen Wert darauf, die eklatanteste Problemstelle des Kaders noch vor dem Keller-Krimi daheim gegen Arminia Bielefeld (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky) anzugehen. Einer Partie, die im Abstiegskampf zwingend gewonnen werden muss.

Es ist also davon auszugehen, dass Emmanuel Dennis trotz fehlender Spielpraxis bereits auf Anhieb am Samstag in die Startelf rutschen wird. Wenn alles nach Plan läuft, steht der 23-jährige nigerianische Nationalstürmer schon am Mittwoch erstmals mit seiner neuen Mannschaft auf dem Platz. Dann bliebe ihm eine komplette Trainingswoche zum Kennenlernen seiner Mitspieler. Als lockeren Aufgalopp absolvierte er am Dienstag schon einmal eine individuelle Einheit mit Athletiktrainer Max Weuthen.

Dass Markus Gisdol kein Trainer ist, der sich davor scheut, neue Spieler direkt ins kalte Wasser zu schmeißen, bewies er zu Beginn dieser Saison. Damals berief der Schwabe zum Auftaktspiel gegen Hoffenheim in Sebastian Andersson und Ondrej Duda gleich zwei erst wenige Tage zuvor verpflichtete Akteure in die erste Elf. Die Not in der Offensive war schließlich groß. Und das ist sie jetzt offenbar noch immer.

Dies führte die jüngste Pleite im Kraichgau auf eine Art und Weise vor Augen, die so dramatisch war wie nie zuvor. Im Mittelpunkt des Unglücks stand Mittelstürmer Anthony Modeste (32), der nach seiner Einwechslung eine halbe Stunde vor Schluss erst einen Strafstoß zum entscheidenden dritten Hoffenheimer Tor leichtfertig verursachte, dann einen eigenen Elfmeter verschoss und anschließend noch den Ball aus fünf Meter frei stehend vorbei köpfte. Gisdol tat der Franzose leid: „Tony hat gerade eine schwierige Phase“, sagte der FC-Coach. „In Hoffenheim ist es sicherlich nicht glücklich für ihn gelaufen. Er ist sehr enttäuscht und traurig. Es geht darum, ihn wieder aufzubauen.“

Dass Modeste noch einmal an gute alte Zeiten herankommen kann, ist spätestens seit den Geschehnissen des Wochenendes kaum noch vorstellbar. Dabei wäre sein Club neben sportlichen auch aus finanziellen Gründen dringend darauf angewiesen. Modeste steht in Köln schließlich noch bis 2023 zu horrenden Bezügen unter Vertrag. Ein Kandidat für die Startelf ist er in seiner aktuellen Verfassung allerdings bei weitem nicht. Auch der unerfahrene Tolu Arokodare (20) kommt maximal für Kurzeinsätze infrage. Und Sebastian Andersson fehlt wegen eines Knochenödems im Knie noch wochenlang.

In Emmanuel Dennis haben die Kölner nun einen Gegenentwurf zu ihren drei klassischen Mittelstürmern dazu geholt. Der 1,75 Meter messende Offensiv-Allrounder ist aufgrund seiner geringen Körpergröße kein reiner Strafraumstürmer. Dafür ist er schnell und wenig. Ein echter Konterspieler, der über die Außenbahn in den Sechzehner ziehen kann. In einem 3:5:2 wäre er als Doppelspitze neben Ondrej Duda denkbar. Nach einem schwierigen letzten Halbjahr in Belgien soll Dennis am Rhein zu alter Stärke zurückfinden.

Das wäre auch ganz im Sinne des FC Brügge, der seinen einstigen Sturm-Star im vergangenen Sommer für großes Geld verkaufen wollte. Doch dann grätschte die Pandemie dazwischen. Nun hoffen alle Beteiligten auf eine Win-win-Situation.