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Verletzungssorgen: FC-Stammkräfte Uth und Hübers fallen gegen Schalke aus

Verletzungssorgen : FC-Stammkräfte Uth und Hübers fallen gegen Schalke aus

Beim Bundesliga-Start gegen den FC Schalke 04 muss FC-Trainer Steffen Baumgart seine Mannschaft umstellen. Zum Unmut der Kölner fehlen am Sonntag gleich zwei wichtige Leistungsträger

Wenn Ina Müller gerade mal nicht zum Mikro greift und singt, dann, so scheint es, müssen ihre Worte eben auf andere Art und Weise sprudeln. Dass sie eine sehr lustige Schnatterliese ist, davon bekommt der Zuschauer vor allem in ihrer Talk-Trink-Sing-Sendung im Fernsehen einen eingehenden Eindruck. Dass manch ein prominenter Gast in der Kneipe „Schellfischposten“ im Hamburger Hafen mit seiner Schlagfertigkeit selbst die flinkzüngig-kecke Moderatorin zum Staunen bringen kann, das hat Steffen Baumgart gezeigt. Das sei mild, sagte der Trainer des 1. FC Köln in der ARD-Show „Inas Nacht“, die am Donnerstagabend ausgestrahlt wurde. „Das ist kein Brennen.“ Müller hatte sich leise beschwert über die Schärfe des Whiskys, den sie eigens für Baumgart besorgt hatte. „Puh“, stöhnte Müller, „der brennt aber.“ Der Whisky-Kenner und Coach hatte dafür nur ein müdes Lächeln über.

Doch der 50-Jährige tauschte sich nicht nur über geistige Getränke mit Müller aus, er sprach natürlich auch über den FC. Sprach über Schlager-Musik im Training, sein Aufwachsen in der DDR, die Eigenheiten der Kölner Spieler. Er ließ seine Stimme erklingen und zeigte sich beim Duett mit Müller nicht gänzlich talentfrei. Auch seine eigenen Marotten verheimlichte der gebürtige Rostocker nicht. Ein Jahr lang habe er „vor jedem Auswärtsspiel eine Zigarre geraucht“, sagte er. „Meine Jungs können machen was sie wollen, aber sie müssen ja nicht vor dem Mannschaftsbus rauchen.“

Modeste und Schmitz melden sich einsatzbereit

Zum Nachahmen sei auch jener Auftritt Baumgarts nicht empfohlen, bei dem er, wie er offen zugab, als Oberligaspieler einst „stinkbesoffen“ gespielt habe. Darüber sollte sich der Trainer am Sonntag jedoch keine Gedanken machen. Das Rauchen einer Fluppe und die fachgerechte Einnahmen alkoholischer Kaltgetränke verbietet sich per se, wenn sich Profi-Mannschaft und Trainer vor dem Bundesliga-Auftakt gegen den FC Schalke 04 (17.30 Uhr/Dazn) versammeln. Könnte ja auch eine saftige Strafe in die Mannschaftskasse nach sich ziehen.

Einige Spieler allerdings, das war eine weitere bittere Nachricht nach der Pokal-Niederlage in Regensburg (3:4 im Elfmeterschießen), werden dem Zusammentreffen mit dem Aufsteiger auf dem Rasen nicht beiwohnen können. Während Top-Stürmer Anthony Modeste und Rechtsverteidiger Benno Schmitz rechtzeitig fit geworden sind, werden Innenverteidiger Timo Hübers und Offensivspieler Mark Uth den Kölnern nicht zur Verfügung stehen. „Sie werden definitiv ausfallen. Beide haben die ganze Woche nicht trainiert. Wir hoffen, dass sie spätestens nächsten Mittwoch wieder komplett im Training sind“, sagte Baumgart am Freitag. „Das gefällt uns natürlich nicht, weil sie beide für die erste Elf vorgesehen waren.“

