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Man of the Match: FC-Keeper Timo Horn hält dem 1. FC Köln den Punkt fest

Man of the Match : FC-Keeper Timo Horn hält dem 1. FC Köln den Punkt fest

Der 1. FC Köln beeindruckte gegen Leipzig durch die offensive Spielweise, Anthony Modeste durch seinen vierten Saisontreffer. Unser Man of the Match ist aber Timo Horn mit einer überragenden Leistung.

Bereits gegen den SC Freiburg am vergangenen Spieltag waren sich die Akteure des 1. FC Köln nicht klar über die eigene Gefühlslage. Ein Punkt gewonnen oder zwei verloren?, lautete die Frage nach dem 1:1. Nach dem 1:1 gegen RB Leipzig dürfte das Emotions-Wirrwarr noch eine Spur konfuser ausgefallen sein. In der letzten Sekunde hätte Ondrej Duda dem FC drei Punkte bescherren müssen, der Kölner Sieg war greifbar. Duda vergab vor dem leeren Tor aus kurzer Distanz kläglich. Auf der anderen Seite wurde der FC für eine beeindruckende Leistung gegen die Sachsen von den Fans gefeiert. Zu recht. Köln spielte gegen den Vizemeister lange munter mit, geriet erst ab der Führung unter Druck und kassierte letztlich nur den Ausgleich.

„Aufgrund der zweiten Halbzeit muss man schon mit dem Punkt zufrieden sein. Die Leipziger haben hinten raus noch mal richtig Druck gemacht, haben offensiv gewechselt und eine enorme individuelle Qualität“, sagte Timo Horn. In der Tat drückten Dominik Szoboszlai, Christopher Nkunku und Emil Forsberg massiv auf weitere Treffer und untermauerten ihre Stärken, hohe individuelle Qualitäten bewies aber allen voran Timo Horn, der gleich mehrfach in höchster Not rettete. „Timo hat heute richtig gut gespielt. Er hat einfach viele Bälle gut gehalten. Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte RB-Spielmacher Forsberg. FC-Coach Steffen Baumgart pflichtete dem Schweden bei, obwohl er eigentlich individuelles Lob lieber vermeidet und die Mannschaft in den Fokus rückt: „Timo hat in der einen oder anderen Situation den einen oder anderen Ball sehr sehr gut gehalten.“

FC-Keeper Timo Horn mit acht Paraden

So zum Beispiel in der Schlussminute, als Szoboszlai auf einmal direkt vor dem Keeper auftauchte. Horn behielt die Nerven und rettete mit einem unfreiwilligen Kopfball. „Ein bisschen Glück braucht man immer. Den letzten Ball bekomme ich noch ins Gesicht“, sagte Horn. „Ich glaube, das habe ich mir heute erarbeitet.“ Insgesamt kam der Torhüter auf acht Paraden, hatte einen nicht unwesentlichen Anteil am konstruktiven Spielaufbau der Kölner und war sicherer Rückhalt für sein Team. „Schön, dass es heute geklappt hat, und dass ich der Mannschaft heute helfen und den Rücken frei halten konnte“, sagte Horn, der sich dann aber doch auch ein wenig über den Gegentreffer von Amadou Haïdara ärgerte. „Mein Anspruch ist immer, zu null zu spielen“, so Horn. „Wir wussten, dass die Standardsituationen am besten zu vermeiden sind. Weil die mit einer hohen Qualität reingespielt werden. Der Ball war perfekt gespielt.“

Nicht der einzige Ball, den die starken Leipziger an diesem Tag perfekt spielten. Aber der einzige, der den ebenso starken Horn regelkonform überwinden konnte. Ganz nebenbei absolvierte der Kölner Torhüter sein 320. Spiel für die Geißböcke und zog in der Rekordspielerliste mit Dieter Müller gleich, belegt nun Rang 16. Viele Jahre galt der gebürtige Kölner als großes Talent, wurde sogar als Nationalspieler gehandelt. Doch Horns Leistungen stagnierten nach einer Verletzung. Erst in der vergangenen Spielzeit steigerte sich der Torhüter wieder. Vermutlich auch aufgrund der starken Konkurrenz mit Ron-Robert Zieler. In dieser Saison soll Marvin Schwäbe die Kölner Nummer eins fordern.

Offenbar mit Erfolg. Horn zeigte gegen Leipzig eine überragende Leistung und fand so mit dem Remis ein versöhnliches Ende: „Die Jungs haben einen riesen Fight geliefert gegen Leipzig, haben alles reingeworfen und sich diesen Punkt auch verdient.“