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1. FC Köln: FC gewinnt gegen FSV Mainz

1. FC Köln : FC gewinnt gegen FSV Mainz

Der 1. FC Köln gewann am Samstag gegen den FSV Mainz. Trotz einer Gelb-Roten Karte können die Geißböcke von einem fröhlichen dritten Advent reden - sie sind seit drei Spielen unbesiegt.

Anthony Modeste stand bereits zur Auswechslung parat. Trainer Markus Gisdol hatte nach 55 Minuten das Bedürfnis, ein Zeichen für das Offensivspiel des 1. FC Köln zu setzen. Immerhin ging es am Samstag im Kellerduell der Fußball-Bundesliga beim 1. FSV Mainz 05 um drei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Gisdols Botschaft kam sofort an. Noch bevor Modeste den Platz betreten durfte, erzielte Elvis Rexhbecaj in der 55. Minute den einzigen Treffer des Nachmittags zum 1:0 (0:0)-Sieg und bescherte den Geißböcken trotz einer Gelb-Roten Karte gegen Ondrej Duda einen fröhlichen dritten Advent. Der FC ist nach 18 sieglosen Partien nun seit drei Spielen unbesiegt, holte dabei sieben Punkte und schickt sich an, wie schon 2019 auch 2020 die Kurve zum Guten im Dezember zu bekommen. „Wir stehen zusammen, machen immer weiter und haben jetzt auch das notendige Glück“, freute sich Torschütze „King“ Elvis Rexhbecaj. „Bei uns herrscht große Freude über die nächste stabile Leistung. Wir haben wieder sehr viel investiert und müssen jetzt cool bleiben und weiter so arbeiten“, stellte Gisdol erleichtert fest.

Der FC-Coach sah nach den vier Punkten gegen Dortmund und Wolfsburg keine Veranlassung, taktisch und personell etwas zu verändern. Auch, weil Kapitän Jonas Hector noch nicht bereit war, in den Kader zurückzukehren. FSV-Coach Jan-Moritz Lichte veränderte sein Team nach dem enttäuschenden 1:2-Rückschlag in Bielefeld auf drei Positionen und brachte Danny Latza, Karim Oniswo und den Ex-Kölner Daniel Brosinski neu in die Startelf.

Nur eine Torchance der Gegner in der ersten Hälfte

Der FC tat den Zuhause in dieser Saison noch sieglosen Mainzern wie erwartet nicht den Gefallen seine kompakte Defensive zu öffnen, nur weil der Gegner Tabellenvorletzter und nicht wie der BVB und Wolfsburg ein Topteam der Liga ist. Die Kölner Dreierkette mit Youngster Sava Cestic, Sebastiaan Bornauw und Jannes Horn machte gemeinsam mit Sechser Ellyes Skhiri die Räume so eng, dass vor allem Jean-Philippe Mateta verzweifelte. Der Mainzer Torjäger war bis zur 41. Minute völlig kaltgestellt. Dann allerdings hätte der Franzose beinahe seinen achten Saisontreffer erzielt. Nach einer flachen Latza-Hereingabe von rechts kam Mateta aus fünf Metern mit links vor Cestic an den Ball, setzte ihn aber Zentimeter über die Querlatte. Es war die einzige Torchance der Hausherren in der ersten Hälfte, weil die Gisdol-Elf defensiv extrem konzentriert zu Werke ging. Nicht umsonst stellt der FC zusammen mit Bayer Leverkusen aktuell auswärts die beste Abwehr. In nun fünf Partien kassierten die Geißböcke nur vier Gegentore.

Nach vorne tat sich der FC allerdings schwer. Vor allem das Mainzer Gegen-Pressing schmeckte den Gästen nicht und führte zu vielen Ballverlusten. Ein Fernschuss von Salih Özcan (16.) und ein Abschluss von Ismail Jakobs (44.) nach einer Freistoßvariante – mehr war nicht drin. Pech hatte der FC, als der stets umtriebige Elvis Rexhbecaj vor seiner Flanke auf Jan Thielmann mit einer Zehenspitze im Abseits stand. So zählte der herrliche Treffer des Youngsters nicht. Der 18-Jährige hatte den Ball per Direktabnahme aus zwölf Metern ins lange rechte Eck einschlagen lassen (17.). Weil die Statistiker insgesamt nur fünf Torschüsse und für beide Teams jeweils nur einen Eckball aufschreiben konnten, entsprach das 0:0 zur Pause dem ereignisarmen Geschehen in der Opel Arena.

Langeweile blieb in der Halbzeit

Die Langeweile blieb in der Halbzeit. Die Mainzer hatten sich einiges vorgenommen und attackierten aggressiver. Allerdings ohne Nöte in der FC-Abwehr heraufzubeschwören. Dann wollte Markus Gisdol mit der Einwechslung von Modeste einen frischen Spieler bringen. Elvis Rexhbecaj verstand sofort und drosch den Ball nach schöner Vorarbeit von Marius Wolf und einer präzisen Flanke von Ondrej Duda aus elf Meter gekonnt und von Jeremiah St. Juste noch abgefälscht als Dropkick ins rechte Eck (55.). „Vielleicht können wir das jetzt öfter machen. Wir stellen einen Spieler an die Seitenline und erzielen dann ein Tor“, flachste Markus Gisdol und legte sofort nach: „Vielleicht wollte ich Anthony ja auch für Elvis einwechseln.“ Auch Ondrej Duda wollte per Fernschuss direkt nachlegen, scheiterte aber an FSV-Keeper Robin Zentner (56.). Die folgende Ecke landete auf dem Kopf von Rexhbecaj, aber wieder war Zentner rechtzeitig zur Stelle (56.).

Dann kam Modeste auf den Platz (60.) und hatte das 2:0 auf dem Fuß, war nach einer Jakobs Hereingabe aber zu überrascht (74.). Zwei Minuten später fand sich der FC in Unterzahl wieder, weil Duda sich innerhalb kürzester Zeit zwei Fouls gegen Kevin Stöger leistete und zurecht Gelb-Rot sah (76.). 20 Minuten lang musste der FC danach noch zittern und rettete den so wichtigen Sieg dank Timo Horn und mit dem nötigen Glück ins Ziel. Der FC-Keeper parierte famos gegen Robin Quaison (81.), Edmilson Fernandes (85.) und Oniswo (90.+4). Bei den Großchancen von Quaison (90.) und Mateta (90.+4) hatten Horn und der FC dann das Glück der Tüchtigen, weil die Bälle jeweils knapp rechts am Kölner Tor vorbeigingen. Es war der erste FC-Auswärtssieg dieser Saison, das erste zu Null-Spiel nach 21 Partien mit Gegentor und der erst zweite Erfolg in Mainz im zehnten Anlauf. „Jetzt müssen wir auch die Fragen nach unserem ersten Spiel ohne Gegntor nicht mehr beantworten“, hatte Markus Gisdol noch einen Spaß parat. Das Wichtigste für ihn und seine Mannschaft waren aber natürlich die drei Punkte, die dem FC zum dritten Advent fünf Punkte Abstand auf Mainz und den Anschluss an das untere Mittelfeld der Bundesliga-Tabelle bescherten.