Um den Ausfall von Hübers zu kompensieren, soll Luca Kilian neben Jeff Chabot in der Innenverteidigung auflaufen. Der 22-Jährige war zur Rückrunde der vergangenen Saison neben Hübers gesetzt. Gegen Jahn Regensburg erhielt dann zuletzt überraschend Chabot den Vortritt. „Jeff hat sich das erarbeitet. Kili hatte nicht so eine gute Vorbereitung, weil er erst verletzt war und es dann in dem ein oder anderen Vorbereitungsspiel nicht so gut gemacht hat. Seit zwei Wochen ist er wieder auf einem aufsteigenden Ast. Damit steht er zu Recht dann auch in der Startelf“, sagte der Chefcoach. Anstelle von Uth kommen dagegen gleich drei Optionen für die Zehner-Position in Frage. „Wir können Dejan Ljubicic nach innen ziehen, wir können mit Mathias Olesen spielen und wir müssen auch mit Ondrej Duda rechnen, weil er mittlerweile im Trainingsprozess weiter ist“, so der 50-Jährige. Sicher in der Offensive fehlen wird dagegen Stürmer Steffen Tigges (Trainingsrückstand nach Verletzung).

Baumgart: Schalke kein normaler Aufsteiger

Unabhängig vom Personal geht es für den FC gegen Schalke darum, sich in einem Spiel, so Baumgart, „auf Augenhöhe“ durchzusetzen. „Wir treffen auf einen Gegner, der kein Aufsteiger in dem Sinne, sondern ein Bundesligist ist, der ein Jahr Pause gemacht hat. Das ist keine Mannschaft, bei der wir uns besser sehen.“ Der FC ist insofern auf die Spielweise der Schalker vorbereitet, als dass Trainer Frank Kramer in der vergangenen Saison noch für Absteiger Arminia Bielefeld an der Seitenlinie stand. „Sie sind sehr aggressiv im Anlaufen und spielen dementsprechend gradlinig. Frank Kramer war der Trainer der Bielefelder, als wir nicht nur den größten Lerneffekt, sondern auch die größten Schwierigkeiten im Aufbauspiel hatten.“ Allerdings wurde Kramer später freigestellt, die Arminia stieg ab.

Mit Stürmer Simon Terodde, der in der vergangenen Zweitliga-Saison 30 Tore für Schalke erzielte, trifft der FC auf auch auf einen Ex-Kölner, den Baumgart sehr schätzt. „Simon ist ein exklusiver Stürmer. Wenn du den genauso wie Sebastian Polter in Position bekommst, dann sind sie in der Lage, jeweils 10 bis 15 Tore in der Saison zu machen“, sagte er.

Zum Saisonauftakt ist Baumgart aber vor allem wichtig, dass sich seine Mannschaft seit Längerem mal wieder in einem Pflichtspiel belohnt. Zum Saisonstart wünscht er sich vor allem ein positives Ergebnis. „In den vergangenen Spielen samt den zwei letzten Saisonspielen haben wir den Ertrag nicht, den wir als Leistung verdient gehabt hätten. Wir belohnen uns im Moment nicht. Es geht darum, nicht nur von der Leistung her gut zu starten, sondern wir wollen ergebnisorientiert erfolgreich spielen.“

Skhiri spielt als alleiniger „Sechser“

Um das zu schaffen, setzt der 50-Jährige wie schon gegen Regensburg zunächst auf ein 4-1-3-2-System. Ellyes Skhiri soll als einziger Spieler auf der Sechser-Position starten. „Wir sind aber relativ schnell in der Lage, wieder auf zwei Sechser umzustellen“, sagte Baumgart. Sollte der FC damit vor voraussichtlich 50 000 Zuschauern im eigenen Stadion den ersten Saisonsieg am ersten Spieltag einfahren, dürfte das DFB-Pokalaus bei den Kölner Fans schnell wieder vergessen sein, selbst wenn Baumgart, von Ina Müller auf die Saisonziele angesprochen, scherzhaft anmerkte: „In Köln muss immer mehr gehen.“