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FC Köln - Timo Horn optimistisch vor Bayern-Spiel

Vor dem Spiel gegen München : FC-Torwart Timo Horn optimistisch vor Bayern-Spiel

FC-Trainer Steffen Baumgart lobt die Leistung von Torwart Timo Horn im Spiel gegen Hertha BSC. Gegen Rekordmeister Bayern München muss sich der 1. FC Köln aber noch steigern.

Steffen Baumgart äußert sich nicht gerne zu der Leistung einzelner Spieler. Der Trainer des 1. FC Köln sieht das Ganze, hat Weitblick. Ab und an lässt er sich dann doch hinreißen – zu einem Lob. Nach dem 3:1-Erfolg über Hertha BSC am vergangenen Samstag war es mal wieder soweit. Jan Thielmann habe zum Beispiel trotz schmerzender Schulter eine gute Leistung abgerufen. Und: Timo Horn. „Man kann Timo schon herausheben, der in zwei, drei Situationen sehr gut gehalten hat“, so Baumgart rückblickend zum Hertha-Spiel.

Bereits nach fünf Minuten reagierte der Keeper stark. Einen Kopfball des Brasilianers Cunha konnte Horn aus kurzer Distanz abwehren, ließ den Ball aber nach vorne abprallen. Cunha spielte den Ball weiter, Stevan Jovetić musste nur noch einschieben. Wenige Minuten später parierte Horn einen Schuss von Suat Serdar erneut aus wenigen Metern sowie einen weiteren Versuch von Cunha. Horn hielt den FC im Spiel, ermöglichte so erst den Erfolg, den Anthony Modeste noch vor der Halbzeit einleitete und Florian
Kainz mit einem Doppelpack festigte. Der Rückhalt blieb aber Horn, der auch im zweiten Abschnitt einen starken Eindruck hinterließ. So vor dem vermeintlichen 2:3, als der Keeper ebenfalls aus kurzer Distanz rettete, den Nachschuss von Santiago Ascacíbar konnte der Keeper nicht verhindern. Der Treffer wurde aber wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. „Torwart-technisch versuche ich immer der Mannschaft zu helfen und zu halten, was zu halten ist“, sagte Horn. „In diesem Fall gab es nach dem 0:1 zwei, drei Szenen, in denen ich helfen konnte. Das ist für mich dann eine schöne Sache.“

Eine schöne Sache für den 28 Jahre alten Keeper aber auch die Mannschaft. Denn der Torwart hatte durch seine Paraden großen Anteil an dem perfekten Saisoneinstand. „Die Stimmung ist bei der Mannschaft, aber auch bei den Fans natürlich gut“, sagt Horn. „Nach den letzten zwei Jahren, wo wir nicht so gut in die Saison gestartet sind, war das jetzt extrem wichtig. Es war ein mega schönes Erlebnis für uns, die drei Punkte nach so langer Zeit wieder vor Fans zu holen.“ Mit den Erfolgen in Pokal und zum Ligaauftakt ist der Start also geglückt. Doch Horn mahnt bereits: „Es läuft ganz gut aktuell, es sind aber auch erst zwei Spiele gespielt. Wir müssen schon auf dem Teppich bleiben und weiter hart arbeiten.“

Zumal die Kölner am Wochenende ein anderes Kaliber erwartet. Der FC ist bereits am zweiten Spieltag zu Gast bei den Bayern. Der Rekordmeister tat sich am ersten Spieltag gegen Gladbach schwer, verhinderte mit Glück den Fehlstart. Möglicherweise auch, weil etliche Spieler im Sommer mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren, die Vorbereitung dementsprechend kurz ausfiel. Ein Vorteil? „Mark Uth sagte, das hätten sie auf Schalke in der Vorsaison auch gedacht und dann acht Dinger kassiert“, sagt Horn. „Bayern ist schon eine überragende Mannschaft, egal zu welchem Zeitpunkt.“

Das erlebte der Keeper in der Vorsaison selbst. Sieben Treffer kassierte Horn gegen die Bayern, in beiden Spielen. In München verlor der FC vor einem halben Jahr 1:5, trotz ordentlicher Leistung. Imponiert hat aber offenbar auch der Auftritt des Rekordmeisters gegen Borussia Dortmund im Supercup. „Wer das Spiel der Bayern gesehen hat, hat gesehen, wie hoch die Qualität der Bayern ist“, sagt der 28-Jährige. „Die Bayern nutzen die Fehler eiskalt aus. Da müssen wir natürlich besser ins Spiel finden, als noch gegen die Hertha.“

Und dennoch folgt der Keeper auch der Marschroute seines Trainers Steffen Baumgart, der immer wieder betont, auch gegen die Bayern offensiv zu spielen. „Es wird eine große Aufgabe, aber wir werden auch dahinfahren, um alles zu versuchen“, sagt Horn. Den Masterplan nennt der Keeper aber nicht: „Es wäre denkbar ungünstig jetzt schon zu verraten, wie wir das Spiel gegen die Bayern angehen.“