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Hoffnung beim 1. FC Köln: Ende der Leidenszeit für Anthony Modeste in Sicht

Hoffnung beim 1. FC Köln : Ende der Leidenszeit für Anthony Modeste in Sicht

Anthony Modeste kann endlich wieder voll beim 1. FC Köln mittrainieren. In seinem ersten Spiel in dieser Saison ließ der Stürmer gleich aufhorchen.

102 Tage können sich im Leben eines Fußball-Profis verdammt lang anfühlen. Für Anthony Modeste zum Beispiel war in den vergangenen rund dreieinhalb Monaten kaum noch etwas, wie vor dem Beginn seiner rätselhaften Leidenszeit. Wegen anhaltender Knieschmerzen, deren Gründe lange Zeit nicht lokalisierbar waren, hatte der französische Mittelstürmer des Bundesligisten 1. FC Köln die gesamte Saisonvorbereitung sausen lassen müssen. Ein Pflichtspiel hat Modeste in der neuen Runde noch nicht bestreiten können. Sein bisher letztes Mitwirken datiert vom 27. Juni, dem Tag der 1:6-Klatsche bei Werder Bremen zum Ausklang der schwierigen Corona-Saison 2019/20.

Doch nun zeichnet sich Besserung ab. Modeste nimmt seit etwa zwei Wochen wieder am kompletten Mannschaftstraining teil, dessen fast schon ungewohnt gewordene Intensität er bislang offenbar gut wegsteckt. Auch von ärztlicher Seite bestehen inzwischen keine Einwände mehr gegen eine dauerhafte Belastung des Knies – das ist das Ergebnis von Modestes neuerlichem Besuch am Sonntag bei einem Spezialisten in München. In den vergangenen Monaten war Modeste mehrfach in den Süden der Republik gereist, um Becken, Rücken und Beinstellung untersuchen zu lassen. „Die Behandlung hat angeschlagen, er kommt Stück für Stück vorwärts“, hatte Trainer Markus Gisdol bereits vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach (1:3) erfreut berichtet.

Gute Nachrichten gab es für Modeste auch am Mittwochabend. Beim haushohen 14:0 über Borussia Lindenthal-Hohenlind stand der Stürmer erstmals seit dem Debakel an der Weser wieder in einer Partie auf dem Rasen. Obgleich der überforderte Sechsligist die FC-Profis nicht mal ansatzweise vor Herausforderungen stellte, geriet die Rückkehr von Mo-
deste zu einem riesigen Erfolg. Der Franzose hielt die 90 Minuten im Franz-Kremer-Stadion durch, und mit gleich acht Treffern, davon zwei vom Elfmeterpunkt erzielt, nahm er die Amateurkicker aus dem Kölner Westen nahezu im Alleingang auseinander.

Für Modeste bedeutete das Testspiel einen weiteren Schritt zurück in eine fußballerische Normalität, sein Achterpack dürfte zudem wie Balsam auf die geschundene Seele des sensiblen Angreifers gewirkt haben. Der eine Treffer seines Sturmpartners Tolu Arokodare (der Neuzugang aus Lettland musste nach rund einer Stunde angeschlagen ausgewechselt werden) ging in Modestes Torhagel fast schon unter; ebenso wie die übrigen Treffer der Dortmunder Leihgabe Marius Wolf (2) sowie von Marco Höger, Robert Voloder und Rafael Czichos.

Gisdol will keinen Druck aufbauen

Beim 1. FC Köln will man bei der Heranführung Modestes trotz dessen gesundheitlichen Aufwärtstrends aber weiter nichts überstürzen. „Er bekommt die notwendige Aufbauzeit. Wir bauen keinen Druck auf und müssen akzeptieren, dass es ein langer Weg ist“, beließ es Gisdol zumindest in der Öffentlichkeit bei einem vagen Zeitplan. Nach den jüngsten Eindrücken erscheint es allerdings nicht mehr ausgeschlossen, dass der einst so erfolgreiche Torjäger zum Start aus der Länderspielpause am 18. Oktober (15.30 Uhr, Rheinenergiestadion) gegen Eintracht Frankfurt erstmals wieder dem Kader der Geißböcke angehören könnte. Es wäre einer dieser Hoffnungsschimmer, die sie beim FC nach dem Fehlstart in die neue Saison so gut gebrauchen könnten.