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Partie am Samstag: FC-Trainer Gisdol brütet über Taktik für Bayern-Spiel

Partie am Samstag : FC-Trainer Gisdol brütet über Taktik für Bayern-Spiel

Im Heimspiel gegen Triple-Sieger Bayern München spricht nahezu alles gegen einen Punktgewinn für den 1. FC Köln. Trainer Markus Gisdol verbreitet vor dem ungleichen Duell jedoch Optimismus.

Wer aufseiten des 1. FC Köln vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr, Rheinenergiestadion/Sky) mit dem FC Bayern München nach Mutmachern sucht, sollte einen weiten Bogen um die Statistik machen. Die Geißböcke haben nicht nur genau die Hälfte ihrer 92 Bundesliga-Begegnungen gegen die Bayern verloren, sie warten auch seit mehr als neun Jahren auf einen Sieg – so lange wie gegen keinen anderen Erstliga-Club. Der 3:2-Heimerfolg am 5. Februar 2011 ist nicht mehr als eine schöne Erinnerung. Es folgten elf Niederlagen, ein Remis (1:1 am 1. Oktober 2016 in München) und die Erkenntnis: Je jünger die Vergangenheit ist, desto chancenloser war der FC.

Das sportliche Ungleichgewicht zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern ist längst manifestiert. Die Geißböcke haben keines ihrer jüngsten 15 Bundesliga-Spiele gewonnen, die Münchner aus 18 Partien sagenhafte 51 Punkte eingesammelt. „Wir haben die größte Aufgabe des Weltfußballs vor uns“, stellte Markus Gisdol am Donnerstag nüchtern fest und sagte, was ein Trainer des 1. FC Köln vor einem solchen Spiel als Hoffnungsschimmer noch so verbreiten kann: „Im Fußball ist immer alles möglich. Es gibt immer Überraschungen.“

Immerhin gehen die Kölner nach den beiden Unentschieden gegen Frankfurt und in Stuttgart mit dem Gefühl in das Heimspiel, dass sie seit dem 3. Oktober nicht mehr verloren haben. „Jeder Punkt tut gut. Es hat sich etwas verändert in der Mannschaft. Jeder hat mehr Selbstvertrauen und die Stimmungslage ist dadurch besser“, beschrieb Gisdol den Aufwärtstrend.

Hoffen auf einen schwachen Tag der Bayern

Es ist aber nicht viel mehr als ein zartes Pflänzchen, das ein Team wie die Bayern in 90 Minuten gnadenlos zertrampeln kann. Ein probates Mittel gegen die Elf von Coach Hansi Flick ist noch nicht entwickelt: „Wir haben uns viel angeschaut. Es gab die unterschiedlichsten Lösungsansätze, trotzdem haben es die Bayern geschafft, ihren Schnitt von viereinhalb Toren pro Spiel aufrechtzuerhalten“, berichtete Gisdol.

Die Chance der Kölner liegt darin, einen der seltenen Tage zu erwischen, an denen die Bayern sich angesichts ihrer Terminhatz zwischen Liga, Pokal und Champions League Schwächen erlauben. So wie beim 1:4 am zweiten Spieltag in Hoffenheim. Eine Partie, die dem FC durchaus als Blaupause dienen könnte, sofern es ihm gelingt, seine eigenen Probleme besser zu lösen.

Gisdol fordert besseres Zweikampfverhalten

Wie die auffällige Schwierigkeit, von der ersten Sekunde an konzentriert zu sein. „Ich habe die Mannschaft gefragt: Wo soll das hinführen? Soll der Gegner wissen, dass sie hier in den ersten fünf Minuten einfach nur draufgehen müssen, weil wir schläfrig rauskommen? Da hat jeder seine Eigenverantwortung. Es hat mich in Stuttgart maßlos geärgert“, kritisierte Gisdol sein Team.

Auch in puncto Zweikampfverhalten fand der FC-Trainer deutliche Worte: „Mit besseren Zweikämpfen hätten wir in Stuttgart noch größere Chancen gehabt, das Spiel ganz zu drehen. Aber wir haben uns immer wieder in Schwierigkeiten gebracht.“ Vor allem im zentralen Mittelfeld hatten es Ellyes Skhiri, Elvis Rexhbecaj und Ondrej Duda dem VfB oft zu leicht gemacht. Gisdol kündigte angesichts der Zweikampfquote von nur 41 Prozent Konsequenzen an: „Ich denke an anderes Personal.“

Wie die Änderungen am Samstag aussehen, ist Stoff für Spekulationen. Etwa jene, dass Youngster Sava Cestic bei seiner Bundesliga-Premiere im defensiven Mittelfeld aufläuft und Gisdol das Zentrum wie Hoffenheim in einem 3-4-4-System dicht macht. Eine wichtige Rolle sollen dabei Marius Wolf und Dimitrios Limnios auf der rechten Seite spielen.

Nach Limnios früher Einwechslung in Stuttgart (16.) harmonierten die beiden Neuzugänge in beide Richtungen des Spiels prächtig miteinander: „Ich sehe es als erfolgversprechende Variante an, die beiden sich einspielen zu lassen“, ließ sich Gisdol an dieser Stelle sogar in seine Aufstellungskarten schauen.