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Klassenerhalt: FC-Trainer Friedhelm Funkel will seine Mission beenden

Klassenerhalt : FC-Trainer Friedhelm Funkel will seine Mission beenden

Mit der Relegation gegen Holstein Kiel beginnt für den 1. FC Köln am Mittwoch das letzte Kapitel einer durchwachsenen Saison.

Nach dem dramatischen 1:0-Erfolg über den FC Schalke 04 und den zwölf „Bubble“-Tagen im Schloss Bensberg brauchte auch FC-Coach Friedhelm Funkel erst einmal eine kleine Verschnaufpause. „Ich musste einfach mal abschalten“, sagte Funkel. Die vergangenen Wochen sind an dem Kölner Interimstrainer nicht spurlos vorbeigegangen. Dabei kann sich die Zwischenbilanz des 67-Jährigen durchaus sehen lassen. Zehn Punkte sammelte der FC aus den sechs Spielen seit Funkels Amtsantritt und ermöglichte sich damit überhaupt erst die Chance einer Nachspielzeit in Form der Relegation gegen Holstein Kiel am Mittwoch (18.30 Uhr, Dazn) und Samstag (18 Uhr, Dazn).

 Am Sonntag ließ es der Coach also noch ruhig angehen. Durchatmen, Kopf frei bekommen. Auch die Mannschaft sollte zu Hause abschalten. Seit Montag gilt der Fokus aber schon wieder den kommenden Aufgaben. Den nächsten Endspielen in einer von Endspielen geprägten Saison. Nach Markus Gisdol kommt nun auch Nachfolger Funkel in den Genuss mehrerer Spiele mit Finalcharakter, allerdings mit anderen Vorzeichen. Ging es für Gisdol um den eigenen Job, ist Funkels Zukunft lange geklärt, er will in den beiden ausstehenden Spielen nur noch seine Mission zu Ende bringen.

Abstieg hätte für den FC schwerwiegende Folgen

Verlieren verboten – so könnte das Motto der Geißböcke lauten, denn ein Abstieg in die 2. Bundesliga brächte einen enormen wirtschaftlichen Schaden mit sich. „Alle wissen, dass ein Abstieg mit Umsatzverlusten verbunden wäre. Allein schon durch die TV-Verteilung müssten wir viel kürzertreten“, sagte Sportdirektor Horst Heldt. „Ohnehin ist es nicht ganz so einfach durch die Pandemie.“ Rund 63 Millionen Euro Umsatz wird die Corona-Pandemie den Club bis zum Ende der Saison gekostet haben. Bei einem Abstieg würden weitere deutliche Einbußen folgen.

Mit der 2. Liga will sich der Sportdirektor aber noch nicht auseinandersetzen. „Unser Fokus liegt aktuell darauf, alles dafür zu tun, in der Bundesliga zu bleiben“, sagte Heldt. Vielleicht auch eine Art Selbstschutz. Dem Vernehmen nach ist seine Zukunft in Köln an die Ligazugehörigkeit geknüpft, trotz eines gültigen Vertrag bis 2023 für beide mögliche Ligen. „Es geht nicht um mich, es geht um den Club“, betonte Heldt.

Und der steht einmal mehr gehörig unter Druck. Laut Heldt kann die Mannschaft damit umgehen. „Sie hat diese Situation schon vielfach durchleben müssen und gute Leistungen gebracht.“ Tatsächlich lieferte der FC seine besten Spiele in dieser Saison ab, wenn er mit dem Rücken zur Wand stand. Allerdings meist auch, wenn er dem Gegner das Spiel überließ. Das wird zumindest am Mittwoch wohl nicht der Fall sein. Als Erstligist sollte Köln im eigenen Stadion der Favorit sein. Zumal das Momentum nach dem packenden 1:0-Erfolg der Domstädter und dem dramatischen 2:3 der Kieler beim FC liegt. „Ich glaube nicht, dass sie deprimiert sein werden“, sagte Funkel. „Es wird eine Jetzt-erst-recht-Stimmung herrschen.“

Wiedersehen mit alten Bekannten

Dennoch hat Funkel einen Plan. „Wir wollen die spielbestimmende Mannschaft sein, das Tempo hoch halten und Tore erzielen“, sagte der Trainer. Allerdings machte sich auch gegen Schalke eine Halbzeit lang die größte Kölner Baustelle bemerkbar: das lahmende Offensivspiel. Bezeichnend, dass sich einmal mehr Jonas Hector die größte Anzahl an Kölner Chancen erarbeitete und Sebastiaan Bornauw die Geißböcke erlöste.

Gegen Kiel muss Funkel voraussichtlich auf Sebastian Andersson verzichten. Dafür kehrt mit Ellyes Skhiri ein wichtiger Stabilisator wohl in die Startelf zurück. Salih Özcan, in der vergangenen Spielzeit noch an Kiel ausgeliehen, wird wahrscheinlich trotz eines guten Spiels wieder auf der Bank Platz nehmen müssen. Auch Ismail Jakobs, zuletzt mit AS Monaco in Verbindung gebracht, steht nach abgesessener Sperre wieder zur Verfügung. Unabhängig vom Personal hat Funkel das Ziel klar vorgegeben: „Wir hauen am Mittwoch und am Samstag alles raus, was wir haben. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen werden.“